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Labuan Bajo, Flores, Indonesien
Datum/Uhrzeit:
08.12.2018
16:40 UTC+8
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vom
08.12.2018 16:40 UTC+8
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Logbucheinträge zu Küstenwache

08.03.2018 - Porvenir, San Blas, Panama

Einreiseversuch auf San Blas

Als wir vor einigen Tagen auf den San Blas Inseln ankamen, waren wir etwas nervös und schauten immer wieder an den Horizont um nach einen Küstenwachenschiff Ausschau zu halten. Wir hatten unseren Landfall auf den San Blas Inseln gemacht ohne uns direkt bei den Behörden anzumelden und waren sozusagen illegal im Land. Das hatten wir bisher noch nirgendwo so gemacht. Hier hätte eine Anmeldung einen mehrtägigen Umweg bedeutet, da die nächste Einreisebehörde viele Meilen weit entfernt lag. Im Laufe der Zeit wurden wir immer entspannter und dachten nur noch ab und an an die panamesische Küstenwache, nicht zuletzt da uns langjährige panamesische Segler bestätigt hatten, dass es keine Kontrollen der Küstenwache hier in Panama geben soll und es vollkommen normal sei erst einzuklarieren, wenn man ohnehin bei der Einreisebehörde vorbei kommt. Gestern kam es dann anders. Wir trafen die "TaDa" vor den Coco Bandero Cays, die eben erst von den Panamesen kontrolliert worden war. 1000 USD Strafe für jeden nicht gestempelten Pass wollten wir auf keinen Fall riskieren. Und da der Umweg mittlerweile auf nur wenige Stunden zusammengeschrumpft war, setzten wir heute frühmorgens, bevor uns ein Küstenwacheschiff abgreifen konnte, die Segel und nahmen Kurs nach Porvenir.

Mit 20 Knoten Wind von der Seite flog Moya über die ruhige See und unser Eisen fiel bereits mittags ins blaue Wasser. Neben uns lag die Maxim mit dem Einhandsegler Frank, den wir bereits in Santa Marta getroffen hatten. Auch er war schon einige Wochen hier unterwegs und wollte heute, wie der Zufall so wollte, einklarieren. Auf der kleinen Insel am westlichen Ende von San Blas befindet sich bis auf einen kleinen Flughafen, ein Hotel und die Einwanderungsbehörde wenig mehr, so dass unser Weg nur kurz war und wir den zuständigen Officer bald gefunden hatten. Der war aber alles andere als freundlich und war überfordert, dass er am Nachmittag noch 3 Boote abarbeiten sollte. Nach ein bißchen Überredungsarbeit und nettem Lächeln von Katharina, ließ er sich nach anfänglichem "Manana" dazu bewegen unsere Pässe heute noch zu stempeln. Er schaute sehr genau in unsere Bootspapiere um sich zu vergewissern, dass der Eigner persönlich einreiste.

Die Guna haben seit einigen Monaten Probleme mit den vielen Charterbooten aus Panama und Kolumbien, die Kojen an Touristen vermieten. In der Vergangenheit schliefen die Touristen auf den Inseln, so dass auch die Guna Yala ein bißchen vom fetten Kuchen des Inseltourismus abbekamen. Seit einiger Zeit, blieben die Touristen nun aber auf den Booten anstatt in den Hostels der Guna zu übernachten und die Guna gingen leer aus. Der Guna Kongress beschloss deshalb die Vercharterer zu boykottieren und wir vermuten, dass der strenge Blick in unsere Bootspapiere damit zusammen hängen könnte. Wir kauften unser Permit für die San Blas Inseln und wollten dann, so wie es in allen unseren Quellen beschrieben war, auch unsere Einreise für Moya machen. Leider scheiterten wir damit und müssen jetzt innerhalb der nächsten 72 Stunden im zuständigen Hafen Porto Lindo, 50 nautische Meilen weiter westlich vorsprechen. Außerdem stellten wir fest, nachdem wir nach 2 Stunden wieder bei unserem Migrationsbeamten standen, dass unsere Pässe anstatt eines Touristenvisums nur einen Eingangsstempel enthielten, so dass wir vermutlich noch in einen weiteren Hafen, nach Portobello, segeln müssen um die richtigen Stempel zu bekommen. Unser Retter wollte dennoch für seine tolle Arbeit gelobt werden, was wir entnervt taten. Hier war nichts mehr zu machen. Anstatt unsere Einreise in Porvenir abzuschließen wie es in unserem Cruising Guide und der Noonsite steht, hatten wir leider absolut gar nichts erreicht, abgesehen von einer nun tickenden Uhr. Vielleicht hatte die allgemeine Verstimmung der Guna damit etwas zu tun - we will never know.

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17.02.2018 - Cartagena, Kolumbien

Cartagena de Indias - Weltstadt mit Geschichte

Warum einige Segler die Passage Aruba-Cartagena unter den Top10 übelsten Segelpassagen der Welt listen und im selben Atemzug mit der Drakes Passage, der Irminger See oder der Cook Straße erwähnen ist mir zwar immer noch nicht so ganz klar. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass es hier in der Karibik genauso rau zugeht wie im Südpolarmeer, aber dass die Karibik kein flacher Teich mit Quietscheenten ist, wissen auch wir spätestens jetzt. Nachdem wir den schlimmsten Part mit der Kreuzung des Magdalena Flussdeltas hinter uns gebracht hatten, war der zweite Abschnitt unseres Hüpfers nach Cartagena zwar etwas weniger ruppig aber anstrengend war es trotzdem bei nur noch 35 Knoten Wind und ein bißchen weniger riesigen Wellen zu segeln.

Durch die Inspektion der Armada national starteten wir gestern morgen verspätet und haben deshalb Cartagena erst bei Dunkelheit erreicht. Die 4 jungen netten Männer der Coast Guard waren zwar schnell mit Moya fertig, dennoch hat uns das unausweichliche Spektakel 2 Stunden Tageslicht gekostet, denn jedes Boot das die Bucht von Puerto Velero anläuft muss von der Küstenwache kontrolliert werden. Der Offizier meinte, dass uns ein Boarding vermutlich auch nicht erspart geblieben wäre, wären wir direkt nach Cartagena gesegelt. Da war es doch besser die Armada in der relativ ruhigen Ankerbucht an Bord zu begrüßen, anstatt bei 4 Meter hohen Wellen.

Wir waren also erst um 9 Uhr an der Einfahrt von Cartagena und sahen auf der Seekarte, dass über die Boca Grande zwischen Festland und der davor liegenden Isla Tierra Bomba eine im Wasser liegende Mauer verläuft. Die Einfahrt ist zwar freigegeben und betont für Sportfahrzeuge, aber die Seekarte zeigte nur eine Wassertiefe von 2 Metern an. Die letzten 2 Tage hatten ganz schön an uns gezehrt, so dass wir hingerissen waren durch die Engstelle in den schon in Sichtweite befindlichen Inneren Hafen zu nehmen. Aber es half alles nichts, Safety first sind wir abgedreht und haben die südliche Einfahrt in die Stadt genommen und sind 2.5 Stunden später zusammen mit den ganz dicken Containerschiffen im Inneren Hafen angekommen.

Vor dem Club Nautico liegen wir jetzt vor Anker, umringt von der Skyline von Cartagena. Die Anfahrt bei Nacht war wunderschön mit den vielen beleuchteten Hochhäusern, dem betonten Hafen und den Lichtern der Altstadt. Leise hörten wir südamerikanische Rhythmen und jubelten, dass Moya ruhig, nicht gekränkt und bei nur leichter Brise im Wasser lag. Die Anspannung fiel von uns ab und wir machten erst mal ein Anlegebier auf. Heute morgen war es dann eine kleine Überraschung Cartagena bei Tageslicht zu sehen, wie immer wenn wir nachts in einen Hafen einlaufen wundern wir uns wie anders doch alles am Tag ausschaut.

Cartagena de Indias war 1533 eine der ersten spanischen Gründungen in der neuen Welt. Schon früh war sie ein wichtiges Zentrum peruanisches Silber zu verschiffen und später auch die afrikanischen Sklaven auf dem amerikanischen Kontinent zu empfangen. Durch die wichtige Stellung beim Handel, war sie auch Anziehungspunkt für Piraten und war wiederholt umkämpft in Kriegen. Francis Drake hatte Cartagena schon früh zu Staub und Asche verbrannt. Durch die Belagerungen bauten die Spanier im laufe der Zeit eine Mauer um die Stadt und mächtige Verteidigungsanlagen mit insgesamt 20 Festungen von denen es heute noch 16 gibt. 1741 überstand die Stadt sogar den Angriff von über 25000 Mann der englischen Armada auf 180 Schiffen unter dem Kommando von Edward Vernon, so dass Cartagena zeitweise als uneinnehmbar galt. Auch die Unterwasser Mauer der Boca Grande ist Teil der Abwehr der Stadt und hat vor hunderten von Jahren zahlreiche Schiffe versenkt. Die Altstadt ist geprägt durch koloniale Häuser, Kirchen und Kanonen auf hohen Mauern und gehört zum UNESCO Weltkulturerbe. Wir sind beeindruckt. Ich habe mir direkt vorgenommen die alten Piratengeschichten zu lesen, es gibt vermutlich kein besseren Ort dafür.

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16.02.2018 - Puerto Velero, Kolumbien

Braune Giganten

Gestern haben wir endlich den Absprung von Santa Marta geschafft. Nach über einer Woche in der Marina haben wir nun alle Unterlagen zusammen um nach Cartagena weiter zu fahren. Dort geht der ganze Spaß wieder von vorne los. Die Gewässer hier vor Kolumbien sind hochreguliert. Jede Schiffsbewegung - sogar von uns kleinen Segelbooten- muss vorher mit der Küstenwache und dem jeweiligen Port Captain abgesprochen werden, vermutlich um jegliche Art von Drogenschlepperaktivitäten zu unterdrücken.

Nachdem wir gestern morgen zwischen einer der heftigen Böen, die immer noch von den Bergen nach Santa Marta herabfallen, in die Spring eingedampft haben, sind wir nach hinten aus der Box gefahren und unserem netten portugiesischen Nachbarn zum Abschied gewunken. In der Hafenausfahrt standen schon die Wellen, aber wir wußten ja, dass es etwas heftiger zugehen würde. Wir hätten gerne auf besseres Wetter gewartet, aber die Vorhersage sagt für die nächsten zwei Wochen nur Wind, Wind und wieder Wind vorher. Wellenartig ist der Wind tagsüber etwas weniger stark (immer noch 30 in Böen 40 Knoten) und frischt in der Nacht noch weiter auf. Wir hatten überhaupt keine Lust uns noch 2 Wochen in der Marina vom Sturm einsanden zu lassen, deshalb haben wir Moya schließlich von ihren Leinen am Steg befreit. Eigentlich wollten wir zwar schon morgens um sechs Uhr los fahren, allerdings hatten das die Böen nicht zugelassen, so dass wir erst gegen neun die Leinen los schmissen. Von Santa Marta aus haben wir mit nur ein kleines Stückchen unserer Genua gesetzt und Kurs auf Barranquilla genommen. Trotzdem lief Moya mit 7 Knoten unserer Höchstgeschwindigkeit.

Die Wellen kamen von schräg hinten und wurden immer größer, bis wir schließlich am Nachmittag die Flussmündung des Rio Magdalena kreuzten. Von jetzt auf gleich roch es auf See nach Erde und das Wasser war mit einem Mal braun. Die Wellen erschienen durch die braue Farbe noch größer und bauten sich zu riesigen braunen Bergen auf. Im Wellen Tal konnte sah man zwar oben noch den blauen Himmel, um uns herum war aber nur noch braunes Wasser. Christian und ich saßen im Cockpit und schauten fasziniert der geballten Stärke der Elemente zu, als wir beobachteten wie eine Welle sich direkt am Schiff brach. Wir konnten zwar noch sagen " jetzt werden wir nass" es war aber zu spät in Deckung zu gehen, so standen wir eine Sekunde später triefnass da und brauchten erst mal ein Handtuch. Joshua war auf dem Sofa im Salon eingeschlafen, Joni spielte Lego, als nur eine Minute später sich eine Welle durch unser Frontscheibenfenster direkt auf Joshi ergoss. Außen sahen wir weiße, brechende Wellenkämme, abwehende Gischt und Schaum im Wasser. Moya lag trotz der tosenden See ausgesprochen ruhig im Wasser und machte einen tollen Job über die größten Wellen die ich bisher gesehen habe zu reiten.

Später shifteten wir die Genua auf die Steuerbordseite und segelten um das vorstehende Kap vor Barranquilla. Das Wasser war inzwischen wieder fast blau und die Wellen wurden jetzt, wie erhofft tatsächlich etwas kleiner. Trotzdem wehte der Wind immer noch mit ungebrochener Stärke und die Nacht stand bevor. Um den noch stärkeren Winden in der Nacht zu entgehen, kämpften wir uns in die Bucht von Puerto Velero, als uns die Küstenwache an unser Funkgerät holte. Sie wollten wissen was wir vor hatten und genehmigten schließlich unser Ankermanöver. Heute morgen dachten wir, wir wissen es besser und meldeten uns bei der Küstenwache ab um nach Cartagena weiter zu segeln. Allerdings hätten wir wohl auch den Port Captain von Barranquilla verständigen sollen, so dass wir jetzt hier immer noch vor Anker liegen und auf die Inspektion der Küstenwache warten.

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20.02.2018:
Kommentar from Moya Crew
Leider gibt es zu diesem Eintrag keine Bilder. Ich habe vor Aufregung alle Bilder des Tages ausversehen überbelichtet. Die braune Suppe müsst ihr Euch eben vorstellen. Apologies!