Letzte Position:
(auf Karte anzeigen)

Breite:
8° 30.0' S
Länge:
119° 52.5' O
Ort:
Labuan Bajo, Flores, Indonesien
Datum/Uhrzeit:
08.12.2018
16:40 UTC+8
Wettermeldung:
vom
08.12.2018 16:40 UTC+8
33 °C
Mäßige Brise aus Südwest

Logbucheinträge zu Mooring

19.08.2018 - Neiafu, VavaU, Tonga

Bebender Sonntag in Tonga

Seit gestern Nachmittag sind wir schon in Neiafu, der Hauptstadt der Vava-U Gruppe auf Tonga. Die zwei Tage am Wind segeln hatten sich viel länger angefühlt, so dass wir alle wirklich froh waren die Passage hinter uns zu haben. Später sollten wir lernen, dass die Überfahrt von Niuatoputapu nach Vava-U für viele andere Segler ähnlich anstrengend war wie für uns. Mit den ersten Sonnenstrahlen seit Tagen liefen in die Vava-U Gruppe ein, das Wasser leuchtete tiefblau, die vielen kleinen Inselchen sind grün bewachsen und fallen so senkrecht ins Wasser ab, dass wir mit Moya längsseits hätten anlegen können, hätte es einen Poller geben. Das Wasser ist zwischen den Inseln ist glasklar und tief, vor dem Ort fast 50 Meter, deshalb vertäuten wir Moya an einer der zahlreichen Mooring Bojen zwischen rund 30 anderen Boote und tausenden Mondquallen, die elegant durchs Wasser floateten. Anstatt Entspannung nach der Passage war aber erst einmal Bilge leeren angesagt. Unser aufgegabeltes Wasser war in unsere Lebensmittelbilgen gelaufen und unsere Vorräte schwammen. Zum Glück war das meiste verpackt, so dass wir nur wenig entsorgen mussten. Allerdings dauerte die Entsaftungs- und Putzaktion trotz schlafender Kinder mehrere Stunden, bis eben alle Dosen und Verpackungen vom Salzwasser befreit waren.

Heute Morgen schalten wir gleich nach dem Frühstück erst einmal unsere Funke ein. Auf Kanal 26 gibt es hier das morgendliche Cruisersnet, beim dem alles was wichtige sein könnte besprochen wird: Notfälle, Wetter, Crewgesuche, Suche nach Ersatzteilen, Aktionen an Land... Danach ging es auf direkten Weg in die Kirche. Wie schon auf Samoa haben die christlichen Missionare damals auch auf Tonga ganze Arbeit geleistet. Die Menschen hier sind sehr gläubig. Als wir einige Minuten nach 10 Uhr in der großen Kathedrale ankamen, war diese bereits bis auf den letzten Platz gefüllt, bestimmt 300 - 400 Menschen saßen innen und auch vor den offen stehenden Türen um dem Priester zu lauschen und zu singen. Der ganze Ort schien hier zu sein, die Straßen waren wie ausgestorben, man sah kein Auto und keine Menschenseele weit und breit. Von Neugeborenen bis zur Oma waren alle hier, geschniegelt und gestriegelt in allerbester Festtagskleidung. Die Männer in LavaLavas, die Frauen in Röcken und Blusen mit den traditionellen Bastmatten um die Hüften gewickelt. Schon als wir zur Kirche hinauf liefen, schalte uns der inbrünstige mehrstimmige Gesang der Gemeinde entgegen - ich bekam direkt Gänsehaut, noch nie hatte ich eine Kirchengemeinde so schön und kraftvoll singen hören. Später sahen wir, dass das wohl regelmäßig geübt wird, ein Dirigent koordiniert den Gesang. Der Gottesdienst war teilweise in englisch, der Hauptteil in tonganisch und ähnelt einer katholischen europäischen Messe. Allerdings wird hier auch schon mal gelacht. Im Anschluss fuhren die meisten Familien mit ihren Autos nach Hause, viele auch in ihrer schicken Kleidung auf der Ladefläche der Pickups.

Im Ort war nicht viel los, nur das Cruiser Cafe unten am Steg hatte geöffnet, wo wir mit der La Pecadora Crew zu mittag aßen und unser erstes Erdbeben erlebten. Zwischen Fiji und Tonga bebte die Erde mit 8.2 auf der Richterskala, wir merkten davon hier aber nur ein Ruckeln des Stegs. Die Cruiser schauten sich irritiert um, die Einheimischen waren aber ganz gelassen, das scheint hier öfter mal vorzukommen. Später versumpften wir auf der Magic, einem australischen Kinderboot, mit den Familiencrews von Yonder und Westy und erfuhren wie glimpflich wir die Etappe von französisch Polynesien bis Tonga durchsegelt hatten. Bei den anderen Booten waren Segel zerfetzt, Segellatten gebrochen, Fenster im Sturm verloren gegangen, es gab einen Motorschaden, einen ausgefallenen Autopiloten, gebrochene Wassertanks, und ein Schiff das kurz vor Vava-U wegen des Gegenwindes umdrehen und den ganzen Weg nach amerikanisch Samoa zurücksegeln musste. Unsere paar Liter Wasser in der Bilge waren da zwar nervig, aber selbstverschuldet und außerdem kalter Kaffee im Vergleich zu den Erfahrungen unserer Mitsegler.

Zu diesem Eintrag gibt es noch keine Kommentare.
15.06.2018 - Fakurava, Tuamotus, Französisch Polynesien

Schwimmen mit den Haien durch den Fakurava Südpass

Auch wenn man im Sand ankert, liegen hier auf den Atollen dazwischen immer wieder Korallenköpfe, an welchen die Kette vorbeikommt. Spätestens bei der nächsten Winddrehung ist dann vorprogrammiert, dass sich die Ankerkette ganz nett um die Korallenköpfe legt und sich dabei unter den Korallen verklemmt. Für die Korallen ist so eine scheuernde Ankerkette natürlich alles andere als gut, und auch für uns wird es äußerst unangenehm, wenn ein bißchen Schwell aufkommt. Moya reißt dann mit ihrem gesamten Gewicht an der viel zu kurzen, unnachgiebig verklemmten Kette, so dass enorme Kräfte auf die am Bug befindlichen Teile herrschen. Wir, die normalerweise Mooring Bojen eher aus dem Weg gehen, waren gestern ganz froh, als eine Boje frei wurde und wir unsere Lady umlegen konnten. Die Bojen hier sehen gut aus mit starken Seilen und waren offensichtlich gut gewartet. Die Dinger sind sonst wie eine Wundertüte, man weiß nie so richtig auf was man sich einlässt. Gut installiert halten sie mehr als unser Anker, aber wer weiß schon bei Festmachen, ob die Boje stabil im Untergrund verankert oder die Seile unter Wasser schon verrottet sind. Zu viele Geschichten über losgerissene, frei driftende Boote poppen da im Kopf auf -manch einer hat so schon sein Schiff verloren. Bevor Moya an den Ball kam, inspizierten wir ihn erst mal. „Alles gut, wir sind ja in Frankreich“ meinte der Capitano. - Ja, und außerdem noch in einem durch die UNESCO klassifizierten Bioreserve, hier müssen die sich mit den Bojen Mühe geben.

Das gesamte Fakurava Atoll ist in Schutzzonen unterteilt, um dieses besondere Ökosystem zu schützen. Hier am Südpass durften wir selbst diese atemberaubende Welt besuchen. Alle 6 Stunden ändern sich die Strömungsverhältnisse im Pass, ein und ausströmendes Wasser wechseln sich ab, unterbrochen durch wenige Minuten Stillwasser. Viele Fische suchen diese Nische, Schwärme von verschiedenster Arten schwimmen in den Strömungen mit dem hohen Nährstoffgehalt. Dazu gehören auch die Zackenbarsche, die eigentlich solitär unterwegs sind, kommen sie jedes Jahr im Juni/Juli zu zig Tausenden in den Fakurava Südpass, um sich bei Vollmond zu paaren. Bis es soweit ist, verweilen sie im Pass und versuchen durch ihre gute Tarnung am Grund zwischen den Korallen zu überleben. Denn nicht nur sie kommen, sondern auch, durch das hohe Nahrungsangebot angelockt, Scharen von Haie. Der Pass ist berühmt für die Wall of sharks, Haie so dicht, dass sie wirken wie eine Wand und entsprechend viele Taucher sind hier unterwegs. Tagsüber ohne Probleme, da die Haie nachts jagen und ohnehin normalerweise vor Menschen Angst haben.

Nachdem der Wind etwas abgeflaut war, schnappten wir Tilly und tuckerten zu Stillwasser in den Pass. Da anschließend der Flutstrom in die Lagune drücken würde, würden wir Schlimmstenfalls in das Atoll hineingespült. Mit den Kindern im Beiboot und der Leine am Arm schwammen Christian und ich an der Wasseroberfläche durch den Pass. Wer hätte gedacht, dass wir mal in durch Haie verpestetes Wasser schwimmen würden? Zumindest mir erschien das noch bis vor Kurzem unvorstellbar. Wir hatten nur wenig Zeit, denn nach 10 Minuten begann schon der Strom einzusetzen und wurde dann immer stärker. Es reichte aber um die großen Tiere 20 Meter weit unter uns am Grund des Passes auf und ab schwimmen zu sehen - zu Dutzenden. Trotzdem gut, dass wir nicht näher dran waren.

Nachdem wir fast bis in die Lagune gespült worden waren, legten wir bei dem kleinen Tauchladen an. Direkt in Passmitte an einer vor der Strömung geschützten Stelle, über einem flachen Riff lagen die Stege. Es war der optimale Ort mit den Kindern zu schnorcheln, in Fischschwärmen zu schwimmen, die vielen bunten Fische zu beobachten und die Blacktip Riffhaie zu bewundern. Joni: „Sind die Haie giftig?“ -Nein - „Kann man die Essen?“ - schön wie einfach so ein Kindergehirn noch funktioniert. Auch Joshua fand sie gut und versuchte ganz aufgeregt hinterher zu schwimmen. Die Bajka Jungs waren auch mit beim Schnorcheln, so dass danach noch ordentlich geräubert wurde. Eine richtige kleine Gang aus vier glücklichen Jungs war da am Start und als es dann auch noch Pfannkuchen für alle gab, waren sie im siebten Himmel - und wir Erwachsenen irgendwie auch.

Zu diesem Eintrag gibt es 2 Kommentare.
18.06.2018:
Kommentar from Martina & Stefan
Hallo Ihr Lieben, endlich gibt es zu den vielen immer wieder spannenden Reiseberichten auch wieder traumhaft schöne Bilder!! Wir verfolgen natürlich weiterhin Eure beeindruckend schöne Reise und warten jeden Tag auf neue Berichte. In Deutschland genießen wir zwar auch einen sehr intensiven Sommer mit Dauersonnenschein, aber Eure Berichte toppen natürlich immer wieder alles!!! Weiterhin alles Gute und viel Spaß
18.06.2018:
Kommentar from Moya Crew
Es ist total schön von Euch zu hören. Dass ihr in Deutschland einen schönen Sommer habt freut uns auch, das haben wir noch gar nicht mit gekriegt. Wir freuen uns momentan ganz Besonders über Kommentare, da wir hier am Ende der Welt nur sehr selten Internetzugang haben, aber emails und Kommentare über Kurzwelle empfangen können. Das ist auch der Grund warum es so lange keine Bilder gab.