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Breite:
8° 30.0' S
Länge:
119° 52.5' O
Ort:
Labuan Bajo, Flores, Indonesien
Datum/Uhrzeit:
08.12.2018
16:40 UTC+8
Wettermeldung:
vom
08.12.2018 16:40 UTC+8
33 °C
Mäßige Brise aus Südwest

Logbucheinträge zu Berge

26.05.2018 - Taiohae, Nuku Hiva, Marquesas, Französisch Polynesien

Nuku Hiva auf vier Rädern

Nach dem unruhigen Nacht mit Schwell in der Bucht waren wir froh unseren Roller Coaster für den Tag heute eintauschen zu können. Taiohae liegt auf der Südseite von Nuku Hiva, so dass die Wellen aus Südost sich immer wieder in die tiefe Bucht hinein arbeiten und die vor Anker liegenden Boote hin und her wippen lässt.

Wir hatten am Donnerstag Glück gehabt und konnten beim Touri Office noch ein Auto für heute organisieren. Jetzt waren wir alle vier ganz aufgeregt. Wir freuten uns auf die Insel, auf ein Picknick im Grünen und auf eine Spritztour mit dem kleinen Geländewagen. Um 8 Uhr warteten wir im Hafen auf Anthony und beobachteten die Fischer, die gerade ihren Fang an Land brachten. Kurze Zeit später, bekamen wir die Schlüssel in die Hand gedrückt und dann waren wir auch schon auf der Straße. Gezahlt wird morgen, einen Namen brauchte Anthony nicht. Das letzte Mal Auto gefahren waren wir im Februar. Wieder Räder unter dem Hintern zu haben, war erst mal ungewohnt, Christian fühlte sich im ersten Moment wie ein Fahranfänger. Ich kaufte noch schnell Baguettes, Marmelade und Frischkäse fürs Frühstück, dann fuhren wir auch schon aus Taiohae hinaus in die Berge. Mit einem tollen Ausblick über die Bucht, machten wir ein Frühstücks-Picknick bevor wir weiter cruisten.

Eine Teerstrasse führte über die grünen, steilen Berge in die Nachbarbucht und von dort auf die Nordseite der Insel. Kurz vor Hatiheu hielten wir an einer archäologischen Stätte und besichtigen Tikis und riesige Bäume zwischen den alten Mauern, auf denen teilweise Fische und andere Tiere eingeritzt waren. Die Kinder fanden den Tiki, der aussah wie ein Minion, und eine steinerne Schildkröte besonders toll. Um den nervigen kleinen Fliegen zu entkommen, die uns hier ausfraßen und deren Juckreiz jede Stechmücke in den Schatten stellt, eilten wir zu unserem kleinen Flitzer, machten einen Abstecher bei Yvonne, um noch einmal in den Genuss von echtem Espresso zu kommen und wagten uns dann auf die Schotterpiste. Wir fuhren entlang der Küste durch dichte grüne Wälder, in kleine Buchten bis wir schließlich im Nordwesten auf eine steppenartige Landschaft trafen. Hier gab es nur braune Erde und niedriges Gestrüpp, so ganz anders wie auf der Ostseite, von wo die Regenwolken kommen und an den Bergen hängen bleiben. Dann kamen wir wieder auf die große Straße und machten uns auf den Rückweg. In Serpentinen ging es durch Pinienwälder den Berg hinauf. Oben fing es an zu regnen und die Landschaft änderte sich einmal mehr gewaltig. Kühe standen auf grünen Wiesen zwischen Nadelwäldern, es war neblig und kühl, wir fühlten uns wie im Allgäu.

Danach tuckerten wir zurück zum Hafen, wo auch gerade eine Hochzeitsgesellschaft ankam. Wir sahen zu wie das Brautpaar im Restaurant mit Gesang, Muschelgetröte und Getrommel begrüßt wurde. Die Männer waren nur mit ihren Tattoos, Röcken aus Grashalmen und Ketten aus Zähnen bekleidet, manche hatten Muscheln, andere Äxte in den Händen. Auch die Frauen trugen Röcke aus Gras dazu aber noch festliche Kleidung. Nicht nur die Jungs hatten große Augen und schauten dem für uns ungewohnten Treiben aufmerksam zu - es war faszinierend.

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10.02.2018 - Minca, Kolumbien

2 Tage in der Sierra Nevada de Santa Marta

Gestern morgen haben wir kurzentschlossen einen kleinen Rucksack mit dem Nötigsten zusammen gepackt, haben unseren Tragegurt und die Kinder geschnappt und sind hinauf in die Sierra Nevada de Santa Marta gefahren. In dem kleinen Örtchen Minca sind wir ausgesteigen und haben dem Taxifahrer gerade Mal 40 000 Pesos (umgerechnet 12 Euros) in die Hand gedrückt. Er hatte uns fast eine Stunde von der Marina aus, erst durch Santa Marta hindurch und dann den Berg hinauf gefahren.

Mit dem Verlassen der Stadt wurde der Verkehr geordneter und die Häuser einfacher. Die Straße schlängelte sich den Berg hinauf durch kleinere Ortschaften, bis schließlich von der asphaltierten Straße nur noch eine gestampfte Lehmstraße übrig war. Viele kleine Häuschen standen entlang der Straße und verkauften Wasser, Snacks, Empanadas oder boten Essen oder günstige Schlafunterkünfte an. Auf den Straßen waren meist nur noch Enduros unterwegs, die hier als Motortaxi fungierten, dazwischen schlängelten sich junge weiße Männer und Frauen mit riesigen Rucksäcken auf dem Rücken. Wir waren in einem Backpackerort gelandet. Da wir spontan unterwegs waren, hatten wir weder ein Zimmer gebucht noch hatten wir einen Plan was wir eigentlich hier machen wollten und setzten uns erst Mal ins nächstbeste Bistro um ein gigantisch gutes gegrilltes Hähnchen zu essen. Bevor wir uns verzettelten wollten doch wenigstens die Mägen voll sein.

Nach dem kurzen Abstecher am Spielplatz gingen wir dann den Trampelpfad entlang, dort wo am meisten los war, aus dem Ort hinaus. Unterwegs fragten wir uns durch wo wir den eigentlich hinliefen und waren sehr zufrieden, dass es zu den Marinka Wasserfällen gehen sollte. Zwei Stunden ging es den Berg hinauf, Joni bei Christian im Tragegurt, das Gepäck auf meinem Rücken und Joshua tapfer zu Fuss unterwegs. Auf dem Weg haben wir viele junge Menschen getroffen und haben -oft in deutsch- geschnackt. Oben kamen wir an einen tollen Wasserfall mit gestautem Bassin. Das eiskalte Wasser war genau richtig um unsere kochenden Körper wieder auf Normaltemperatur zu bringen. Die Jungs haben nebenbei Müllabfuhr gespielt und die Blätter aus dem Wasser beseitigt und danach in einer riesigen Hängematte getollt.

Gegen 17:30 Uhr waren wir wieder zurück in Minca und gingen auf die Suche nach einem Bett. Auf Empfehlung von drei jungen Deutschen haben wir uns die Mühe gemacht nochmal unzählige Stufen den Berg hinauf zu klettern und im Casa Loma zu übernachten. Wir wurden nicht enttäuscht, das Casa ist ein fantastischer Ort. In ein einem Haus, weitgehend ohne Wände befindet sich der Gesellschaftsraum, hier wird gegessen, in Hängematten relaxed, Cocktails geschlürft und die unglaubliche Aussicht bis ans Meer genossen. Schlafmöglichkeiten gibt es in Hängematten, Zelten oder Mini-Einraumhäuschen. Duschen und Toiletten sind separat. Überall hängen Fotos, Karten, Flyer, Zeitungsausschnitte und Zeichnungen. Internet gibt es nicht und Abendessen nur nach dem Motto "Take it or Leave it". Dafür saßen abends nach dem Abendessen die jungen Leute zusammen haben über Gott und die Welt geredet und unploughed musiziert. Wir sind mal wieder als einzige Familie zwischen den Backpackern aus aller Welt aufgefallen und als sich dann noch herum sprach, dass wir nicht mit dem Flugzeug da sind, war für Gesprächsstoff gesorgt. Auch die Jungs waren total aus dem Häuschen, seit Monaten das erste Mal an Land zu schlafen und dann noch in einem Camp.

Heute morgen waren wir dann besser informiert und wanderten gezielt auf der anderen Seite von Minca steil den Berg hinauf zu der kleinen Kaffee und Schokoladenfarm La Candelaria. Oben gab es dann nicht nur eine Schokitour mit Schokoladenverkostung und Schokomaske sondern auch Tukane die hier reinflatterten wenn sie Lust hatten. Die Bioschokolade war ein Traum nur leider hatten sie keine zum kaufen - was eine Lücke im Businessplan. Gestärkt gingen wir weiter, auf kleinen Wegen erst zwischen Kaffee und Kakaopflanzen hindurch und dann durch den Dschungel. Hier war jetzt keiner mehr, nur wir, vereinzelte Häuser in den Bergen, der Rio Minca und eine schwarz,rot,weiß gestreifte Schlage, die mich einen Meter weit hat hüpfen lassen. Nach zwei Stunden Abstieg kreuzten wir dann den Hauptweg und waren wenig später wieder bei den anderen Touris am Pozo Azul. Wir badeten an den Wasserfällen und gingen dann zurück nach Minca. Die letzten Meter waren hart für Joshua, aber als wir dann da waren war einer seiner ersten Sätze " das können wir bald wieder machen". Kurz vor Sonnenuntergang nach 10 Kilometern und 500 Höhenmetern, stiegen wir in ein Taxi, ließen uns zurückfallen und wollten entspannt nach Santa Marta zurück. Aus entspannt wurde nichts, unser Blick verließ keine Sekunde die Strasse, als der Kamikazetaxifahrer wie vom Henker gejagt den Berg hinunter bretterte. Jetzt sind wir wieder zu Hause, die Kinder schlafen und ich bald auch.

Zu diesem Eintrag gibt es 2 Kommentare.
11.02.2018:
Kommentar from Eva Maria
Das hört sich ja toll an! Genau das haben wir auch vor. Andre hatte mir ein Video gezeigt von zwei Seglern, die diese Wanderung gemacht haben. So kamen wir auf die Idee mit dem Stopp in Kolumbien.
13.02.2018:
Kommentar from Moya Crew
Ja es war wirklich sehr schön! Steht Euch aber vor den no-see-ums vor, die kleinen Fliegen beisen und hinterlassen geschwollene Beine mit hässlich roten Pusteln, die jucken nach 3 Tagen immer noch höllisch.
08.02.2018 - Santa Marta, Kolumbien

Der Berg ruft

Das erste Mal seitdem wir im September Marokko verließen haben wir wieder Festland unter den Füßen. Letztes Mal war es das afrikanische Kontinentalschelf, dieses Mal 5 Monate später ist es die südamerikanische Kontinentalplatte. Erst jetzt wird mir so richtig bewusst wie klein all die Inseln, die wir in den letzten Monaten besucht haben eigentlich sind. Santa Marta ist die Hauptstadt des Kompartiments Magdalena. Mit ihren über 500 000 Einwohnern liegt sie am Fuss der Sierra Nevada de Santa Marta. Die Stadt vibriert geradezu von der südamerikanischen herzlichen Lebensart. Die dunkelhaarigen Latinos haben immer ein Lachen auf dem Gesicht und kommunizieren auch gerne mit uns mit unserem 5-Wörter-Spanisch. Joshua und Jonathan würden sie am liebsten adoptieren und wenn das schon nicht geht doch zumindest fotografieren. Vor allem die Frauen drehen sich überall nach den beiden Blondschöpfen um, immer wieder streichen Händen über ihre Haare. Nur das mit den Fotos klappt nicht ganz so wie die Leute es gerne hätten, unsere Jungs umarmen sich einfach und schauen auf den Boden oder laufen weg. Sie wollen ja schon nicht vor unsere Kamera und vor die von Fremden schon gar nicht.

Da die Marina direkt vor dem Stadtzentrum liegt, sind unsere Wege in die Stadt kurz. Nur einige Meter und wir stehen schon in der kleinen Flussgängerzone, vor der Kathedrale, vor dem nationalen Museum oder dem Rathaus. Auf den Gehsteigen verkaufen hunderte von kleinen Händlern ihre Ware. Ein Stand reiht sich an den nächsten und es gibt so ziemlich alles von Plastikdinosaurieren über Kleidung bis zu Bananen. Santa Marta überragen die Fünftausender der Sierra Nevada de Santa Marta, deren Spitzen in den Wolken liegen und oft mit weißen Kappen auf die karibische See hinunter sehen und rufen. Sogar Joshua fragte ganz aufgeregt, ob wir den wandern gehen wollen. Als wir dann noch von dem Trek zu der Ciudad Perdida erfuhren, waren wir schon sehr versucht zu der verlorenen Stadt zu wandern. 5 Tage die Berge hinauf zu der Stadt des indigenen Stamms der Tairona, die erst 1972 wiederentdeckt worden ist war, war schon sehr verlockend. Wir überlegten lange, ob wir es schaffen würden Joni und unser Gepäck zu tragen und vor allem, ob Joshua 47 Kilometer insgesamt gehen würde. Joshua war Feuer und Flamme und meinte mit viel Selbstvertrauen "ja klar, kann ich das". Am Ende siegte die Vernunft, wenn Joshua nur 2-3 Jahre älter gewesen wäre oder es nicht ganz so weit gewesen wäre, hätten wir es wohl versucht, so aber entschieden wir uns im Tayrona Nationalpark gleich nebenan kleinere Wanderungen zu machen. Nur wenig später erfuhren wir, dass der Park mit den 5 Buchten momentan geschlossen ist damit sich die Natur regenerieren kann. Wir werden wohl ein Alternativprogramm aufstellen müssen, der Wind bläst immer noch ungebändigt und unsere Einreiseformalitäten werden wohl auch noch einige Tage in Anspruch nehmen. Der Zoll soll vermutlich am Montag an Bord kommen und Moya registrieren.

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