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1° 14.8' S
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109° 14.0' O
Ort:
Südküste Panepangan, Indonesien
Datum/Uhrzeit:
10.01.2019
10:30 UTC+7
Wettermeldung:
vom
10.01.2019 10:30 UTC+7
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Windstille

Logbucheinträge im Januar 2019

17.01.2019 - Puteri Habour Marina, Malaysia

Ein Labyrinth von Schiffen in der Singapur Strait

Chillen am Nongsa Point

Wenn man mal von unserer Bootschrubbaktion absieht, waren wir zwei Tage einfach nur faul. Seit Monaten hatten wir keinen Steg mehr an Moya’s Seite und haben das Schiff nur mit Tilly verlassen, deshalb war es nun schon ganz besonders toll, das Schiff zu Fuß verlassen zu können. Gedanken wie “haben wir auch wirklich Alles” erübrigen sich da, man kann ja einfach flugs zurück an Bord klettern. Wenn das Dingi erstmal an Land steht, überlegt man da schon eher “brauchen wir das jetzt wirklich?”, schließlich heißt es dann nicht nur zurück zum Schiff tuckern, sondern Schuhe aus, aufschließen und das Dingi wassern. Wir waren jedenfalls happy, einen Steg vor unseren Füßen zu haben. Die Jungs konnten gleich morgens losrennen und wir konnten viel besser als von Tilly aus Moya sauber machen. Nach dem Ausflug den Kumai Fluss hinauf hatte sich unsere Dame ein Wellnessprogramm mehr als verdient, denn das kaffeefarbene Wasser des Flusses hatte einen orangefarbenen Schleier auf ihrem Bauch hinterlassen. Der musste weg! Aber er wollte nicht. Ich nehme an, durch das Schürfen in den Minen Borneos wird Eisenoxid alias Rost im Wasser gelöst, das sich dann auf unserem weißen Lack niedergelassenen hat. Mann, haben wir geschrubbt. Joshi und Joni waren auch am Start, aber die beiden Feuerwehr-Möchtegerns haben lieber den Spritzpart übernommen. Nach getaner Arbeit ging es dann an den leeren Hotelpool zum Abkühlen. Was kann man sich Besseres vorstellen? Die Nongsa Point Marina ist relativ neu, sauber, sicher, abseits und total leer. Wir treffen nur ein anderes bewohntes Boot, sieht man von den Crews der dicken Motoryachten ab. Auch im Hotel war keiner. Wir hatten die Anlage fast für uns. Teilen mussten wir nur mit der Crew von Rehua und einer großen Echse, die sich im Hotelpool pudelwohl gefühlt hat. Joni entdeckt das Springen und hüpft in einer nicht mehr enden wollenden Serie immer wieder ins Wasser. Joshi kneift, lässt sich aber zum Tauchen überreden. Endlich darf mal Wasser ins Gesicht.

Ganz klein zwischen den ganz Dicken

Nach unserem faulen Tag in der Marina klarierten wir gestern Morgen aus und begaben uns auf unsere 45 Meilen lange Reise, durch die wohl meist befahrene Schifffahrtsstrasse der Welt. Unser kleiner Bordcomputer hatte Mühe alle mehr als 1500 AIS Signale mit zu tracken. Es waren so viele, dass sie in manchen Bereichen der Straße gar nicht von einander aufzulösen waren. Wir entschieden uns, noch ein bisschen auf der indonesischen Seite dem Hauptfeld aus dem Weg zu gehen und der Küste entlang zu segeln. Das hatte auch den großen Vorteil, dass wir so der Tidenströmung, die anfangs noch gegen uns lief, weitgehend entkamen. Aber irgendwann mussten wir nun mal auf die andere Seite, wir wollten ja schließlich nach Norden. Wir fuhren deshalb parallel zu der dreispurigen Schifffahrtsstrasse und warteten auf einen günstigen Augenblick den Verkehr zu kreuzen. Wie Perlen auf einer Schnur fuhren in der Strasse Tanker, Container Schiffe und Schlepper. Einer Spur Richtung Westen, eine Richtung Osten und dazwischen befand sich die Tiefwasser Route für die ganz Großen. Zwischen den Schiffen flitzten die Schnellfähren und überraschenderweise auch einige lebensmüde Kanufahrer. Wir warteten bis der 330 Meter lange Tanker vorbei war, dann drehten wir nach Norden und arbeiteten uns bis an die Küste Singapurs. Wohl ein wenig zu nah, denn wenig später bekamen wir Besuch von der Coast Guard, die uns höflich auf die singapurianischen Hoheitsgewässer hinwies. Jaja, wir sind ja schon weg! Nur noch der second Link trennte uns von Puteri Habour. Wir bibberten, ob wir wohl unter der Brücke durchkommen würden. Sie hatte an ihrer höchsten Stelle nur 25 Meter Durchfahrtshöhe. Da auf der Seekarte hier jedoch eine Untiefe verzeichnet war, mussten wir weiter am Rand an einer weniger hohen Stelle hindurch. Aber am Ende war alles gut und wir tuckerten zwischen der großen Baustelle, auf der in Singapur Neuland generiert wird, und der neuen malaysischen Hochhaussiedlung nach Puteri Habour, genau richtig zum Sonnenuntergang.

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14.01.2019 - Nongsa Point Marina, Palau Batam, Indonesien

Zwischen Indonesien und Singapur

Schneller als erwartet

Da unsere Indonesien Visa in ein paar Tage auslaufen, haben wir keinen Zwischenstop mehr in Indonesien eingelegt. Um rechtzeitig ausreisen zu können, wollten wir ein bißchen Puffer haben, falls uns der entgegen kommende Wind und die See aufhalten würden. Was nicht so unwahrscheinlich erschien, hatten wir das doch gerade erst in Bawean erlebt. Ein bißchen schade ist es schon, die knapp 700 nm von Kumai auf einen Satz in unserem Kielwasser verschwinden zu sehen, es hätte noch unzählige Möglichkeiten gegeben. Letztendlich haben wir gerade mal 13 der über 18000 Inseln in Indonesien besucht. Eigentlich können wir kaum sagen, wir haben Indonesien besucht. Das Wenige, das wir gesehen haben, hat uns aber super gefallen, so dass wir es hier eigentlich noch Monate aushalten hätten können. Aber wir müssen ja unserem Ruf gerecht werden: “habt ihr eigentlich überhaupt irgendwo angehalten” haben wir schon öfter von anderen Cruisern gehört.

Die letzten beiden Tage ist Moya über die Wellen westwärts gefegt. Mit dem Nordwind war Rauschefahrt angesagt. Überraschend schnell waren wir dann schon heute bei Sonnenaufgang vor der Insel Batam, unserem vorerst letzten Stopp in Indonesien, so dass wir unsere Ausreise nun ganz relaxed angehen lassen können.

In den Fängen Singapurs

Schon vor der Einfahrt in die Riau Inselgruppe haben wir gemerkt, dass die Uhren hier etwas anders ticken als auf den restlichen Inseln. Wir schlängelten uns erst zwischen den großen Tankern und Containerschiffen hindurch, später kamen dann die Fischer dazu und schließlich die Schnellfähren, die in einem Affenzahn an uns vorbei rasten. Nachts blinkte es überall, der Himmel war nicht dunkel, sondern schimmerte. Als wir dann heute Morgen in die Marina abbogen, sahen wir Singapur schon in der Ferne. Auch am Steg war der Einfluss der erste Welt Stadt Singapur nicht zu verfehlen. Die Marina und das angeschlossene Hotel ist tiptop gepflegt. An den Schwimmstegen liegen mehrere dicke Motoryachten, dazwischen ein paar Segler. Drei Mann warteten beim Anlegen auf uns am Steg, um die Seile entgegen zu nehmen. Die Marina genügt allen westlichen Standards, mit Restaurant, Minimarkt, Wäscherei, Bootstankstelle und könnte so auch im Mittelmeer liegen. Auch die Preise sind utopisch für Indonesien, aber hier legen wohl kaum Indonesier an. Selbst der Boat Boy am Steg fragt anstatt nach indonesischen Rupien nach Singapur Dollars. Wir sind nun wohl wirklich zurück in der Zivilisation, mit all ihren An- und Unannehmlichkeiten.

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11.01.2019 - 0°04 N, 108°56 O, Südchinesisches Meer

Zurück auf der Nordhalbkugel

Stille am Äquator

... das kennen wir schon von unserer ersten Äquatorüberquerung. Dieses Mal herrschte absolute Flaute und spiegelglatte See. Am Horizont türmen sich weiße Quellwolken und ein kleines Fischerboot zieht eine Schar weißer Vögel hinter sich her. Es ist richtig idyllisch. Getauft sind wir vier ja schon, deshalb bekommt Neptun bei unserer kleinen Äquatorparty nur ein Stückchen Kuchen und einen Schluck 5 Euro Apfelsaft - so viel zahlt man in Indonesien, wenn man Saft und kein Zuckerwasser trinken möchte. Für Neptun gibt es nur das Beste, denn er soll uns auch weiterhin so wohl gesonnen sein. Als der Capitano unseren Tribut zahlte, meinte Joshua “Aber Neptun ist doch am Himmel” - es dauerte kurz bis ich drauf kam, dass er den Planeten meinte. So gab es also neben unserer Feier noch einen Exkurs ins Weltall und zu den alten Griechen.

Nun sind wir also wieder auf der Nordhalbkugel, nach fast genau neun Monaten in der südlichen Hemisphäre. Ich wundere mich schon ziemlich, dass es erst neun Monate und ein paar Tage her ist, dass wir in Panama durch das Tor zum Pazifik und wenig später am 12. April letzten Jahres auf die Südhalbkugel gesegelt sind. So viel ist inzwischen passiert! Vielleicht ist unsere Rückkehr in “heimische Gefilde” am Anfang des Jahres ein guter Zeitpunkt das letzte Jahr Revue passieren zu lassen?

Recap 2018

Ich will es genau wissen und krame mein Notizbuch hervor:

  • Besuchte Länder: 15 (St. Vincent, Grenada, Venezuela, Curaçao, Kolumbien, Panama, Französisch Polynesien, Cook Inseln, Amerikanisch Samoa, Samoa, Tonga, Vanuatu, Papua-Neuguinea, Osttimor, Indonesien außerdem waren wir noch in den Hoheitsgewässern von Fiji und Australien)
  • Besegelte Ozeane und Meere: 3 + 7 (Atlantik, Karibisches Meer, Südpazifik, Korallenmeer, Salomonen See, Arafura Meer, Timor See, Indischer Ozean, Flores See, Java Meer)
  • Besuchte Orte + Inseln: 96 + 78
  • Gesegelte Meilen: 15359 nm (28444 km)
  • Durchschnittliche Geschwindigkeit: 4,9 Knoten
  • Nächte unter Segeln: 120
  • Nächte an Land: 3 im Bett + 5 mit Moya on the hard
  • Ganze Tage unter Segeln: 92
  • Ganze Tage an Land: 156
  • Davon Tage in der Marina am Steg: 16
  • Tage mit Auto: 9 gemietet + 1 mit Fahrer
  • Tage mit Crew an Bord: 33 (Nicole, Werner, Marlene, Kathi, Frank, Stefan, Mats, Adrian, Carli, Frank)
  • Stunden ohne Kinder: geschätzt ca. 24
  • Tage krank: Christian 7, Sabrina 10, Joni 3, Joshi 4
  • Sturmtage (<40kts): 3 auf See, 8 im Hafen
  • Squalls: unzählige, die meisten und heftigsten in Indonesien
  • Stärkster Wind: 60kt in Kolumbien und Indonesien
  • Große Defekte: 0
  • Kleinere Defekte: viele vom defekten Radio über kaputte Ladekabel bis hin zur gebrochenen Segellatte, die tropische Salzwasseratmosphäre ist eine echte Herausforderung für die Technik

Wow, so viele Tage waren wir auf See?! Das kam mir gar nicht so vor. Statistik ist wohl doch nicht alles.

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09.01.2019 - 1°37 S, 109°40 O, Südchinesisches Meer

Gegen den Nordwestmonsun Richtung Singapur

Palmöl statt Wald

Die Palmöl Problematik hat mich nicht mehr losgelassen. Und je mehr ich mich damit beschäftige, desto mehr wird mir bewusst, wie weit das Problem reicht. Schaut Euch mal auf Google Earth Borneo von oben an! Wenn ihr ein bisschen näher ran zoomt, werdet ihr die rechteckigen Muster in unterschiedlichen grünen und brauen Tönen sehen. Das sind die Plantagen der Ölpalmen- und sie sind einfach überall. Selbst in Kumai nördlich des Sekonyer Flusses erstrecken sie sich über viele Kilometer, so dass die Orang-Utans dort nichts mehr zu fressen finden und über den Fluss in den Nationalpark gerettet werden müssen. Sie selbst schwimmen nicht. Kein Wunder, dass sich ihre Population stark verkleinert hat. Aber darüber schweigen in Kumai die Guides und auch vom Palmöl wollen sie nichts wissen. Es ist einfach neben dem Tourismus eine der wenigen Einnahmequellen der Menschen auf Borneo. Deshalb roden sie den Regenwald, verkaufen das Holz und bauen Ölpalmen an. Sie sind trotzdem arm und brauchen die Einnahmen. Natürlich sind die Orang-utans nicht die einzigen Leidtragenden der Regenwald Rodung. In Borneo gibt es viele Arten wie zum Beispiel den Nasenaffen, das vom Aussterben bedrohte Sumatra Nashorn, die Borneo Zwergelefanten und den Großteil der 15000 Pflanzenarten, die nur hier endemisch, also zu Hause sind und natürlich verlieren auch sie alle ihren Lebensraum. Von der verschmutzten Luft, die hier in Indonesien die traumhaft schönen Sonnenuntergänge macht, muss ich vermutlich gar nicht erst angefangen. Die Abholzung hier ist nicht vernachlässigbar, Borneo ist die drittgrößte Insel der Erde, hat die doppelte Größe von Deutschland und ist nach dem Amazonasbecken und dem Kongobecken das drittgrößte Gebiet mit Tiefland Regenwald und somit eine der Lungen unseres Planeten.

Ich kann nur jedem empfehlen einmal her zu kommen und sich den Regenwald und die Orang-utans anzuschauen. So ein Besuch ist nicht nur ein besonderes Erlebnis, sondern hilft auch dem Regenwald und den Orang-utans direkt, denn durch das Geld das wir bringen muss weniger Geld im Öl-Business verdient werden. Der Tanjung Puting Nationalpark ist auch noch einfach zu erkunden, denn Kumai hat einen kleinen Flughafen auf dem Flugzeuge von Bali, einer der Lieblingsinseln von uns Deutschen, landen. Majid und Co. holen die Flugzeug Touristen direkt von dort ab und bringen sie nach dem Dschungelabenteuer auch wieder dort hin, so dass man überhaupt keinen extra Organisationsaufwand hat.

Bevor wir aus Kumai starteten machten wir Moyas Tank wieder voll. In die Kanister kam ausschließlich teurer Diesel ohne “Bioanteil”, nicht das schwarze günstigere Biogemisch mit Palmöl. Auch sonst überlegen wir, wie wir die Palmöl Industrie am besten boykottieren können. Aber diese Aufgabe ist alles andere als einfach und erfordert nicht nur große Opfer, sondern ist in manchen Regionen wie Indonesien vermutlich nicht praktikabel. Man findet kaum Produkte ohne Palmöl alias Speiseöl. Neben den offensichtlichen Kandidaten wie Biodiesel, Schokolade, Cracker, Kekse, Nutella und Chips kann es sogar als Natrium Lauryl Sulfat in Zahnpasta, Shampoo und Cremes vorkommen. Schaut mal auf Eure Kekspackungen, wir fanden keine, die nicht Palmöl beinhaltete. Ein absolutes Boykott werden wir wohl nicht schaffen, aber das Bewusstsein ist definitiv da.

Entlang der Küste Borneos

Der Nordostpassat der Nordhalbkugel wird südlich des Äquators durch die Corioliskraft nach links abgelenkt und wird zum Nordwestmonsun. Deshalb kommt er nur nahe des Äquators auf der Südhalbkugel vor. Hier in Indonesien weht er im europäischen Winter, von November bis März, während der Wind im Sommer aus der entgegen gesetzten Richtung weht. Einige Segler verwenden ihn, um von Thailand und Malaysia nach Australien oder Neuseeland zu segeln, der Großteil segelt aber im Sommer Richtung Norden. Wir sind nun im Winter Richtung Norden, also entgegen der Windrichtung, unterwegs und müssen deshalb kreativ werden. Die meisten von Seglern beschriebenen Ankerbuchten sind nichts für uns, da sie gegen südöstliche Winde geschützt sind. Wir betreten mal wieder Neuland.

Entlang der Inselkette von Nusa-Tenggara verfolgten wir die Strategie uns in Tagesetappen von Bucht zu Bucht zu hangeln, immer gerade dann, wenn der Nordwest gerade eine Pause macht. Zum Glück weht er weniger konstant als sein südöstlicher Bruder. Für die Passage Bali Borneo wollten wir mit halben Wind segeln und haben uns, um einen besseren Windwinkel zu erzielen, hinter der Insel Madura versteckt. Im Prinzip war das die richtige Strategie, trotzdem hat es dann nicht ganz gereicht in Kumai heraus zu kommen, da der Wind anstatt wie vorhergesagt aus West aus Nordwest blies und die starke Strömung uns nach Osten versetzte. Von Kumai aus segeln die meisten Cruiser erst nach Westen und dann nach Norden, um sich die Inseln Belitung, Bangka und die Lingga Inseln anzuschauen. Diese Route würde für uns 600 Meilen Gegenwind bedeuten, deshalb entschieden wir, uns an der weitgehend unbewohnten Küste Borneos nach Norden zu hangeln. Direkt an der Küste reduziert sich die nach Süden gerichtete Strömung und die sonst nördlichen Winde drehen nach Westen. Neben den vor der Küste vor Anker liegenden Frachtschiffen, die mit Holz und Ölfrüchten beladen werden, und den vielen Fischern gibt es hier nur Wildnis. Das Wasser ist braun gefärbt durch Borneos Flüsse, die in den Ozean münden. Die vielen kleinen Inseln sind grün, bewaldet mit unberührtem Regenwald.

Wir arbeiten uns seit Dienstag langsam an der Küste entlang, Henry muss zwar relativ oft ran, manchmal reicht es aber auch zum Segeln. Tatsächlich hatten wir heute sogar Unterstützung von einem Squall, der seitlich an uns vorbei zog und guten Segelwind brachte. An der südwestlichen Ecke Borneos brachte uns unsere Umarmung mit der Küste sogar Strömungseffekte, die die südliche Strömung umkehrten, und uns so mit Extraschub versorgten. Bisher scheint unsere unkonventionelle Route ein guter Weg zu sein, Richtung Norden voran zukommen.

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06.01.2019 - Camp Leakey, Tanjung Puting, Kalimantan, Indonesien

Auf dem Sekonyer Fluss durch den Regenwald

Braunes Gold aus Kumai

Im Morgengrauen erreichten wir die geschützten Gewässer des Kumai Deltas. Das Wasser dort ist an vielen Stellen flach, zu flach für Moya, und unsere Seekarten sind mal wieder viele Meter verschoben und deshalb für die Navigation alles andere als gut geeignet. Erschwerend kam hinzu, dass das Wasser des Kumai Flusses die Farbe von Coca Cola hat. Kurz vor Niedrigwasser alles nicht optimal, trotzdem waren wir nicht im Blindflug unterwegs, denn vor uns war ein Schlepper den Fluss hinauf gefahren. Der Capitano war geistesgegenwärtig genug, seinen AIS-Track aufzuzeichnen, so dass wir nur noch den Wegpunkten folgen mussten.

Auf dem Fluss kamen uns immer wieder mittelgrosse Frachtschiffe und viele viele Schlepper entgegen, die mit Seilen riesige Flöße beladen mit kleineren braunen Gebirgsketten hinter sich her zogen. Zu dem Zeitpunkt hatte ich keine Ahnung, was das ist. Erst nach ein wenig Recherche begriff ich heute, wie traurig diese Flöße eigentlich sind. Die braunen Berge bestehen aus den kleinen Früchten der Ölpalmen, die für die Produktion von Palmöl gebraucht werden. Die größten Herstellernationen von Palmöl sind Malaysia und Indonesien, die in den letzten Jahren ihre Produktivität vervielfachten. Um neues Land für die Ölpalmenplantagen zu generieren, wurde der Regenwald gnadenlos gerodet. Bizarr - wenn man bedenkt, dass neben Rapsöl, Palmöl unserem europäischen Biodiesel beigemischt wird, für „eine bessere Ökobilanz“. Regenwaldrodung mit Ökosiegel also - das ist zum verrückt werden!

Auf dem Sekonyer Fluss zu den Orang-Utans

Neben den bekannten Problemen, die mit dem Verschwinden des tropischen Regenwaldes einhergehen, wird auch der Lebensraum der Orang-Utans verringert, so dass ihre Population seit Jahrzehnten sinkt. Um die „Wald (utan) menschen (orang)“ besser zu verstehen und sie zu schützen, wurde schon 1971 die erste Forschung- und Rehabilitationsstation im späteren Tajung Puting Nationalpark eingerichtet. Mittlerweile gibt es einige dieser Stationen an vielen Orten Borneos. Damit die Tiere überleben, werden sie dort gefüttert, kleine Affen großgezogen und später wieder ausgewildert. Trotzdem gibt es nur noch zwischen 15.000 und 40.000 Borneo Orang-Utans, die Sumatra Art ist vom Aussterben bedroht.

Wegen den Waldmenschen waren wir nach Borneo gekommen. Auch wenn man sie hier zwar in freier Wildbahn, aber großteils nur an den Futterstationen stehen kann, wollten wir uns unsere nahen Verwandten gerne anschauen. Als wir das Hafendorf Kumai erreichten, war unser Anker noch nicht ins Wasser gefallen, als ein kleines Speedboot auf Moya zuhielt. An Bord winkte Majid und führte uns zur besten Ankerstelle. Majid war natürlich nicht nur deshalb zu uns herausgefahren, sondern auch, um Geschäfte mit uns zu machen. In der Regenzeit herrscht auch bei den Organ-Utan Touristen Nebensession, so dass Moya alleine im Fluss vor Anker lag und die meisten von Majids neun Klok Toks, der African Queen style Hausboote, an den Stegen vertäut lagen. Majid hatte Zeit, und trank erst einmal einen Kaffee mit uns, bevor er uns höflich seine Tour Optionen aufzählte. Wir entschieden uns für eine Tour, bei der man drei der Rehabilitation Stationen besucht und eine Nacht an Bord eines Hausboots im Dschungel übernachtet - und wurden nicht enttäuscht.

Schon am nächsten Tag ging es los. Morgens wurden wir direkt mit dem Klok Tok bei Moya abgeholt. An Bord waren neben Majid, der die Tour nur ausnahmsweise zum Spass als Guide machte (normalerweise hat er seine Jungs), der Fahrer, eine Köchin, ein Maschinist und der Kanadier Will, der spontan einen Tag mitfahren wollte. Ein Boat Boy blieb bei Moya, um aufzupassen. Während so eine Tour in vielen anderen Ländern unbezahlbar wäre, können wir uns das in Indonesien leisten, 400€ kostete der Spaß für uns alle zusammen, inklusive Eintrittsgelder, Essen und Trinken. Mit dem an Bord kommen, konnten Christian und ich uns zurück lehnen und relaxen. Die Kinder fanden das Hausboot super, denn an Deck waren zwei große Matratzen ausgebreitet auf denen sie hervorragend herumtoben konnten. Nachts wurden die Matrazen dann mit Fliegennetzen zu Himmelbetten umgebaut, so dass wir auf dem Fluss Mitten im Dschungel übernachten konnten. Mit Anbruch der Dunkelheit wurden die Dschungelgeräusche lauter, wir hörten Zirpen, Rascheln, Rauschen, Quaken und vieles undefinierbare. Morgens wurden wir vom Gebrüll der Nasenaffen geweckt, die neben uns in den Bäumen spielten. Insgesamt sahen wir überraschend viele Tiere unterwegs auf dem Fluss und bei den insgesamt drei kleinen Wanderungen am Tag und einer Nachtwanderung durch dem Dschungel: Taranteln, Gekos, Glühwürmchen, Langnasenaffen, Gibbons, Makaken, Wildschweine, Kingfisher, Riesenameisen, Stabheuschrecken, Schmetterlinge in allen Farben und natürlich auch die Orang-utans.

Treffen mit unserer roten Verwandtschaft

Vom Kumai Fluss bogen wir ab in einen Seitenfluss, den Sekonyer Fluss. Es ist wesentlich schmäler aber genauso kaffeebraun, rechts und links ragen Palmen und andere Bäume ins Wasser. In der Mitte des Flusses kamen uns immer wieder kleinen Pflanzeninseln entgegen. Wir schmunzelten über die blaue Verkehrsschilder an den Flussbiegungen, die dem Flussverlauf mit weißen Linien abbilden. In Indonesien sind Verkehrsschilder absolute Mangelware, noch seltener sind eigentlich nur noch Ampeln. Aber hier, wo man ganz sicher nicht verloren gehen kann, ist der Weg exzellent ausgeschildert. Während das Klok Tok dem Fluss hinauf tuckerte wurden wir bekocht mit indonesischen Köstlichkeiten. Wir machten noch einen kurzen Abstecher in ein Dorf und waren dann um kurz nach 15 Uhr auf dem Weg zur ersten Rehabilitations-Station. Auf Plattformen warteten dort schon aufgeschnittene Ananas darauf, dass die roten Menschenaffen kommen würden und davor noch ungefähr 30 Touristen. Die meisten waren bewaffnet mit riesigen Kameras, anschlagbereit, falls ein roter Zottel zwischen den Bäumen hervorlugt. Die Park Ranger saßen daneben und riefen immer wieder in den Wald hinein, um die Orang-Utans anzulocken. Ich bin mir zwar nicht so sicher, ob das half und denke das Rufen war eher kontraproduktiv.

Nichts regte sich und nach einer halben Stunde schon gaben die ersten auf und wanderten zu ihren Klok Toks zurück. Die Regenzeit ist auch Früchtezeit, deshalb finden die roten Zottel ihr Essen einfach im Wald und haben manchmal keine Lust auf Touris. Nach einer Stunde war immer noch nichts zu sehen. Wir waren mittlerweile mit Will und den netten Österreichern Kathi und Harry allein. Da raschelte es, die Äste bewegten sich und eine Orang-Utan Dame mit Baby kam langsam durch die Bäume geklettert. Wenig später kamen noch weitere insgesamt acht Weibchen, ein Männchen und drei Babies an die Futterstelle. The Show was ours! Es war umwerfend zu sehen mit welcher Kraft sich die Tiere mühelos durch die Bäume schwangen. Eine Hand blieb fast immer am Baum, auch wenn sie auf die Plattformen herunter kamen. Man sah Ihnen an, dass sie gegen ihre Instinkte arbeiteten, wenn sie Früchte vom Boden einsammelten. So schnell wie möglich wollten sie wieder in die sicheren Bäume hinauf. Wenn sie aber auf den Plattformen standen, war unsere Verwandtschaft unverkennbar. Für mich sahen sie aus wie Menschen mit zu langen Armen und roten Zotteln. Auch die Bewegungen waren denen von Menschen ähnlich: wie sie die Früchte aufhoben, mit dem Mund hielten, um beim Klettern die Hände frei zu haben, oder wie das Babyäffchen seiner Mutter das Obst hinhielt. Orang-Utans sind Einzelgänger, das Männchen bleibt nicht beim Weibchen und es gibt auch unter den Weibchen nur wenig Gruppenbildung. Nur die Jungaffen bleiben bei ihren Mütter bis sie sieben Jahre alt sind. Vermutlich kommunizieren sie deshalb wenig. Obwohl zwölf Tiere an der Fütterungsstelle waren, hörte man nichts. Interessant fand ich, dass die Tiere uns meist ihren Rücken zudrehten, als ob sie genervt sind, Zuschauer beim Essen zu haben. Manchmal sahen wir ihre Gesichter trotzdem, das war dann besonders toll, denn die Mimik ähnelt der unseren auch.

Auch heute hatten wir Glück, an beiden Camps sahen wir je zwei Orang-Utans. Diesmal mit mehr Publikum, maschinengewehrähnlichen Fotografiergeräuschen und traurigerweise Biltzlichtgewitter, was die Tiere ganz offensichtlich störte. Auch der Gibbon, der sich einige der Bananen klaute, wurde schnell von den Blitzen vertrieben. Die Lernkurve von einigen Homo Sapiens scheint eindeutig flacher zu verlaufen, als bei unserer roten Verwandtschaft. Der kurze Besuch des Gibbon war trotzdem super, viel schneller und akrobatischer als die Orang-Utans war er unterwegs und ist geradezu durch die Luft gesegelt, so als ob es für ihn keine Schwerkraft gäbe.

Nach einem langen Tag sind wir eben mit vollen Bäuchen wieder bei Moya abgesetzt worden und finden, unser Treffen mit den Orang-Utans war ein großartiges Erlebnis.

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11.01.2019:
Kommentar from Dody
Oh, dass sie fuer die Birds-Nests jetzt auch kuenstliche Gebaeude schaffen wusste ich nicht! In Thailand - und meines Wissens auch Malaysia - werden (wurden) die in den Hoehlen gesammelt die meist am Meer liegen, ein ziemlich gefaehrliches Unternehmen bei dem es haeufig zu Todesfaellen kommt (naja, kam!).
03.01.2019 - 3°51,8' S / 112°33,2' O, Java Meer, Indischer Ozean

2018 endet glamourös, 2019 startet heftig

Fotoshooting wie mit Rock Stars auf Bawean

Trotz des starken Winds in der Ankerbucht und der an ihrer Kette rüttelnden Moya wollten wir unsere Beine zum Jahresende noch einmal in Schwung bringen. Die Jungs brauchten Auslauf und den Capitano packte die Entdeckungslust. Bei Sonnenuntergang balancierten wir in einer Regenpause ins Dingi und waren im Nu mit Rückenwind über die Wellen bis an den Anleger des Dorfes gesurft. Ein Fischer war auch noch dabei sein Boot zu vertäuen. Er sprach kein Englisch, was ihn aber nicht davon abhielt uns beim Anlegen zu helfen, uns danach den besten Ort zu zeigen, wo Tilly nicht von Wind und Wellen unter den Holzsteg gedrückt wurde, und uns dann seinen Roller anzubieten, um ins Dorf zu fahren. Joshua kriegen keine 10 Pferde auf ein Moped und wir wollten ja ohnehin laufen, also ging es per Pedes aus dem Hafengelände. Wir kamen nicht weit, schon nach wenigen Meter, kamen die ersten bekopftuchten Frauen, die gerne ein Selfi mit den Jungs wollten. Bawean ist eine muslimische Insel und offensichtlich wenig touristisch, obwohl die bergig, grüne Insel mit den vorgelagerten Riffen bei besserem Wetter bestimmt wunderschön ist. So waren wir hier die absolute Attraktion.

Fast jeder begrüßte uns mit dickem Grinsen und „Hello Mista“. Immer wieder kamen Roller mit neugierigen Fahrern vorbei, die grade eben schon einmal an uns vorbei getuckert waren. Wir kamen an einer Sylvester Party vorbei, wurden mit einer Mischung aus Englisch und Bahasa Indoneasia begrüßt und nach den obligatorischen Selfies auch gleich eingeladen mit zu feiern. Verlockend, aber wir hatten Hunger und setzten unsere Suche nach etwas Essbarem fort. Auch Indra, ein hübsches 16 jähriges Mädchen, sprach uns an. Englisch ist ihr Lieblingsfach in der Schule und man sah ihr die Aufregung richtig an mit der sie sich mit uns unterhielt und uns später ihr Zuhause und ihre Familie vorstellte. Dann trafen wir Lena, die gerade mit dem Roller unterwegs war. Sie hielt an, fragte, ob wir Hilfe brauchten und ließ dann einfach ihr Gefährt stehen, um uns zum Dorfplatz mit den Essensständen zu begleiten. Lena ist auf Bawean Englischlehrerin, während ihr Mann und ihre drei Kinder auf Java leben. Sie waren gerade zu Besuch und natürlich kamen sie wenig später dazu, um uns Touris zu sehen. Lena organisierte unser Essen, Baskso, gebratener Reis, frittiertes Hähnchen, Eistee und gefüllte Pfannkuchen. Unser Sylvesterdinner kostet umgerechnet unglaubliche 4 Euros. Ich war skeptisch wie unsere Mägen das Essen wohl verkraften würden, aber meine Zweifel waren unbegründet.

Während wir auf den schmalen Holzbänken saßen und aßen, kamen immer wieder neue Menschen, die sich gerne mit uns fotografieren lassen wollten. Manchmal fragten sie, manchmal stellten sie sich einfach dazu und drückten ab. Es muss hunderte von Fotos von diesem Abend auf Handys von unbekannten Menschen von uns geben. Scary! Und warum? Am Ende kam sogar noch der Polizeichef der Insel und begrüßte uns.

Spätestens seit Venezuela bin ich in fast jedem Land aufs Neue tief beeindruckt von der Herzlichkeit und Offenheit der Menschen, auf die wir vor allem abseits der touristischen Zentren trafen, wo die Dollarzeichen noch nicht in den Augen der Leute leuchten. Und jedes Mal frage ich mich wieder warum das Klischee der genauen, gewissenhaften aber auch ernsten, grimmigen und steifen Deutschen halt doch oft ein bißchen stimmt. Wo wird einem denn schon in Zentraleuropa ernsthaftig auf der Straße von Unbekannten Hilfe angeboten, ganz zu Schweigen von einer Einladung zur Neujahrsfeier? Zumindest ich bekam auch schon irritierte Gesichter als Antwort auf ein Lächeln auf der Straße in europäischen Städten. Das ist zum einem wirklich schade, zum anderen schätzen wir aber unsere Erfahrungen dadurch umso mehr.

Der Wind trieb uns zurück an Bord. Gegen den Wind und die Wellen durch die Bucht wurde mit Tilly zum nassen Abenteuer. Obwohl es nicht regnete, waren wir alle bis auf die Unterhose durchnässt als wir wieder an Bord standen. Dann warteten wir auf das neue Jahr, klassisch mit Spielen und Dinner for One. Ein kleines Feuerwerk gab es dann auch, abgeschossen vom über Bord hängenden Besenstiel. Zum Glück hatten wir auch eine Wunderkerze, denn der Wind fegte jede andere Flamme sofort aus.

Bali - Borneo: eine unserer härtesten Passagen

Andere Segler beschreiben diesen Teil ihrer Reise oft mit Leichtwindsegeln und Motorsegel wegen Flaute. Bei uns war das ein klein wenig anders. Anstatt im Sommer mit leichten südöstlichen Winden zu segeln, kämpften wir direkt gegen den Nordwestmonsun, die Wellen und die Strömung. Die entgegen rauschende See war teilweise beträchtlich, so hoch, dass ich auf der Luvseite stehend nicht mehr über die Wellenkämme schauen konnte. Es war nach Kolumbien unsere höchste See, nur dieses Mal von schräg vorne, anstatt von achtern, was das vorankommen schlichtweg ungemütlich machte. Selbst mit unserer starken Maschine kommt man unter diesen Bedingungen nur noch sehr langsam voran - wir versuchten es in den Windpausen zwischen den Gewitterzellen immer wieder. Um vorwärts zu kommen, mussten die Segel raus und der Sturm abgewettert werden.

Die Squalls und Gewitterzellen hier sind so stark wie wir sie bisher noch nirgends erlebt hatten. Aus dem Nichts entstand gestern Nacht eine Monsterzelle mit 15 bis 20 Meilen Durchmesser und über 50 Knoten Wind - fast Orkanstärke! Im Anfangsstadium gingen wir ins dritte Reff und waren einmal mehr froh über die Stärke unseres Riggs und Moya, die anstatt zu stampfen, großteils elegant über die Brecher glitt. Mit über 7 Knoten fegte sie trotz der Wellen Richtung Norden. Natürlich war im Schiff nichts mehr da wo es hin gehörte, alles was nicht niet- und nagelfest war purzelte herum. Bei über 30° Lage fliegen dann auch schon mal die Becher aus den sonst sicheren Halterungen. Auch gestern jagten die Squalls einander. Meist schrammten wir am Rande vorbei. Manchmal mussten wir durch, was von beiden eintraf, wussten wir immer erst hinterher, da die Wolken sich in minutenschnelle bilden und verändern. Die Segel blieben in den Pausen sicherheitshalber gerefft, auch wenn wir dann langsamer voran kamen.

Bei diesen Bedingungen konnten wir trotzdem nicht mehr mit kochendem Wasser hantieren, deshalb gab es Hefezopf und frisches Brot, die ich noch vor der Abfahrt gebacken hatte. Abgespült habe ich nachts um 3 Uhr, weil ich ohnehin wach war und weil es gerade eben ging nach dem letzten Squall. Die Kinder sind natürlich alles andere als begeistert, weil Spielen nur sehr eingeschränkt möglich ist, und seit einen Salzwasserspritzer durchs offene Fenster auch noch unser Radio die Biege gemacht hat und nun selbst Hörbücher out sind. Da muss dann auch mal das iPad helfen, aber das geht eben auch nicht den ganzen Tag. Alle freuen sich also aufs Ankommen.

Heute nacht nutzen wir die Winddrehung nach Norden, um ein bißchen westwärts zu segeln. Wir hatten bei dem NW Wind das NNW gelegene Kumai nicht anhalten können und müssen jetzt zusätzliche 100 Meilen westwärts segeln. Das ging ganz gut, bis zu dem nächsten heftigen Squall, der die Winde wieder komplett durcheinander brachte und uns auf der Stelle hin und her zu fahren ließ, ohne eine Meile voranzukommen. Im Morgengrauen kamen wir heute an der Küste Borneos an. Momentan herrscht im Schutz der Insel weitgehende Ruhe (vermutlich die vor dem Sturm), so dass Henry gerade arbeitet. Bis Morgen früh sollten wir es trotzdem bis in den Kumai Fluss, unserem Ziel, geschafft haben.

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