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8° 30.0' S
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119° 52.5' O
Ort:
Labuan Bajo, Flores, Indonesien
Datum/Uhrzeit:
08.12.2018
16:40 UTC+8
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vom
08.12.2018 16:40 UTC+8
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Mäßige Brise aus Südwest

Logbucheinträge zu Passagenplanung

13.04.2018 - 1°09’S / 88°37’W, Pazifik

Warum fahren die denn an Galapagos vorbei?

Könnte sich von Euch so manch einer denken. Schließlich sind wir bereits 9 Tage auf dem Wasser, haben 900 Meilen im Kielwasser und somit noch nicht mal ganz ein Viertel des Weges nach französisch Polynesien geschafft.

Es muss toll sein auf Darwins Spuren zu wandern und sich die einzigartige Natur dieser isolierten Inseln anzusehen und vielleicht ein bißchen über die Evolutionstheorie dazu zu lernen. Neben den berühmten Iguanas, den riesigen Echsen, soll es auf den Inseln auch Robben, Schildkröten, allerlei Vögel und Fische und bestimmt noch andere Tiere geben, die ich vergessen habe. Obwohl die Inseln direkt auf unserer Rute liegen und sie sogar im Weg herum stehen, werden wir auch nicht mehr über die Inseln erfahren als ihr zu Hause. Warum? - Das hat mehrere Gründe.

Zum einen sind wir recht spät in den pazifischen Ozean gestartet und haben noch einen recht weiten Weg - so um die 7000 Seemeilen - vor uns bis wir die Südsee wegen der nächsten Zyklonsession Ende des Jahres verlassen müssen. Einen Zwischenstopp auf Galapagos hätte die Zeit auf den polynesischen Inseln verkürzt und für die hätten wir gerne genügend Zeit um sie in Ruhe zu erkunden. Wäre es nur das gewesen, hätten wir ziemlich sicher trotzdem gestoppt, zu verführerisch ist es den Dieseltank noch einmal voll zu machen, Obst, Gemüse und Käse wieder aufzustocken und sich nochmal richtig zu bewegen bevor es die nächsten 3000 Meilen Non-Stop über den Ozean geht. Letztendlich haben uns hauptsächlich 2 Dinge vom Landfall auf Galapagos abgehalten: 1) Die Kosten und 2) die Auflagen Equadors für die Einreise mit Schiff. Will man mit einem Segelboot in Moyas Größe und 4 Mann Besatzung auf Galapagos einen offiziell geplanten Stop machen, kostet das so ungefähr 2000 USD und bedeutet viel Papierkrieg der über einen Agenten erledigt werden muss. Selbst wenn man sich für einen ungeplanten Zwischenstop entscheidet, belaufen sich die Kosten immer noch auf ungefähr 1000 USD für einen Zeitraum, wenn man Glück bis zu 20 Tagen, wenn man Pech hat nur 3 Tage - das entscheidet der Port Captain nach Tageslaune. Gleichzeitig muss für die Einreise eine ganze Latte von Behördengängen abgearbeitet werden und man ist mit dem Boot auf eine der Inseln beschränkt. Das heißt, wenn man Galapagos sehen möchte, muss man sich geführten Touren anschließen, wenn man dafür noch Zeit hat nach dem ganzen Papierkrieg. Bevor ein Schiff eine Aufenthaltsgenehmigung bekommt, gibt es neben den gewöhnlichen Besuchen von Zoll und Immigration, außerdem Visiten der Nationalparkbehörde, eines Arztes, der alle Crewmitglieder untersucht, es gibt eine Inspektion der Umweltbehörde, die das Boot auf Umweltrisiken untersucht, und alle Schiffe müssen routinemäßig ausgeräuchert werden. Vor allem die Inspektion der Umweltbehörde ist nicht ganz ohne. Der Schwarzwassertank wird verplombt, Lebensmittel können konfisziert (eigentlich gibt es nur wenig was man mitbringen darf) werden und ein Taucher taucht das Unterwasserschiff auf Spuren von Algenwachstum ab. Boote sind in der Vergangenheit abgewiesen worden und mussten ihr Unterwasserschiff 40 Meilen vor den Inseln mitten im Ozean abschrubben, bevor sie eine erneuten Einreiseversuch unternehmen konnten. Uns kommt es so vor, dass die Behörden lieber gar keinen Yachttourismus auf den Inseln haben wollen und das Geld lieber von der Vielzahl der Flugtouris einzusacken. Gerade dieses Jahr haben sie eben mal eine neue Gebühr eingeführt, den Vessel Control Pass für lächerliche 140 USD, der noch zusätzlich zu allen anderen Gebühren bezahlt werden muss. Wir sind jedenfalls von der ganzen Latte an Gebühren und Auflagen so stark abgeschreckt worden, dass wir plötzlich gar keine Lust mehr hatten die Inseln zu besuchen, um uns geführten Bootstouren anzuschließen um Robben und Schildkröten zu sehen.

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13.03.2018 - Portobello, Panama

Blauwasserpläne

Chichime ist die äußerste westliche Inselgruppe im San Blas Archipel, dem entsprechend gut besucht ist sie. Zwischen den Inselchen und den Korallenriffen lagen bestimmt 30 Boote, großteils Charterboote die ihre Kojen an Backpacker vermieten, aber auch einige Cruiser und Überlebenskünstler. Dazu kommen noch einige Touristen vom Festland, die hier auf den Inseln campen oder in kleinen Guna Hütten wohnen. Nachdem wir die letzten Tage alleine unterwegs waren, hat Kathi im Nu eine kanadische Familie, einen amerikanischen Segler und zwei deutsche, junge Aussteiger kennen gelernt und die sozialen Defizite der letzten Zeit wieder ausgeglichen. Schwup war sie verschwunden auf der Bonafide der kleinen Segelyacht der beiden jungen Männer und wart für die nächsten Stunden nicht mehr gesehen.

Christian hingegen ist fast schon auf Moya gefangen, er kann wegen seiner Verletzung momentan nicht nur nicht im Meer schwimmen, sondern ist auch in den täglichen Tätigkeiten stark eingeschränkt. Da er den Fuss nicht belasten kann, hoppelt er auf einem Bein im Schiffbauch herum. Unser Capitano macht aber wie immer das Beste aus seiner misslichen Lage und setzte sich den Tag über mit dem Rechner ins Cockpit um unsere Website zu überarbeiten und sich zu überlegen, ob wir einen Agenten für die Panamakanaldurchfahrt brauchen oder es doch auf eigene Faust versuchen.

Vor einigen Tagen haben wir uns entschieden es wirklich zu wagen und mit Moya in den Pazifik zu schleusen. Wir haben lange überlegt, ob wir dieses Abenteuer eingehen oder nicht doch lieber eine Session länger in der Karibik verweilen, bevor wir nach Europa zurück segeln. Unser Zögern war nicht zuletzt deshalb, weil wir nicht wissen, ob uns nach der Kanaldurchfahrt die Zeit reichen wird, um Moya zurück nach Europa zu segeln oder wir unser zu Hause unterwegs verkaufen werden müssen. Und natürlich schrecken auch die fast 4000 Meilen Wasser zwischen Südamerika und französisch Polynesien ein wenig ab, die da auf uns warten. Trotzdem stehen wir jetzt am Tor zur Südsee und die ruft lauf "kommt". Da wir vermutlich nicht mehr allzu viele Chancen auf den Südpazifik haben werden, starten wir jetzt den nächsten Abschnitt unserer Reise und bereiten uns auf den stillen Ozean vor.

Nicht nur bei uns liegt Veränderung in der Luft, auch Kathi überlegt wo es die nächsten Jahre hingehen soll und die beiden deutschen Jungs suchen nach passenden Lebensmodellen für die Zukunft. Wir hatten also mehr als genug Gesprächsstoff als die Beiden abends noch zu Besuch kamen bevor wir unseren Anker lichteten und über Nacht nach Puerto Lindo motorten, da uns der Wind im Stich ließ. Unser Großsegel setzten wir trotzdem, damit Moya nicht so stark von den Wellen hin und her gedrückt wurde und wir besser schlafen konnten. Trotz der ruhigen Überfahrt kamen wir nach einer Nacht mit viel zu wenig Schlaf im Morgengrauen in Puerto Lindo an.

Wir frühstückten und gingen dann auf die Suche nach der Hafenbehörde, um unser Cruising Permit zu erstehen und endlich legal in Panama segeln zu dürfen. Nachdem Christian am Tag zuvor mit dem Außenboarder fast ins Wasser gefallen war, paddelten wir an Land und ließen den Capitano mit den Jungcaptians im Dingi. Kathi und ich wanderten zuerst durch das verschlafene Puerto Lindo und nach etwas herumfragen zur außerhalb gelegenen Marina, wo wir gleich am Eingang des Geländes den Container des Port Captain sahen. Der unglaublich nette Offizielle, war eine echte Überraschung nach dem gruseligen Bürokraten von Porvenir. Lächelnd erklärte er uns wir zu tun hatten, verkaufte uns das Cruising Permit für Moya und hielt sogar noch einmal Rücksprache mit der Migrationsbehörde um unseren Einreisestempel zu prüfen. Geht doch! Nach einer halben Stunde waren wir zurück am Dingidock und hatten sogar von einem fahrenden Händler noch frisches Obst und Gemüse erstanden, da nach San Blas in unserer Bilge gähnende Leere herrschte. Es war noch so früh, dass wir spontan entschieden nach Puertobello weiter zu fahren, wo die Kinder und ich heute morgen Kathi absetzten. Mit unserem kranken Skipper an Bord, blieb mir nichts anderes übrig als Tilly mit den dreien an Land zu rudern. Ich bin sicher, wir sorgten für gute Unterhaltung als wir uns langsam im Zickzack an Land arbeiteten.

Zu diesem Eintrag gibt es 2 Kommentare.
14.03.2018:
Kommentar from Dody
Klasse, und herzlichen Glueckwunsch zu Eurer Entscheidung! Ich freu mich so fuer Euch und bin mir ganz sicher, dass es die Richtige ist :-D! Ach und ueberhaupt, Ihr habt Eure Reise bis hierher wirklich fast Generalstabsmaessig durchgezogen und das ohne auf Spass und Geniessen zu verzichten. Wenn man dann ueberlegt, dass es die Teilnehmer der World ARC in einem einzigen Jahr schaffen ... macht Ihr es in dem Tempo weiter, warum sollte es nicht zu schaffen sein in den 2 Jahren die Ihr zur Verfuegung habt? Ich druecke Euch jedenfalls ganz ganz feste die Daumen! Fair winds xXXx Dody
17.03.2018:
Kommentar from Moya Crew
Danke Dody! Das ist ja nett. An die World ARC wollen wir uns aber lieber nicht anlehnen, die rasen ja mit einem Affenzahn um die Welt. Irgendwo wird uns der Wind schon hinblasen, wir sind schon gespannt wo.