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8° 30.0' S
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119° 52.5' O
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Labuan Bajo, Flores, Indonesien
Datum/Uhrzeit:
08.12.2018
16:40 UTC+8
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vom
08.12.2018 16:40 UTC+8
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16.01.2018 - Grand Roque, Los Roques, Venezuela

Einreise auf Los Roques

Nach einem späten Frühstück heute morgen brauchten wir ein bißchen bis wir uns alle sortiert hatten und alle Spielsachen weggelegt werden konnten, so dass wir um 11 Uhr morgens immer noch an Bord waren. Uns stand die Einreise nach Venezuela bevor und wir waren spät dran. Von der Noonsite, der Cruiser homepage von Seglern für Segler, wußten wir, dass die Einreise ein länglicher Prozess sein würde, bei dem man 5 verschiedene Behörden, die über das kleine Städtchen verteilt sitzen, aufsuchen muss, um final berechtigt zu sein sich im Nationalpark Los Roques aufzuhalten.

Wir besuchten zuerst die Guardacosta. Zaghaft steckte Christian seinen Kopf durch den Türvorhang und fragte, ob wir hier richtig sind. Keiner sprach English, also verständigten wir uns mit Händen und Füßen und unserem fast nicht vorhandenen Spanisch. Schnell war klar wir waren richtig und der grummelige junge Mann in kakigrüner Uniform holte sein Buch hervor in dem er Schiffs- und persönliche Daten eintrug. Joshua und Jonathan waren wie immer mit temperamentvoll unterwegs und machten das Office unsicher, so dass ab und zu die Mundwinkel unseres Offiziellen nach oben zuckten und er sich ein Lächeln nicht verkneifen konnte. Dann bekamen wir eine Art Laufzettel, ein Formular, dass von allen Behörden gestempelt werden muss, um zu zeigen, dass wir legal eingereist sind. Als nächstes war die Guardanational an der Reihe, wieder kam ein Mann mit kakigrüner Uniform und trug unsere Daten in ein großes Buch ein, bevor er seinen Stempel auf unseren Laufzettel setzte. Da das Nationalparksbüro geschlossen hatte gingen wir weiter zum Immigration Office am Flughafen.

Unterwegs kamen immer wieder an Fenstern vorbei in welchen Schilder aufgehängt waren, die beschrieben welches Lebensmittel es heute zu kaufen gab. Alle Geschäfte waren geschlossen, nicht einmal Brot konnte man kaufen und wir begannen eine wage Ahnung von dem zu bekommen was in diesem Land wirklich los ist. Die Häuser im Ort waren bunt, die Straßen mit weissem Sand bedeckt, alles war sauber und gepflegt und die Menschen grüßten uns. Am Flughafen fanden wir das kleine Einreisebüro vor dem einige Menschen versammelt standen. Hier wollte die Dame am Schalter das erste Mal Geld von uns. Geld hatten wir noch nicht getauscht, da wir nicht wussten wieviel das Cruising Permit wohl kosten würde. Noch im November hatte es rund 800000 Boliviar gekostet, die man auf dem Schwarzmarkt für US Dollar tauschen konnte. Heute nur 1.5 Monate später kostete dasselbe Permit 1.5 Millionen Boliviar, was den Verfall der Währung nur teilweise abbildet. Da die Lady keine US Dollar akzeptierte, wollten wir also Boliviar gegen unsere US Dollars tauschen. Zur Bank gehen konnten wir nicht, da wir für einen US Dollar nur eine lächerliche Summer Boliviar bekommen hätten. Wir fragten ein bißchen herum und trafen durch Zufall Adelejo, der am Flughafen war um seine Mutter nach Caracas zu schicken. Die Flüge waren zu teuer geworden, so dass er und seine Mutter aufgaben und uns in ihr kleines Gästehaus mitnahmen. Ganz gelassen erklärte er uns, dass wir auf Los Roques keine US Dollars tauschen könnten, da Boliviar auf der Insel zu knapp sind. Er rief Paul an, der Mann der auf der Insel noch am ehesten an genügend Geld herankam. Paul war nur wenige Minuten später bei uns und übernahm unsere Kosten für das Permit. Das Geld würde er per Banktransfer an die Einreisebehörde überweisen, von uns bekam er dafür US Dollars, die jeder andere auf den Inseln mit Ausnahme der Offiziellen auch akzeptiere.

Wir aßen in dem kleinen Gästehaus zu mittag, es wurde Salat, Fisch, Pasta und Ice Tea herbeigezaubert und wir erfuhren noch eine Menge über die politische Situation in Venezuela, von der Los Roques mit Ausnahme der Geld- und Lebensmittelknappheit weitgehend unberührt bleibt. Im Haus waren wir die einzigen Gäste, seit die großen Airlines Venezuela nicht mehr anfliegen, sind nur noch wenige Touristen hier, was Adelejo aber nicht wirklich bekümmerte "fluctuation is common for Latinamerican countries, everything goes worse and worse and suddenly things will change and get better again". Natürlich würde er sich mehr Besucher wünschen, aber seiner Lebensfreude und Herzlichkeit tut das keinen Abbruch - die beiden hatten sich heute einfach umwerfend um uns gekümmert. Am Nachmittag beendeten wir unsere Einreiseodysee nach einem Besuch bei Port Control und dem Nationalparksoffice auf dem Spielplatz. Bereits jetzt kann ich sagen, Los Roques liegt in meinen persönlichen Top 10 schönster Plätze und dabei haben wir die Cays noch gar nicht gesehn.

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14.01.2018 - Karibisches Meer, 12´36'N, 63°57'W

Schleichfahrt durch Piratengewässer

Die momentane politische Situation in Venezuela ist alles andere als stabil. Präsident Maduro, der gegen den Willen der Hauptbevölkerung das Parlament entmachtet, weit verbreitete Korruption und Arbeitslosigkeit und eine rasende Inflation (der Boliviar hat allein im letzten Jahr 700% an Wert verloren), die zur Lebensmittelknappheit führt. Kein Wunder also, dass die venezolanischen Menschen immer unzufriedener und verzweifelter werden und zu unorthodoxen Methoden greifen. In den letzten Jahren wurde am Festland und den festlandnahen Inseln sporadisch von Piraterie und unerwünschten Gästen an Bord von Booten berichtet. Gleichzeitig gab es seit Jahren die ständige Diskussion unter Cruisern, ob es sicher ist nach Venezuela zu segeln. Die jetzige politische Situation trägt wohl eher nicht zur Deeskalation bei, so dass zumindest ich das erste Mal seitdem wir unterwegs sind ein etwas ungutes Gefühl in der Magengegend habe.

Der Atlantik ist immer noch genauso blau, der Wind weht immer noch mit sanfter Brise und die Sonne scheint immer noch genauso hell vom Himmel, trotzdem schauen wir viel öfter als sonst zum Horizont und scannen die Umgebung ab. Piraten hier, über 100 nautische Meilen vor der Küste Venezuelas, anzutreffen ist höchst unwahrscheinlich, da die kleinen schnellen Flitzer zu wenig Reichweite besitzen und Piraten nicht über genügend Ressourcen verfügen um ungezielt durch das karibische Meer zu kreisen. Trotzdem haben wir unser AIS auf nur Empfangen gestellt und den Sender ausgeschaltet und sind somit nur durch direkten Sichtkontakt oder Radar zu sehen. Nachts sind die Navigationslichter aus. Bisher haben wir außer 2 Frachtschiffen, die uns mit nur wenigen Metern Abstand passierten, noch niemanden gesehen und ich hoffe, dass es auch morgen so weiter gehen wird. Moya fegt heute geradezu über die Wellen, wenn sie so weiter macht werden wir heute einen neuen Tagesrekord aufstellen und eventuell schon morgen Abend auf Los Roques ankommen. Los Roques ist ein kleines, abgelegenes Inselarchipel 80 nm nördlich von Caracas, das zwar zu Venezuela gehört, sich aber so gut es geht vom Festland distanziert. Die wenigen Menschen dort leben vom Tourismus. Nach unseren Recherchen gab es noch keine Piraterie im Archipel, so dass wir uns auf ein paar Tage dort freuen und die Menschen hoffentlich mit ein paar Dollars unterstützen können.

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29.12.2017 - Charlestown Bay, Canouan

Wir sitzen fest

Draußen am Atlantik weht der Passat konstant mit 20 bis 25 Knoten. Caouan schrimt ihn mit ihren Bergen ab, allerdings nicht vollständig. Es fallen immer wieder neckische, starke Fallböen über die Berge, die Moya an ihrem Anker ziehen lassen. Bei so einer Böe springt unser Windgenerator an, der Wind pfeift und rüttelt, unser Binimi vibriert. Da die Böen nur kurz sind, kann unser Windmesser nicht messen wie stark sie sind. Gestern Morgen, wir schliefen alle noch, hörten wir "Hello, my friend" und ein Außenborder der tuckerte. Immer wieder rief der Mann, bis Christian entnervt aufgab, aus dem Bett stieg und seinen Kopf durch unsere Achterschifflucke streckte. "Your dingi is flipped. I can fix this for you". Christian kletterte an Deck und tatsächlich lag Tilly falsch rum im Wasser, unser Außenborder eingetaucht im Salzwasser, der Gummiboden zeigte nach oben. Die Paddel die im Inneren lagen waren weg. Wir waren erstmal gefangen an Bord - ohne Paddel und funktionierenden Motor für Tilly.

Der Wind und die Wellen müssen es irgendwie geschafft haben Tilly umzudrehen. Oder war es doch anders? Christian zumindest war sehr skeptisch, dass ein Dingi sich durch den Wind auf dem Kopf stellte war ihm noch nie passiert. Er schlug die Hilfe des Mannes aus und fing sofort an unseren Außenborder zu zerlegen und mit Frischwasser zu spülen, alle Teile zu trocknen säubern und mit WD40 einzusprühen. Nach ungefähr zwei Stunden kam das orangefarbene Dingi wieder angefahren "I found some paddels". Christian schaute ins Boot, tatsächlich lagen da unsere Paddel, alle beide. Für ein bißchen Kleingeld konnten wir sie wieder haben - zum Glück es wäre schwierig geworden genau solche wieder zu bekommen. Diesmal fragte ich mich, wie wahrscheinlich es ist, dass man zufällig beide Paddel findet. Die Paddel schwimmen zwar und können am Strand angespült werden, aber Moya liegt relativ weit draußen und Wind und Strömung sollten sie erst hunderte von Meter weit weg anspülen. Christian repariert weiter, erst sprang der Motor zwar an aber bekam zu wenig Benzin, dann lief er nur bei viel Gas. Nach zweimal Vergaser zerlegen und zwei weiteren Besuchen unseres Freunds war am Abend unser Außenborder wie neu. Wind oder nicht - wir hatten Glück gehabt.

Nach dem Frühstück wollen wir los nach Myreau in die Salt Whistle Bay um zu schauen ob Moya hier ruhiger steht. Außerdem sieht die Bucht zumindest im Cruisers Guide wahnsinnig toll aus mit weißem Sandstrand und Palmen.

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30.12.2017:
Kommentar from Dody
Nachtraeglich Happy Birthday fuer Christian, und die grosse Party mit Freunden kommt wenn sie da ist, no worries, muss ja nicht unbedingt am gleichen Termin sein, oder? Mit dem Dinghi, mir ist es bisher 3 mal passiert dass der Wind es mit Motor aus dem Wasser geblasen und umgedreht hat und vielen meiner Freunde ist das auch schon passiert. Ich will damit nicht sagen, dass in Eurem Fall "Fremdhilfe" ausgeschlossen ist, sondern dass es durchaus moegich ist dass sich ein Dinghi bei einer starken Boe mit Motor am Heck aus dem Wasser hebt und auf der falschen Seite zu liegen kommt. Und Paddel? Eine Woche nachdem sie uns von den Rocks gezogen hatten brachte uns jemand beide unserer Paddel die er am Strand gefunden hatte. Nun, ganz sicher in dem Fall, waren sie nicht vorher von Menschenhand entfernt worden sondern von den Wellen die ueber's Schiff schlugen, und, wegen Stroemung, Wind, und weil sie gleich schwer waren vermutlich, landeten sie nicht weit voneinander am Strand. Big hugs an alle xXx
30.12.2017:
Kommentar from Moya Crew
Danke Dody, so richtig dran geglaubt habe ich ohnehin nicht, dass jemand einfach des Buisiness wegen Dingis kaputt macht. Jetzt ist mein Glaube an die Menschheit aber wieder deutlich gestärkt :-)
01.01.2018:
Kommentar from Martina & Stefan
Es ist tatsächlich unglaublich und man denkt erstmal, das kann nicht sein. Aber uns ist das gleiche in Bequia passiert - Dinghi mit samt dem Außenborder auf dem Kopf im Wasser. Das erste und sicherlich einzige Mal, wo wir nicht konsequenterweise das Dinghi nachts reingeholt haben... Bei der Gelegenheit wünschen wir Euch ein fröhliches neues Jahr und weiterhin viele unvergessliche Erlebnisse auf Eurem Törn. Liebe Grüße Martina & Stefan
20.12.2017 - Kingstown, St. Vincent

Wer kennt diese Bucht?

...viele von Euch vermutlich, aber wo habt ihr die wohl schon einmal gesehen? Ich hätte sie nicht wieder erkannt, aber vielleicht kommt ja von Euch einer drauf. Wir sind gestern entlang der Küste von St. Vincent gesegelt bis in die Hauptstadt Kingstown. Unterwegs stoppten wir zweimal, einmal zum gucken und fotografieren und einmal zum Baden. Am Nachmittag haben wir dann unser Eisen vor einem kleinen Strand in Kingstown versenkt. Wir sind hier die einzige Yacht, wie so oft wenn die Yachting facilities limitiert sind. Wir besuchen diese Orte ganz gerne, da sie meist weniger touristisch, unbequemer aber auch authentischer sind. In Kingstown gibt es kein Dingi Dock, deshalb landeten wir am Strand zwischen den Fischerböötchen an, sofort waren wir von mindestens 10 Kindern umringt, die zuvor im Meer gebadet haben und wir die Abwechslung des Tages waren.

Am Strand standen wir dann doch etwas unschlüssig herum, ob wir unser Dingi alleine lassen konnten. Für uns wäre es eine kleine Katastrophe würde es geklaut werden. Normalerweise haben wir ein Edelstahlkabel mit dem wir es an den Dingidocks sichern, aber am Strand gestern gab es absolut keine Möglichkeit es anzuschließen. Christian sicherte so nur unseren Außenborder und klappte ihn nach oben, so dass man nicht davonfahren konnte. Wir waren unterhalb des Busbahnhofs gelandet, am Strand standen kleine Häuser mit Wellblechdächern. Als wir zur Straße gingen kamen wir an einem Bistro vorbei, der Besitzer und seine Freundin saßen vor der Tür, rauchten und tranken Bier. Der Mann hatte einen Hut auf, eine goldene Uhr am Arm und hatte mindestens 1cm lange Fingernägel auf die viele Frauen neidisch sein würden. Nachdem wir ein wenig mit ihm gesprochen hatten und ihm versprochen haben später bei ihm zu essen, ließ unsere Anspannung etwas nach - wir waren fast sicher, dass unser Dingi später noch genau dort stehen würde wo wir es gelassen hatten.

Kingstown ist ein lebendiger Ort, mit vielen Autos, Menschen und Musik. Es gibt hier einen riesigen Markt auf dem frische Lebensmittel, aber auch Hygieneartikel, Autoteile und Textilien verkauft werden. Die Auswahl an Obst und Gemüse ist nicht mit unseren Supermärkten daheim vergleichbar. Es gibt zum Beispiel keine Äpfel, Trauben oder Birnen. Karotten gibt es nur importiert. Zu meinem Erstaunen wurden auch nur vereinzelt Mangos, Orangen und Papayas verkauft. Dafür gibt es aber Bananen, Kokosnüsse und tatsächlich Früchte die ich noch nie zuvor gesehen hatte. Wir kauften eine Wurzel von der Größe einer großen Kartoffel. 10 kleine rote birnenförmige Früchte und ein melonengroßes stachelig grünes Ding aus dem man wohl Saft machen kann oder es so essen. Unsere Essens Gewohnheiten werden wohl in nächster Zeit etwas umgestellt werden.

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22.12.2017:
Kommentar from Adolf
Diese Bucht kenne ich leider nicht, aber euch und den Kindern ein frohes Weihnachtsfest in ungewohnter Umgebung , einen guten Rutsch ins "Neue Jahr" und eine glückliche Weiterreise in 2018
25.12.2017:
Kommentar from Moya Crew
Keiner eine Idee? Naja es ist auch schwer zu erkennen. Es ist die Wallilabou Bucht oder auch das Piratennest von Fluch der Karibik - hier wurde der Großteil der Filme gedreht
12.11.2017 - Mindelo, Sáo Vincente, Cape Verde

Die Atlantic Rallye for Cruisers

liegt momentan in der Mindelo Marina. Als wir heute den Kanal Sáo Vincente gekreuzt haben, um in der Bucht vor Mindelo vor Anker zu gehen sind wir zusammen mit 5 Booten der ARC angekommen. Eigentlich wollten wir vermeiden gleichzeitig mit den Booten der ARC in Mindelo zu liegen, da alle Marinaliegeplätze für die ARC Flotte gebucht sind.

Nach unserem Ankererlebnis von gestern und da der Wind in den kommenden Tagen sogar noch stärker werden soll, haben wir Santo Antáo schweren Herzens heute schon den Rücken gekehrt - die schöne Insel hätte noch so viel mehr zu bieten gehabt- und sind nach Sáo Vincente gefahren, wo man deutlich geschützter vor Anker liegen kann. Gerade als wir zum Starten unsere Navigation angeschaltet haben, taucht da Lily am AIS auf, die norwegische Segelyacht mit der wir schon in Essouira im Hafen gelegen waren. Nach 7 Tagen auf See segelten sie gerade die letzten Meter nach Mindelo, wo sie schon am Mittwoch zusammen mit der ARC in Richtung Karibik aufbrechen werden. Wir haben sie bereits per Funk am Wasser auf den Kap Verden begrüßt und haben uns riesig gefreut die Truppe später wiederzusehen.

Die ARC ist eine Organisation die jedes Jahr mehrere Langfahrtenrallyes organisiert, darunter auch die klassische Rallye über den Atlantik mit der alles anfing, entweder direkt von Gran Canaria aus oder mit kurzem Zwischenstopp auf den Kap Verden. Jedes Jahr starten mit der ARC ca. 300 Boote mit dem Ziel Santa Lucia. Bei der Rallye geht es weniger darum erster zu werden, sondern eher darum als Gruppe auf den Atlantik vorbereitet zu werden und zusammen rüber zu kommen. Wir hatten nie ernsthaft darüber nachgedacht mit der ARC über den Atlantik zu segeln. Die wenigen Gedanken die wir daran verschwendeten gingen in Richtung "naja der Sicherheitsgewinn ist begrenzt, wenn man in einem Pulk von 300 Booten anstatt alleine über den Teich fährt, am Ende muss doch jeder mit seinem Boot klarkommen". Tatsächlich hatten wir vorab den Teamspirit unterschätzt der dem ganzen Spektakel innewohnt. Die ARC ist ein kommerzielles Event bei dem ordentlich gefeiert wird, so kamen uns heute morgen in der Hafeneinfahrt zur Marina Mindelo zur Begrüßung 8 junge Männer in einem Dingi entgegen, ich würde sagen sternhagelvoll haben sie es ordentlich krachen lassen. Bevor es auf den Kanaren los geht, gibt es Seminare, die die ARC Teilnehmer besuchen können und natürlich gibt es große Parties zur Ankunft auf den Kap Verden und der Karibik - das schweißt zusammen. Schade nur, dass so große Events nicht spontan umgeplant werden können, so fand die Arrivalparty hier schon gestern Abend statt - fast ohne Boote, die waren nämlich fast alle noch auf dem Atlantik unterwegs. Ob die ARC insgesamt ein Sicherheitsgewinn darstellt, weiß ich immer noch nicht, allerdings ist uns erst jetzt so richtig bewusst geworden, dass weit im Vorhinein das Abfahrtsdatum feststeht, so dass bei (fast) jedem Wetter losgesegelt wird und es zumindest ziemlich ungemütlich werden kann. Peder von Lily meinte dazu "I go to the beach bar and have some beers and on Wednesday I will leave. No need to worry about weather".

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