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8° 30.0' S
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119° 52.5' O
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Labuan Bajo, Flores, Indonesien
Datum/Uhrzeit:
08.12.2018
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vom
08.12.2018 16:40 UTC+8
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Logbucheinträge zu Krankheit

28.10.2018 - Nivani Island, Deboyne Inseln, Papua Neuguinea

Schwimmendes Lazaret in der Korallensee

Nach fast sechs Tagen in Nivani, haben wir heute entschlossen unser kleines schwimmendes Lazaret seefest zu machen und die Segel zu setzten. Nivani ist vermutlich eine sehr schöne, unbewohnte Insel, wir haben allerdings nicht viel von ihr gesehen. Mit Ausnahme eines sehr kurzen Besuches am weissen Sandstrand vor drei Tagen, um uns von der Entice zu verabschieden, waren wir ausschließlich an Bord. Auch die japanische Propellermaschine, die hier seit dem zweiten Weltkrieg im drei Meter tiefen, klaren Wasser liegt und zum Schnorcheln einlädt, haben wir nur vom Dingi aus gesehen. Obwohl ich so gerne ins Wasser gesprungen wäre, hat mein Körper sich mit Hustentriaden, Kopfschmerzattacken und Schweißausbrüchen gewehrt - da war einfach nichts zu machen, erst mal wieder gesund werden. Der Capitano ist inzwischen fast wieder komplett fit, dafür hat es Joni seit drei Tagen und schließlich heute Morgen auch Joshi erwischt. Da halfen leider unsere getrennten Bäder, das ständige Lüften, das Verbot in unsere Kabine zu kommen und die ausgebliebenen Streicheleinheiten nichts. Das Virus ist offensichtlich hochinfektiös und Moya leider zu klein, um eine Ansteckung zu vermeiden.

Zumindest Joni scheint die Seuche aber besser als wir Erwachsenen wegzustecken, nach zwei Tagen fast ununterbrochenem Dauerschlaf, wachte er heute Morgen auf, frühstückte und war schon fast wieder der ganz normale Joni, nur nicht so wild. Im Augenblick schlafen die Jungs beide während wir Anker auf gegangen sind, um Kurs Richtung Osttimor zu nehmen. Die Wettervorhersage sagt für die nächsten 10 Tage schönen Segelwind vorher, der sogar bis hinein in die Arafura See und den indischen Ozean anhalten soll. Da dieses Gebiet um diese Jahreszeit sonst so windarm ist, versuchen wir nun die guten Bedingungen mitzunehmen und uns unterwegs auszukurieren. Genug Zeit werden wir haben, für die 1700 Meilen weite Passage brauchen wir selbst bei gutem Wind zwei Wochen. Mal schauen, was ich nach der ersten Nachtwache von dieser Idee halten werde...

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25.10.2018 - Nivani Island, Deboyne Inseln, Papua Neuguinea

Abstecher nach Misima

Wir wollten gerne nach Misima, um dort Geld abzuheben, Gemüse und Eier zu kaufen und einen Blick ins Internet zu schmeisen. Wie ihr an den Bildern erkennt, hat zumindest die Sache mit dem Internet funktioniert. Die Bank die es ehemals dort gegeben hat, hat nach der Schließung der Minen auch geschlossen. Aber Kinas bekamen wir auch in dem koreanischen Laden an der Ecke. Misima ist das Provinzzentrum, hier gibt es neben den Grundnahrungsmitteln wie Zucker, Reis und Mehl auch Seife, Kleidung und Schüsseln. Allerdings wenig mehr, auch Milch gab es nicht. Wir hatten auf ein bißchen Abwechslung in unserer Pantry gehofft und sind vor allem des Marktes wegen nach Misima gesegelt. Aber auch auf dem Markt gab es wenig Auswahl, abgesehen von dem reichen Sortiment an Bitternüssen, die es an allen Ständen gab. Auch für die Entice sollten wir Gemüse besorgen, allerdings bekamen wir von der Liste nur Zwiebeln und Eier. Eine einzige Gurke konnten wir auch erstehen, aber keine Tomaten, kein Salat, kein Bok Choy, noch nicht einmal Bananen. Auch sonst gab es in Bwagaoia Habour wenig Sehenswertes, so dass wir gerade solange blieben wie nötig, um rechtzeitig für meinen Geburtstag in Nivani zu sein.

Wir wollten gerne mit der Entice zusammen feiern, aber schon auf der Überfahrt von Misima, merkten wir, dass etwas nicht ganz stimmt. Zum Glück waren wir ausnahmsweise mal früh los gefahren, so dass wir bereits vor Anker lagen, bevor das Fieber und die Kopfschmerzen voll zuschlugen. Seither liegen der Capitano und ich flach, wir haben uns in der Kirche wohl eine Grippe geholt. Da unsere Symptome, denen von Malaria ähneln, haben wir besser mal einen Test gemacht, obwohl wir uns an keinen Stich erinnern konnten und es unwahrscheinlich ist, dass wir Malaria beide gleichzeitig aufschnappen. Wie erwartet, haben wir keine Malaria und sind inzwischen auch schon auf dem Weg der Besserung. Wir sind das ja gar nicht mehr gewohnt krank zu sein, auf See gibts definitiv weniger Biorisiken als in Kindergarten und Schule. Den Kindern geht es super, sie rennen, rufen und raufen wie immer.

Einen Geburtstagskuchen habe ich nicht gebacken, aber trotzdem bekommen. Karen hat sich großartig um uns gekümmert.

Zu diesem Eintrag gibt es 3 Kommentare.
25.10.2018:
Kommentar from Marcus & Judith
Hallo Ihr lieben, oh jeh, dann erstmal gute Besserung. Und: Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, Sabi! :-))) Beste Grüße aus dem seit gestern trüb-herbstlichen Stuttgart
25.10.2018:
Kommentar from Martina & Stefan
Ganz liebe Geburtstagsglückwünsche aus dem herbstlichen Bayern und natürlich auch gute Besserung und schnelle Genesung. ...mal wieder ganz arg DANKESCHÖN für vielen spannenden und interessanten Berichte und die vielen beeindruckend schönen Bilder der letzten Wochen
13.11.2018:
Kommentar from MoyaCrew
Verspätet noch herzlichen Dank für die Wünsche zu meinem Geburtstag. Die Genesungswünsche haben geholfen, wir sind wieder topfit und zurück in einer Art von Zivilisation...
25.05.2018 - Taiohae, Nuku Hiva, Marquesas, Französisch Polynesien

Arztcheck auf Nuku Hiva

Taiohae ist das administrative Zentrum der Marquesas, es liegt auf Nuku Hiva, der nach Tahiti zweit größten Insel von französisch Polynesien. Auf den 330 Quadratkilometern leben rund 2000 Menschen. Der Grossteil der Insel ist mit hohen Bergen, von denen sich Wasserfälle in grüne Täler ergießen, bedeckt. Auf der Westseite gibt es eine Wüste, im Norden einen Flughafen und einige besiedelte Buchten. Dazwischen liegen archäologische Stätten, wo die historischen Tikis ausgegraben werden. Man vermutet, dass seit ca. 1000 nach Christus Menschen auf den Inseln leben. Die Polynesier sind überraschend hellhäutig, haben aber schwarze Haare und einige der Frauen sind wahre Schönheiten. Wir fragen uns schon die ganze Zeit, wie es die Menschen vor Tausend Jahren auf diese Inseln im Nirgendwo in ausreichender Zahl geschafft haben und dabei noch alles lebensnotwendige wie Schweine, Mais und Hühner dabei zu haben. Wir wissen, dass die Inseln von Westen her besiedelt wurden, aber vermutlich hat es trotzdem viele Todesopfer gefordert bis irgendwann eines der Flöße auf eine Insel traf.

Inzwischen werden die Inseln von Versorgungsschiffen aus Tahiti versorgt, es gibt alles notwendige inklusive vieler französischer Produkte aber auch zahlreiche Produkte aus Neuseeland und Australien. Natürlich gibt es nicht immer alles, vor allem die Auswahl an frischem Gemüse ist eingeschränkt und die Sachen sind teuer. Uns ist nicht ganz klar wie die Polynesier bei den Preisen überleben, sie wohnen oft in sehr einfachen Häusern. Vielleicht leben sie von sehr eingeschränkter Kost, denn bestimmte Lebensmittel wie Mehl und Milch sind reguliert und daher preiswert.

Zumindest die medizinische Versorgung scheint aber erschwinglich zu sein. Gestern Morgen bin ich zu dem kleinen Krankenhaus hinter dem Hafen gelaufen. Seit einigen Tagen hatte ich eine Wölbung auf der Bindehaut, gleich neben der Iris, und eine leichte Entzündung, so dass ich das gerne ärztlichen Rat einholen wollte. Das Krankenhaus ist klein, ein einstöckiges Gebäude mit zwei Flügeln. Einige Menschen warteten auf Bänken im Freien. Neben der Tür mit Aufschrift bureau de consultation hing ein Flyer mit den Gebühren. Ohne Versicherung 2500 Franc für eine allgemeine Visite, für chirurgische Eingriffe 3500 Franc, mit Versicherung weniger. Ich staunte, und fragte mich ob ich richtig verstanden hatte und wirklich mit einem Arzt für weniger als 25€ sprechen kann.

Ich schien an der falschen Stelle zu sein, eine Schwester begleitete mich in den anderen Flügel. Dort kümmerte man sich direkt um mich. Erst wurden meine Daten aufgenommen, Temperatur, Blutdruck und Puls gemessen und nach meinem Anliegen gefragt. Der Pfleger Christoph konnte ein bißchen englisch und erklärte mir, dass ich nun bezahlen müsste und dann einen Arzt sehen könnte, er lief mit meinen Papieren davon. Als die Schwester mit der Blume im Haar mit Anamnese und Sehtest fertig war, zeigte sie mir die Zahlstelle und brüllte unterwegs nach Christoph der ja meine Papiere hatte. Christoph tauchte irgendwann auf und erzählte mir lächelnd, dass er einen Zahnarzttermin beim Zahnarzt im Dort für mich gemacht hat. Ich hatte davor angefragt, ob es im Krankenhaus einen gäbe und war jetzt wieder mal ganz perplex über die Freundlichkeit der Menschen. Er erklärte mir noch wie ich hin kam, dann war er weg.

Tatsächlich löhnte ich nur 25€ und wurde wenig später vom Herrn Doktor über den Hof geführt zurück in den anderen Flügel des Krankenhauses. Hier gab es ein Instrument mit dem der Arzt in meine Augen schauen konnte. Mit der Hilfe von Flourescein Tropfen sah er, dass die Entzündung bereits abgeklungen war, die antibiotischen Tropfen, die ich getropft hatte, schienen gewirkt zu haben. Die weißliche Erhebung war noch da. Er wusste sofort was es war, Pinguecula. Eine von Sonne und Wind verursachte Degeneration der Bindehaut. Nichts Schlimmes, scheint hier eine Allerweltserkrankung zu sein, ich muss nur besser darauf achten zukünftig immer eine Sonnenbrille aufzusetzen. Supi, das hatte ich gar nicht erwartet, hier so schnell eine kompetente Diagnose zu bekommen.

Heute morgen bin ich dann zum Zahnarzt geirrt. Es hat etwas gedauert bis ich das grüne Haus am Berg gefunden hatte. Von außen sah es aus wie jedes andere Haus hier, die Straße dorthin war eine Schotterpiste, es war kein Schild angebracht, man musste schon wissen, wo man hin wollte. Ich zögerte kurz, ob es eine gute Idee ist, hier zum Zahnarzt zu gehen und dachte an die schäbigen Toiletten, die man hier meist antrifft. Da ich nun schon mal da war und es außerdem gerade anfing zu kübeln, entschied ich, mir das Ganze wenigstens anzuschauen, gehen könnte ich ja dann immer noch.

Der alte französische Zahnarzt empfing mich an der Tür und führte mich in seine kleine ein-Zimmer Praxis. Es war alles da, ein Zahnarztstuhl, ein Schreibtisch auf dem Modelle von Protesten lagen, der Wagen mit den Instrumenten und ein Autoklav. Dr. Puech freute sich sichtlich, dass ich beeindruckt war. Er war vor 20 Jahren hier her gekommen und genießt jetzt mit seiner Frau die Vorzüge vom anderen Frankreich. Er schaute mir in den Mund und meinte, mit Ihren Zähnen ist alles in Ordnung. Geld nehme er nicht, er hätte ja schließlich nicht gearbeitet. Ich wünschte ihm alles Gute und ging gut gelaunt zurück Richtung Hafen.

Unterwegs wurde ich ein paar Mal geduscht, schaute mir aber trotzdem noch die Tikis und Notre Dame im Dorf Zentrum an. Am Nachmittag hatten wir einen Potluck mit einigen Kinderbooten. Zum Picknick gab es jede Menge Essen, nette Gespräche und nagelneue Tattoos, die einige Boaties zum ersten Mal ausführten. Die marquesischen Tätowierer, tätowieren nur schwarz-weiß und sind wahre Künstler. Die Tattoos gehören zu der Tradition der Leute hier, fast jeder auf der Insel ist auf die ein oder andere Weise tätowiert, manche sehr stark und selbst im Gesicht, dass es an Kriegsbemalung erinnert.

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