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Breite:
8° 30.0' S
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119° 52.5' O
Ort:
Labuan Bajo, Flores, Indonesien
Datum/Uhrzeit:
08.12.2018
16:40 UTC+8
Wettermeldung:
vom
08.12.2018 16:40 UTC+8
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Mäßige Brise aus Südwest

Logbucheinträge zu Samoa

10.08.2018 - Apia, Upolu, Samoa

Erkundung Upolus mit dem Auto und zu Fuss

Um ein bißchen mehr von Samoa zu sehen waren wir mit dem Auto unterwegs. Ganz früh morgens tuckerten wir los - ganz ungewohnt auf der falschen Seite der Straße. Vor allem beim Rechtsabbiegen war höchste Konzentration am Steuer, regelmäßig wischte trotzdem der Scheibenwischer anstatt das der Blinker anging. Gut, dass der Capitano fuhr, denn ich starb auch so schon 1000 Tode auf der Beifahrerseite, wenn die Autos auf den schmalen Straßen entgegen gerast kamen.

Unser erster Stop waren die Cave Pools, ca. 20 km östlich von Apia. Die Einfahrt war unscheinbar, man musste in ein theologisches College hineinfahren, dort saß dann ein Samoaner unter einem Baum und sackte die Eintrittsgelder ein. Ziemlich alles auf der Insel kostet Eintritt, ob Schnorcheln, Wasserfälle, Museen oder Höhlen, was wir aber sehr OK finden, denn in Samoa gibt es nur wenig Industrie. Die meisten Samoaner leben von der Landwirtschaft, deren Produkte aber hauptsächlich im Land bleiben. Exporte gibt es fast gar nicht, dafür kosten die importierten Lebensmittel im Supermarkt eine ganze Stange Geld. Es bleibt also neben der Entwicklungshilfe fast nur noch der Tourismus um an Devisen zu kommen. Wir zahlen also deswegen gerne. Die Cave pools sind Süsswasserbecken von wo aus man in Höhlen schwimmen kann. Das Wasser ist glasklar, herrlich erfrischened und wenn man aus der Höhle herausschaut sieht es wunderbar blau aus. Dazwischen schwimmen Fische, die golden und silbern glänzen. Joshua und Joni trauten sich zu Anfang kaum in die dunkle Höhle zu schwimmen, dann waren sie aber ganz beeindruckt - trotzdem schwamm Joshua in einem Affenzahn wieder ins Freie, so ganz geheuer war ihm die Dunkelheit nicht.

Weiter ging es zum Sua Ocean trench, das ist ein Marine Park, auf der Südseite der Insel. Die Touristen kommen hierher vorallem um sich die Wasserlöcher anzuschauen. Unterirdisch sind die bestimmt 30-40 Meter tiefen Löcher mit dem Pazifik verbunden. Man kann hinuntersteigen über eine unglaublich steile Leiter und unten schwimmen, allerdings ist das nichts für schwache Nerven, denn man steht auf glitschigen Holzstufen und es geht weit hinunter. Joshua wollte unbedingt, ganz mutig ist er mit Christian unten gewesen und hat gebadet, während Joni, ich und einige Neuseeländer von oben staunend zuschauten. Leider hat die Sonne gefehlt, sonst hätte das Wasser türkis nach oben geleuchtet, beeindruckend sah es aber auch so aus mit den grünen Dschungelpflanzen drum herum. Weiter unten in der Anlage, befinden sich die blowing Holes, wo bei Flut das Wasser nach oben schließt und ein aus erkalteter Lava gebildete Becken im Ozean, wo man eigentlich schön baden könnte, wenn es nicht gesperrt gewesen wäre.

Nächster Stop waren die Wasserfälle im Süden zum Planschen für die Kinder und Springen. Der Capitano wurde wieder ganz zum Kind und hat sich die 10 Meter in die Tiefe gestürzt während ich von den Moskitos aufgefressen wurde. Lange ausgehalten haben wir es deshalb dort nicht und waren am späten Nachmittag wieder zurück in Apia - ziemlich grogi aber zufrieden, ob des vielseitigen Tages. Die Kinder waren zwar platt aber natürlich nicht platt genug, dass es nicht doch noch für Räubern am Steg mit Erik und Sophie gereicht hätte.

Am nächsten Tag ging es zu acht weiter zu Fuss den Berg hinauf zum Grab von Robert Luis Stevenson, der die letzten Jahre seines kurzen Lebens auf Samoa verbrachte. Der schottische Schriftsteller schrieb einige seiner berühmten Bücher auf Samoa. Er war hoch angesehen bei der Bevölkerung, so hoch, dass sie einen Weg durch den Urwald den Berg hinauf gerodet haben, um seinen Sarg in einer langen Menschenkette hinauf zu tragen. Sein Haus wurde erst Sitz der deutschen und neuseeländischen Besatzer und letztendlich zum Museum, wo wir eine sehr interessante Tour mitmachten und noch ein bißchen mehr über Samoa lernten. Auf meiner zu lesen Bücherliste steht jetzt ganz oben Treasure Island.

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10.08.2018:
Kommentar from Gabi
Super,super,super, aber ob ihr mal Kontakt mit Opa C aufnehmen könntet ? Nichts passiert, aber es wäre schön, wenn es klappen würde.Viel Vergnügen weiterhin wünscht Tante Gabi
07.08.2018 - Apia, Upolu, Samoa

Kava, Tattoo, Feuer und Tanz ...

sind alles traditionell samoanische Künste, die wir allesamt gleich nach unserer Einreise in die ehemalig deutsche Kolonie miterleben durften.

Die Marina in Apia ist klein, hier liegen die wenigen Gästeyachten die Samoa besuchen. Neben uns, einem Kanadier und einem neuseeländischen Boot, liegt hier auch die Mango mit der es ein heiss ersehntes lautes Wiedersehen gab. Die Kids hatten sich viel zu erzählen - sehr amüsant im übrigen, wenn man als Erwachsener daneben steht und 5-jährigen ganz altklug daherreden hört was man so erlebt hat und was man besser auslässt. Wir wussten also in Minuten welche Aktivitäten wir in den nächsten Tagen unbedingt mitmachen mussten und fingen gleich heute damit an das Cultural Village zu besuchen.

Das Cultural Village ist eine kostenlose Touristenveranstaltung, bei der jeder der möchte in die Traditionen und Gebräuche Samoas Einblicke bekommt. Da wir noch unseren Papierkrieg fertig machen mussten, waren wir ein bißchen zu spät und verpassten den Anfang der Veranstaltung, bei der aus Palmenblätter Teller geflochten wurden. Die Teller waren Grundlage für das das danach kam, nämlich das Kochen auf der Erde. Traditionell essen die Samoaner Taru (eine Yam Wurzel), grüne Bananen, Fisch und Kokosnuss, diese Zutaten werden auf der Erde gegart. Dazu werden erst Steine in einem Feuer heiß gemacht und danach auf der Erde ausgebreitet, darauf legen die Samoaner Bananenblätter, dann die Taru Wurzeln, Bananen und in Palmenblätter eingeflochtenen Fisch. In der nächsten Ebene folgen wieder Bananenblätter, heiße Steine und darauf alles was schneller gar wird wie Meeresfrüchte oder in Blätter eingewickelte Kokosmilch. Alles wird dann mit vielen Blättern bedeckt, bis ein dampfender Haufen entsteht. Die Hitze der Steine gart nun das Essen, nach 45 Minuten war alles durch und wurde nett auf den grünen Teller serviert. Gegessen wird mit der Hand - ganz ökölogisch bleibt so nichts übrig.

Bis das Essen soweit war, bekamen wir eine Einführung in die samoanische Kunst zu tätowieren. Die meist-geachtetsten Männer tragen hier mit stolz eine sogenannte Ganzkörpertätowierung. Diese Tätowierung bedeckt nicht den ganzen Körper, aber jeden Zentimeter Haut von den Knien bis zum Bauchnabel, vorne wie hinten, und wird an 12 Tagen in je 3-4 Stunden tätowiert. Nur Männer von zwei Familien in Samoa sind berechtigt zu tätowieren und auch nur dann, wenn sie selbst eine Ganzkörpertätowierung besitzen und ihre jahrelange Lehre abgeschlossen haben. Nur ein Mann der selbst den körperlichen und mentalen Prozess überdauert hat, soll einem anderen begleiten dürfen. Tätowiert wird anstatt mit Nadel traditionell mit Schildkrötenpanzerstücken, inzwischen sind sie durch Platin ersetzt, aber dennoch werden die bis zu drei Zentimeter breiten mit Tinte getränkten Stücke unter die Haut geklopft. Die Männer verlieren bei jeder Session erhebliche Mengen Blut und vollenden alle 12 Sessions nur mit äußerster Willenskraft und mentaler Stärke. Die ganze Familie unterstützt dabei wo sie nur kann, denn wer abbricht bringt Schande über die gesamte Familie. Die Familie ist in Samoa fast schon heilig, nicht nur Eltern und Kinder sondern auch Großeltern, Tanten und Onkel leben zusammen. Wer allerdings durchhält wird von nun an mit Respekt behandelt, darf nun die besonders schwierigen Herausforderungen meistern und kann es bis zum Häuptling des Dorfes bringen, einer Aufgabe die beträchtliches Ansehen mit sich bringt. Auf Upulo gibt es über 150 Dörfer, die sich autonom verwalten. Selbst Apia besteht eigentlich nur aus vielen Dörfern, jedes davon mit einem Häuptling aber dafür mit keiner weiteren Regierungsebene für die Stadt.

Nachdem wir beim Tätowieren zugeschaut haben, wurde uns gezeigt wie traditionell Holzschalen gefertigt wurden und Stoff für die festlichen Gewänder aus der Rinde eines bestimmten Baumes hergestellt wurde. Wir waren dabei wie eine Willkommenszeremonie mit Kava für uns veranstaltet wurde und nach dem Essen wurde dann noch getanzt. Die Frauen, ganz züchtig, in langen Roben bewegten sie hauptsächlich ihre Hände in wellenartigen Bewegungen. Während die Männer mit in ihren LavaLavas und bastbebundenen Unterschenkeln richtig Gas gaben und stampften bis der Boden wackelte. Joni fing an lauthals zu lachen und kommentierte ”die kämpfen, Mama!“.

Für den Abend hatten wir uns schon am Vortag für die Feuershow angemeldet. Auch dort tanzten Männer, Frauen und Kinder. Dann kamen die Jungs mit den brennenden Stöcken und wirbelten sie in einer unglaublichen Geschwindigkeit durch die Luft und um ihre Körper herum. Die Hitze war bis zu uns zu spüren. Die jungen Männer sind regelrechte Feuerakrobaten, mutig, schnell aber auch zäh, die ein oder andere Verbrennung blieb da sicherlich nicht aus.

Ein schöneren Einblick in die samoaische Kultur hätten wir uns nicht vorstellen können und haben wir bisher auch noch in keinem anderen Land erhalten.

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06.08.2018 - Apia, Samoa

Ein verlorener Tag

Die Wettervorhersage sagt für die gesamte Woche Wind aus Süden oder Südwesten voraus. Keine Chance also nach Tonga im Süden zu segeln. Noch eine ganze Woche Pago Pago konnten wir uns nicht verstellen, so dass wir kurzer Hand entschieden die paar Meilen nach (Western) Samoa zu segeln, um uns anzuschauen, was wir Deutschen damals verzockt haben. Aber Moment - es war Samstag. Der Zoll war zu. Christian beschloss, dennoch zum Hafen zu laufen, mit der Hoffnung doch noch jemanden zu finden, der uns eine Clearance ausstellt. Auch dieses Mal war der Christian Faktor wieder im Spiel und der Capitano bekam es hin, dass der Zollbeamte zu Hause angerufen wurde und dann wirklich noch einmal ins Büro kam, um unsere Ausreisepapiere fertig zu machen. Wow! Die Kinder und ich wollten inzwischen zum Spielplatz und Oceanarium. Leider mussten wir letzteres aber streichen, da es zu hatte, genauso wie der Burgerladen, der samstags bereits um 14 Uhr schließt.

Wir verließen die USA also tatsächlich ohne vernünftigen Burger, gingen Anker auf und verließen am Samstag Abend bei Dunkelheit die Bucht von Pago Pago. Nur 12 Stunden später sahen wir das Land von Samoa, es war aber bereits Montag morgen. Wir hatten einen Tag unseres Lebens verloren. Sonntag der 5 August 2018, existierte bei uns nicht, da zwischen amerikanisch Samoa und Samoa die Datumsgrenze verläuft und wir mit Übertritt einen Tag übersprangen. Das Gute daran war, dass wir heute am Montag ohne weiteres hier einreisen konnten. Die Herren und Damen vom Zoll und der Gesundheitsbehörde waren auch schon bei uns an Bord, nur noch die Stempel im Pass fehlen. Das kommt dann morgen.

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04.08.2018 - Pago Pago, Amerikanisch Samoa, USA

Samoaner

Wir waren ein bißchen auf der Insel unterwegs. Vor allem wollten wir proviantieren und einige amerikanische Kleinigkeiten für Moya kaufen, die es eben nur hier gibt - Flex Tape, klebt sogar unter Wasser, Silikonhandschuhe, damit wir uns nicht ständig am Gasofen verbrennen und die Küchenhandtücher nicht in Flammen aufgehen, einen LED Strahler zum Ankern und eine vernünftige Kühltasche zum Einkaufen. Ganz nebenbei haben wir aber noch einige nette Episoden mit den unglaublich herzlichen Samoanern erlebt:

Wir waren ja schon am Vortag im Supermarkt gewesen, um zu sehen was es hier gibt. Pete, der Manager, hatte sofort angeboten uns die Lebensmittel zum Hafen fahren zu lassen - nur heute ginge es nicht. Das ist für uns ein super Angebot, denn größere Einkäufe mit den Kids und den Öffentlichen werden manchmal echt anstrengend. So waren wir also nochmal wieder gekommen. Als wir den Wagen durch die Regalzeilen mit den gigantischen Verpackungen schoben, hielt der Gabelstapler neben uns: „I always see you here“ sagte der rundliche Samoaner und bot uns Transporthilfe an. Er dachte wir wären wieder gekommen, weil wir die Sachen nicht auf einmal haben tragen können. Was für ein Star! Wo gibt es das denn anderswo?

Als wir dann nach unseren Einkäufen auf unseren Fahrer warteten, lernten wir die Frauen Handball Olympia Mannschaft von Amerikanisch Samoa kennen. Die jungen Frauen saßen heute schon zum zweiten Mal am Eingang des Supermarkts, verschenkten Lollies und verkauften T-shirts, um an Geld zu kommen, um im Oktober zur Olympiade zu fahren. Die Mädels waren ganz angetan von Joshi und Joni und fanden es total spannend, dass wir aus Deutschland sind. Das Stück gemeinsame Geschichte reicht wohl aus, dass jede von Ihnen auch mal in Deutschland vorbei schauen will. Als Richy, unsere Fahrer dann eintrudelte, trug die ganze Mannschaft unsere Einkäufe zum Van. Weder die jungen Frauen, noch Ricky wussten so richtig eine Antwort auf meine Frage, was sie uns empfehlen hier auf der Inseln zu unternehmen. Stattdessen fragten beide, ob wir denn Western Samoa besuchen würden - dort sei es schön. Ich hakte ein wenig nach und erfuhr, dass jeder Bewohner amerikanisch Samoas immer noch Familie in Western Samoa hat. Ganz wehmütig erzählte Richy, dass jeder neue Governor danach strebt, die Samoaner wieder zu vereinigen. Ich dachte sofort an den Mauerfall. Auch die Samoaner sind ein Volk, nur sind sie schon seit über hundert Jahren auf zwei Länder geteilt, erst Deutschland, USA, später dann neuseeländisch Zugehörigkeit und Unabhängigkeit für Western Samoa. Richy jedenfalls glaubt nicht so richtig daran, dass die Wiedervereinigung, die er sich sichtlich wünscht, bald kommen wird. Wie unfair! Trotzdem, und auch nicht durch die Zyklone, die hier jährlich durchgehen (wir sehen immer noch beschädigte Häuser vom letzten) oder die Tsunamis, lässt sich der große Mann sein tiefes, herzliches Lachen und seine Hilfsbereitschaft verderben. Ich bin nicht sicher an was es liegt, aber hier im Pazifik sind die Menschen schon sehr Besonders.

Zurück im Hafen, waren einige Cruiser gerade dabei die Counting Stars zu retten. Die Familie war von Bord gegangen und der Katamaran quer über die Bucht gedriftet. Der Ankergrund ist immer noch voller Unrat, der vom Tsunami 2009 ins Meer gerissen worden ist und deshalb schlecht - die Anker halten nicht. Zu viert schafften sie den Anker per Hand ohne Winde aus dem Wasser zu ziehen und neu zu setzen. Wie schon bei der Aftermath, die im übrigen noch auf Suwarrow wieder repariert werden konnte, ist die Community unschlagbar. Man gehört dazu sobald man mindestens ein Segel dabei hat, so wussten wir auch sofort, dass am Abend eine kulturelle Veranstaltung an der Markthalle stattfinden wird und wir am Sonntag zum Potluck eingeladen sind.

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02.08.2018 - Pago Pago, Amerikanisch Samoa, USA

Skurrile Mischung

Wir sind angekommen, heute Morgen um kurz nach 5:00 Uhr sahen wir die Lichter am Horizont auftauchen. Henry arbeitete immer noch seit fast 24 h mit nur einer kleinen Segelunterbrechung. Abgesehen vom Fahrtwind war kein Lüftchen zu spüren. Der Morgen am Wasser war mild, die Sonne war ja auch noch nicht da. Später regnete es und war dabei drückend heiß 100% Luftfeuchtigkeit - mindestens. Mit dem ersten Tageslicht regten sich die Jungs in ihren Kojen gerade richtig zur Einfahrt in die Bucht. Empfangen wurden wir schon am Eingang des langen, gebogenen, natürlichen Hafens von einem eigenartigen Geruch nach Gekochtem. Joshua war irritiert, er konnte nichts damit anfangen. Christian und ich rümpften die Nasen - zwei Tage alte Fischkonserve am ehesten - vor dem Frühstück! Und tatsächlich stellten wir später fest, dass sich zig Fischerboot gegenüber des Containerterminals vor einer ansehnlichen Thunfisch-Eindosungs-Fabrik aufreihten.

Nach kurzer Rücksprache mit dem Port Captain legten wir hinter den Containern am Main Dock an. Christian machte den Papierkram mit Hafen, Immigration und Gesundheitsbehörde während ich einem großen stattlichen Samoaner vom Zoll die Moya zeigte. Der gute Mann hätte zuerst fast nicht durch den Niedergang gepasst, hat sich dann aber jedes Schapp genauestens zeigen lassen und ist mit seinen schweren, schmutzigen Stiefel einmal durchs Boot geturnt auf der Suche nach Waffen und Drogen. Vakuumierter Couscous, Mehl und unser in Flaschen abgefülltes Wasser untersuchte er argwöhnisch. Nach 15 Minuten war die Inspektion beendet und wir hatten Glück gehabt, bei der La Pecadora waren 9 Mann an Bord. Aber die wollten wohl eher das schicke Boot von innen sehen.

Unser stämmiger Officer ist hier auf der Insel kein Einzelfall. Wir trafen heute bereits einige kurvenreiche Samoaner. Die Frauen ganz polynesisch mit Blumen in den dunklen Haaren, die Männer mit Lavalava, langen kellnerschürzenartigen Röcken. Direkt neben dem Port Captain gab es ein McDonald Restaurant und auch sonst erinnerte uns viel an unsere Zeit in den USA. Die Häuser sind in amerikanischer Bauweise errichtet und großzügig verteilt, die Straßen, weitgehend ohne Gehsteige, sind amerikanisch beschildert und von dicken Autos befahren, Temperatur und Luftfeuchtigkeit ähnelten Texas im Sommer. Ohne 4 Räder kommt man auch hier nur schwer voran, was Christian schon bei der Einreise feststellte, als der Port Captain ihn für die 500 Meter Strecke zur Immigration zum Bus schicken wollte. Aber es ist nicht alles so wie in den Staaten, jedes fünfte Haus hier ist eine Kirche, die Vorgärten der Wohnhäuser sind durch einige geflieste Gräber dekoriert - umziehen ist nicht! Und die meisten Leute fahren anstatt Auto Bus.

Die Busse sind wirklich der Hit, in beiden die wir heute benutzt haben, hatten sie die Motorhaube, das Fahrgestell und Windschutzscheibe von normalen Pickups verwendet und durch Holzgestelle nach oben und in die Breite verlängert, ein paar schmale Sitzbänke eingeschraubt und ab geht die Fahrt. Alle drei Minuten kommt so ein Ding vorbei gefahren und bringt jeden der will nach Tafuna, dem Hauptort der Insel, wieder ganz amerikanisch ohne richtiges Zentrum, aber dafür mit einem Cost-U-Less Supermarkt, bei dem das amerikanische Herz garantiert höher schlägt. Es gibt dort sogar frische Pfirsiche aus Kalifornien - keine Ahnung wie das mit dem Schiff geht.

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