Letzte Position:
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Breite:
8° 30.0' S
Länge:
119° 52.5' O
Ort:
Labuan Bajo, Flores, Indonesien
Datum/Uhrzeit:
08.12.2018
16:40 UTC+8
Wettermeldung:
vom
08.12.2018 16:40 UTC+8
33 °C
Mäßige Brise aus Südwest

Logbucheinträge zu Delfine

16.05.2018 - Baie Hapatoni, Tahuata, Marquesas, Französisch Polynesien

Die Kirche von Vaitahu...

... hat mich heute schwer beeindruckt. Das kleine Steingebäude, mit dem kleinen Kirchturm, den schönen Holzvertäfelungen und teilweise offenen Wänden, ist vielleicht nicht im klassischen Sinne schön, aber für mich ist es eine der schönsten Kirchen, die ich bisher gesehen habe. In den kleinen Kirchturm wurde aus Holz eine riesige Marienstatue eingearbeitet. Sie schaut über den Dorfplatz, man kann sie schon vom weitem sehen. In der Kirche, gibt es hinten ein großes Fenster aus buntem Glas und ansonsten keinerlei Prunk oder Kitsch, dafür aber überall Blumen. Die Stein und Holzarbeiten der Fassade sind bis ins letzte Details mühevoll gearbeitet. Alles an diesem Gebäude scheint mit diesem Ort zu harmonieren. Zu gerne hätte ich gesehen, wenn die Kirche besucht ist, aber heute an einem Mittwoch Nachmittag war bis auf zwei kleine Jungs niemand da.

Die Jungs hatten Joshua und Jonathan schon früher entdeckt und spontan Freundschaft geschlossen. Mit Stöcken spielen, Fangen und Erschrecken geht auch ohne, dass man dieselbe Sprache spricht. Jetzt sind die beiden einfach mit uns durch das Dorf gelaufen und haben mit uns mit Mandarinen vom Baum neben der Kirche beschenkt. Im Dorf haben wir außerdem eine Bananenstaude erstanden und uns mir den super leckeren Pomelos eingedeckt, die hier überall wachsen. Baguettes waren in dem kleinen Laden zwar ausverkauft, aber ein Einheimischer kam uns hinter her, er hatte plötzlich noch zwei Stangen herbei gezaubert, als er merkte was wir wollten. Mit unserem nicht vorhandenen französisch, englisch und Händen und Füßen kommunizieren wir mit den Leuten, die uns ausnahmslos mit einer fast unglaublichen Herzlichkeit willkommen heißen und helfen wo sie nur können ohne dabei auch nur im geringsten aufdringlich zu sein.

Als wir später zu Moya zurückfuhren, waren wir zu fünft im Dingi. Einer der beiden Jungs war einfach mitgekommen, hat neugierig unser Schiff erkundet und mit Paddle Board und Dingi gespielt. Wir waren heute morgen nur drei Meilen aus der Nachbarbucht herüber gesegelt, nachdem die Kinderboote gestern Abend bereits nach Norden aufgebrochen waren. Am Freitag soll es hier eine traditionelle Feier geben, die wir uns noch anschauen wollen, bevor wir weiter ziehen.

Jetzt sitzen wir aber erstmal im Cockpit, die Kinder sind im Bett, und genießen die Ruhe vor Anker. Hinter uns hört man die Brandung rauschen, die an die steilen Klippen schlägt. Über uns leuchten die Sterne, es weht nur eine laue Brise, kurz vor Sonnenaufgang waren noch einige Delfine zu Besuch - es ist einfach wunderschön hier.

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05.04.2018 - 7°27’N / 79°52’W, Pazifik

Erster Segeltag im Pazifik

Die Bedingung hätten gestern zum Auslaufen kaum besser sein können. Es gab zwar nur 10-15 Knoten Wind, dafür aber direkt von hinten, so dass Moya trotzdem bis zu 6 Knoten lief. Wir waren schon bei Dunkelheit gestartet, vor uns lag der Ausgang des Panama Kanals und die vielen Ankerlieger, hinter uns die beleuchtete Skyline der City. Der Pazifik machte seinem Namen alle Ehre. Moya glitt ganz ruhig dahin.

Die Kinder waren noch lange wach und halfen mir beim Verräumen der letzten Einkäufe während Christian im Cockpit saß und angestrengt in Fahrt befindliche Schiffe im Lichtermeer der Ankerlieger identifizierte. Die Jungs waren aufgekratzt, sie merkten, dass wir auf eine sehr lange Reise starteten. Als wir sie dann schließlich in die Kojen gebracht hatten, waren beide aber im Handumdrehen eingeschlafen. Auch ich legte mich in die Koje und konnte sogar einige Minuten Schlaf finden bevor ich mich für meine erste Nachtwache um 1 Uhr aus dem Bett wälzte. Normalerweise kann ich am ersten Tag einer Passage nur sehr schlecht schlafen, da mein Körper sich erst wieder an die Schiffsbewegungen und den intermitierenden Schlafrhythmus gewöhnen muss, aber heute glitt Moya so sacht durchs Wasser, dass man fast hätte meinen können vor Anker zu liegen. Da wir westlich von der Schifffahrtsstraße unterwegs waren, war nach dem anfänglichen Lichterdurcheinander bald kein Licht mehr zu sehen. Abgesehen vom Anspringen unserer AIS watchbox, die vor einer potentiellen Kollision um 3:30 Uhr mit der amerikanischen „True Joy“ warnte, war meine Nachtwache ereignislos. Ich nutzte die Zeit um mir die neusten Wetterdaten anzuschauen, noch ein bißchen aufzuräumen und den Windpiloten davon zu überzeugen den richtigen Kurs zu steuern.

Heute morgen gab es dank der ruhigen Segelbedingungen ein ungewöhnlich ausgiebiges Frühstück. Wir konnten sogar auf die Anti-rutsch-Matten verzichten und dennoch in Ruhe Essen, ohne dass Gläser umfielen oder Brote von den Tellern rutschten. Der Wind war am Morgen schwächer geworden, so dass wir unsere Genua ausbaumten, das Großsegel bargen und unser Leichtwindsegel setzten. Joshua und Jonathan saßen währenddessen angeleint im Cockpit, haben während der Umbauarbeiten Bücher angeschaut und uns danach geholfen unsere Angel und unsere selbstgebaute Handline mit selbstgebastelten Köder auszubringen. Da unsere Angelerfolge im Atlantik begrenzt waren, hoffen wir nun mit 2 Leinen und Köder mit Herzblut auf mehr Bisse.

Am Nachmittag war vom Wind nur noch ein Lüftchen übrig geblieben und es war heiß. Wir beschlossen, ein Seil über Bord gehen zu lassen und hinterher zu schleppen. Christian und ich wagten nacheinander den ersten Sprung ins pazifische Nass. Es war herrlich sich von Moya durchs kühle Wasser ziehen zu lassen, auch wenn es ein bißchen seltsam ist das besegelte Schiff vor sich zu sehen. Die Jungs konnten heute noch nicht mitmachen, werden wohl aber in naher Zukunft, ganz ohne Wind, auch dabei sein können. Nach unsere Abkühlung hatten wir Besuch von einer Schule Delfinen, dann wurde gelesen, gemalt und Spiele gespielt. Joshua stellte ganz treffend fest „Wenn wir so langsam fahren, kann man ja alles machen! Cool!“.

Leider ist vor einer Stunde der Wind ganz eingeschlafen, unser Windanzeiger zeigte: „True Kts: 0“. 82 Meilen hatten wir ohne Motorunterstützung geschafft und müssen nun leider schon am ersten Tag Henry anschmeißen, damit er uns um die Punta Mala herum schiebt. Dort hoffen wir heute Nacht wieder ein bißchen Wind zu finden.

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10.03.2018 - Chichime, San Blas, Panama

Chillen in Chichime

Die schönste Zeit des Tages ist für mich der Spätnachmittag, wenn die Sonne schon niedrig am Himmel steht. Und heute freute ich mich besonders, nach den letzten drei Tagen mit bedecktem Himmel hebt sich die Stimmung an Bord deutlich. Ohne Sonne ist selbst das Paradies hier nur halb so schön, anstatt azurblauem Wasser, grünen Palmen und weißem Sandstrand wirkt alles so eintönig mit einem Grauschleier überdeckt. Heute Mittag gewann dann unser favorisierter Stern, die Strahlen schoben sich erst zwischen den Wolken hindurch und schließlich gab es außer ein paar Quellwölkchen nur strahlend blauen Himmel und die ganze Pracht des Meeres mit seinen tausenden Blautönen wurde erkennbar.

Nach unserem Stop auf den Lemmon Cays sind wir heute nur 3 Meilen nach Norden getuckert um die nächste, genauso schöne Inselgruppe Chichime zu erkunden. Die Anfahrt war ziemlich scary, wir fuhren durch einen Kanal zwischen zwei Korallenriffen, einige Meter rechts von uns brachen sich kleine Wellen und liefen an einen kleinen Sandhaufen, links von uns lag auf dem Riff eine gestrandete, verlassene Segelyacht und einige Meter weiter eine alte Fähre mit Aufschrift "San Blas Ferry". Dank unseres Cruising Guides wußten wir wo die Riffe anfangen und enden, so dass unsere Durchfahrt zwischen die Inseln trotzdem hätte einfacher nicht sein können. Wir versenkten unser Eisen im ruhigen Wasser zwischen den Riffen und frönten dem süßen Nichtstun unterbrochen von Schnorcheln, Inselexkursion und Baden. Selbst die Jungs waren zufrieden mit ihren Pixibüchern an diesem idyllischen Ort. Jetzt genießen wir die schönsten Stunden des Tages im Cockpit, haben Christians Fuss versorgt und ausnahmsweise sogar ein Nachmittagsbier aus dem Kühlschrank hervorgekramt. "Pfffff", das war das Prusten der drei Delphine, die im Moment an der vor Anker liegenden Moya vorbei schwimmen, sehr zum Entzücken von Kathi und den Kindern. Tatsächlich hatten wir Delphine sonst immer nur unterwegs auf dem Wasser gesehen und es ist schon ganz besonders toll die Tiere aus so kurzer Distanz ganz in Ruhe zu beobachten.

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11.03.2018:
Kommentar from Marlene und Werner
Hallo Capitano, hoffentlich geht es Deiner Wunde am Fuß besser, wir wünschen Dir gute Besserung. Täglich verfolgen wir euren Blog mit großem Interesse. Wir wünschen euch und Kathi weiterhin eine gute Reise mit vielen schönen Ereignissen. Liebe Grüße Werner und Marlene
28.01.2018 - Klein Curacao

Seeruinen

Betreten stehen wir heute an der Ostküste von Klein Curacao. Dort liegen die Überreste eines vor 40 Jahren angestrandeten Frachters. Vom Bug waren nur noch vereinzelte Rostteile übrig, die über den felsigen Strand verteilt lagen. Das Heck mit dem Schiffshaus lag noch wie eine Ruine im Wasser. Alles war mit einer dicken Rostschicht überzogen, die Farbe des Schiffes war nicht mehr zu erkennen. Die heute großen Wellen des karibischen Meers rauschen von der Ostseite heran und schlagen in gigantisch, weißen Fontänen in das Wrack ein. Manchmal sind sie so groß, dass sie bis an Deck reichen und das Wasser aus Löchern dann seinen Weg wieder ins Meer zurück sucht. Nach einigen wenigen Schritte weiter nach Norden standen wir bereits vor der nächsten Schiffsruine, die uns noch betroffener machte. Es waren die Überreste eines Segelschiffes, das da auf der Seite lag. Der Mast und die Aufbauten waren abgeschraubt, weil jemand sie noch gebraucht hat, aber der Rumpf, unten aufgeschlitzt, lag da noch. Durch die zerstörten Fenster konnte man ins Innere schauen und sah man noch den schönen Teakfussboden, ein altes Segel und sonstige Trümmer und dachten "ohje, die liegt noch nicht so lange hier". Warum so eine schöne hochseetaugliche Yacht hier angestrandet war wissen wir nicht, vielleicht war es Sturm, vielleicht war sie zuvor schon aufgegeben worden? An navigatorischen Problemen konnte es eher nicht liegen, stand doch in der Mitte der Insel ein großer Leuchtturm mit mehr als 10 nm Reichweite. Ich stand Minuten vor den Überresten des Schiffes und dachte an die Seeleute, die hier auf so ungute Weise angekommen waren. Meine tägliche Ration an Respekt für die See war somit für die nächsten Tage schon mit eingesammelt.

Auf unserer Inselerkundung mussten wir einfach auch den Leuchtturm besichtigen. Der Leuchtturm ist noch voll in Funktion, allerdings ist vom einstig großzügigen Leuchtturmwärterhaus nicht mehr viel mehr übrig als die Wände mit einem Dach darüber, dazwischen liefen kleine Einsiedlerkrebse und Eidechsen herum. Die Treppe bis hinauf in den Turm war noch gut in Schuss, so dass die Jungs nicht unten zu halten waren. Oben pfiff der Wind durch die offenen Fenster. Nach den Ruinen wendeten wir uns erfreulicheren Themen zu und gingen zum "schönsten Strand von Curacao", badeten und schauten den Kitesurfern zu wie sie am Strand hin und her sausten und eine Akrobatikcompetition veranstalteten. Nachdem die ganzen Tagesausflügler wieder auf ihre Boote verpackt sind und in Richtung Curacao ablegten, genießen wir jetzt die Insel fast für uns allein. Gestern Abend hatten wir Besuch von Schildkröten, heute morgen von zwei Dutzend Delfinen und sind gespannt ob noch wer vorbei schaut.

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27.10.2017 - Atlantik 25°23'N, 19°57'W

Dritter Tag auf dem Atlantik...

... und Moya rennt. Es geht ordentlich vorwärts mit durchschnittlich 6 Knoten. Der Atlantik spielt bisher hervorragend mit, es gibt eine leichte Windsee aus Ost und seeehr lange Atlantikdünnung aus Nordwest, beides aber sehr moderat. Von der angesagten Flaute ist momentan noch nichts zu spüren, wir haben idealen Segelwind mit 14 Knoten von der Seite. Joshua sitzt momentan neben mir im Cockpit und meinte eben "Ist das nicht herrlich hier im Wind?" Ja finde ich auch, deshalb kommt der Eintrag heute auch von außen. Seit wir abgelegt haben von La Palma haben wir noch kein einziges Schiff gesehen. Auf dem AIS zwar einige, aber auf unserem Betrachtungshorizont gibt es weit und breit kein Schiff und das schon seit 230 Meilen. Vorhin haben wir kurzer Hand unsere Pläne geändert, wir wollen jetzt anstatt Sao Vincente doch lieber Sal als erste Insel der Kap Verden anlaufen, weil es dort einen schönen Sandstrand geben soll und wir es dann mit dem vorherrschenden Nordost leichter haben, die anderen Kap Verdischen Inseln zu besuchen. Noch 540 Meilen sind es jetzt bis zum Landfall.

Gestern Abend bekamen wir Besuch von einer Schule Delphine die neben Moya herschwamm, ich war überrascht wie groß die waren. Auch Joshua und Jonathan fanden das total klasse. Joni hätte die Delphine am liebsten geangelt, und schaute noch eine halbe Stunde später durch das Fernglas auf der Suche nach ihnen. Joshua beobachtete die Tiere sehr genau und meinte dann ganz trocken: "Das war aber ein tolles Erlebnis". Gerade als sich alle wieder beruhigt hatten kam ein Vogel (keine Ahnung was das war, sah aus wie ein kleiner Adler) angeflogen und setzte sich erst auf die Mastspitze und dann auf unser Windex. Christian schaute ganz erboßt und stachelte die Kinder an, der würde nur auf Moya kacken. Die drei überlegten dann wie sie ihn am besten vertreiben könnten, es fing beim Nebelhorn an und reichte doch tatsächlich bis zu unserer Signalpistole, was ich zum Glück noch zu verhindern wußte. Gerade kommt eine Möwe um die Ecke die Angriffe auf unseren Angelköder fliegt, das gefällt mir gar nicht, ich möchte doch so gerne unseren ersten Fisch fangen und Sushi zum Abendessen - man, jetzt knurrt mir der Magen.

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