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Breite:
8° 30.0' S
Länge:
119° 52.5' O
Ort:
Labuan Bajo, Flores, Indonesien
Datum/Uhrzeit:
08.12.2018
16:40 UTC+8
Wettermeldung:
vom
08.12.2018 16:40 UTC+8
33 °C
Mäßige Brise aus Südwest

Logbucheinträge zu Tuamotus

24.06.2018 - 17°01 S, 147°54 W, Pazifik

Tahiti 100 Meilen voraus

Wir hatten haben seit gestern unser Nomadendasein wieder aufgenommen. Die Wetterkarte zeigte eine stationäre Kaltfront südwestlich vor Tahiti, die GFS Grib files guten Segelwind für die nächsten beiden Tage, so dass es für uns nach über drei Wochen auf den Motus hieß weiterzusegeln - die Welt da draußen wartet und hat noch so viel zu bieten. Die Bajka hingegen bekommt noch Besuch auf den Atollen und bleibt deshalb noch ein bißchen. Das „ciao, bis später“ war gar nicht so einfach, aber nach einem letzten Kaffee für die Erwachsenen und Spielen an Bord für die Boysgang war auch das geschafft.

Um 10 Minuten nach 12 Uhr waren wir am Pass von Toau. Es war ca. eine Stunde vor Hochwasser, aber Stillwasser war trotzdem schon durch und ein leichter Ebbstrom setzte bereits aus der Lagune hinaus. Der Pass ist in Ost-West Richtung ausgerichtet, so dass gegen die Strömung eine steife Brise aus Ost stand. Die Folge waren steile, kurze Wellen, geschätzt 1.5 bis 2 Meter hoch, die vom Ozean in die Lagune drückten - eine klassische Wind gegen Strom Konstellation und ganz schön ungemütlich. Es half nichts, der Pass war breit und die Wellen nicht gefährlich, also stellte ich mich ans Ruder und tat mein bestes, dass Moyas Bug nicht nach jeder Welle metertief ins Wasser platschte. Christian saß neben mir im Cockpit und leitete mich den besten Weg entlang, die Kinder waren im Salon und hatten aufgehört zu Spielen um sich festzuhalten. Es wackelte ganz ordentlich und das Schaukeln schläferte ein, so dass sie keine 10 Minuten später, als wir den Pass hinter uns ließen, eingeschlafen waren. Trotz der manuellen Steuerung, gabelt ich die erste Welle unserer Reise im Cockpit auf. Ich sah die große steile Wand noch anrollen, drehte Moyas Bug schräg zu ihr und segelte Moya auf die andere Seite, dann machte es platsch und ich war durchnässt von meiner zweiten Dusche an diesem Morgen. Durch die Lenzrohre lief das Wasser ab, alles kein Problem.

Hart-am-Wind segelten wir an der Ostseite von Toau entlang und umrundeten anschließend das Atoll auf der Südseite. Der Seegang im Ozean war auch ganz ordentlich, aber Moya hatte schon schlimmeres bestens gemeistert, wir hatten also einen schönen Segeltag und eine ereignislose Nacht mit viel Wind. Heute ist der ungeliebte Tag 2. Das ist eigentlich immer der doofste Tag einer Überfahrt, da sich alles noch nicht so richtig eingespielt hat, die Kinder noch unruhig sind und noch nicht auf den Bordmodus gewechselte haben und mir wie so oft übel ist. Aber wir sind schon gut voran gekommen und werden morgen um die Mittagszeit in Papeete ankommen, der Hauptstadt französisch Polynesiens.

Zu diesem Eintrag gibt es 2 Kommentare.
25.06.2018:
Kommentar from Marlene und Werner
Eure Berichte aus der Südsee sind sehr faszinierend und begeistern uns sehr, es nur bedauerlich, dass alles so weit weg ist und wir euch nicht so einfach besuchen können. Aber, wir haben dieses Jahr den längsten Tag im Harz verbracht und mussten wieder feststellen, auch in Deutschland gibt es wunderschöne Ecken. Einen guten Segelwind und eine gute Weiterreise.
04.07.2018:
Kommentar from MoyaCrew
Über Besuch würden wir uns sehr freuen, aber die Last Minute Flüge sind nach Tahiti alles andere als Schnäppchen- leider! Vielleicht klappt es ja wenn wir wieder näher an Europa dran sind, bald ticken die Meilen wieder runter.
22.06.2018 - Toau, Tuamotus, Französisch Polynesien

Abenteuerspielplatz und Sonnwendfeuer am Riff

Ursprünglich war der Plan von Fakarava nach Tahiti weiter zu segeln, allerdings war das bevor wir wussten wie schön es hier ist. Die Tiere, das Wasser und die Pflanzen der Atolle harmonieren so wundervoll zusammen und bilden zusammen grandiose Stückchen Erde. Außerdem ist jedes Atoll ein bisschen anders, Raroia hat die schönsten, buntesten Korallen, Tahanea den weissesten Strand, Fakarava die schillerndsten Fische und Toau nun das klarste Wasser. Es gibt so viel zu entdecken und wir waren noch gar nicht bereit weiterzuziehen.

Zusammen mit der Bajka gingen wir deshalb in die Verlängerung auf Toau. Gestern Morgen kurz nach Sonnenaufgang, setzten wir Segel und unsere kleine Flottille startete Richtung Fakarava Nordpass. Um 7 Uhr war Stillwasser zwar schon vorbei, aber der Nordpass ist breit, tief und ohne Hindernisse, so dass wir gegen den Flutstrom segelten. Das Wasser war zwar turbulent und die Strömung gegenan, aber das bewirkte nicht mehr als ein bißchen Schaukeln und langsameres Vorankommen. Nach ein paar Minuten waren wir draußen im Pazifik und drehten den Bug nach Norden. Im zweiten Reff schob uns der steife Wind im Handumdrehen die 15 Meilen bis zur Einfahrt in die Lagune von Toau. Es war ein herrlicher aber kurzer Segeltag. Bereits um die Mittagszeit fiel das Eisen an der Südseite des Riffs, so dass am Nachmittag noch auf Entdeckungstour gegangen und am Strand geräubert werden konnte. Die Rasselbande fegte über den Strand, sammelte Einsiedlerkrebse und erkundete das Aussenriff.

Heute haben die Captains dann am Strand einen richtigen Abenteuerspielplatz aufgebaut. Seile, Stickleiter, Palmen, abgestorbene Bäume und sogar Korallenköpfe wurden mit integriert. Die Jungs kletterten und spielten. Das Highlight war eine Seilrutsche, mit der man vom Strand aus ins Wasser sausen konnte. Da haben sich nicht nur die kleinen, sondern auch die großen Jungs gefreut, auch wenn die zweiteren nur zum Halten eingespannt waren und nicht „nochmal“ nach jeder Fahrt gerufen haben. Anschließend zündeten wir einen großen Haufen trockener Zweige und Treibholz an, um Würstchen und Stockbrot zu Grillen. Die Kinder suchten Holz, sägten Stöcke und schnitzten. Die Flammen loderten hoch in den Himmel bevor dann der Teig in die Glut gehalten werden konnte. Beim Essen leuchteten die Augen der Kinder - kein Wunder heute hatten sie ja selbst gekocht und außerdem gab es ausnahmsweise Limo. Keiner wollte nach Hause, selbst als es dunkel geworden und nur noch die Glut unseres Sonnwendfeuers übrig war am beinahe kürzesten Tag des Jahres. Erst als Joshua und Jonathan kurz vorm Umkippen waren durften wir sie ins Dingi bringen und im Mondschein unter Sternenhimmel zu Moya zurück fahren. Obwohl der Mond nur etwas mehr als halbvoll war, sah man den Grund im flachen Wasser der Lagune und die Korallenköpfe waren perfekt auszumachen - das war ganz unwirklich, aber sehr schön.

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30.06.2018:
Kommentar from Dody
Whow, klasse, das haette MIR auch riesig Spass gemacht :-D!!! Sorry, ich war die ganze Zeit im Irrglauben, dass ihr Kommentare erst lange spaeter lesen koennt wenn ihr landbasiertes Internet habt - deshalb hab' ich sozusagen nichts geschrieben. Trotzdem: es macht mir riesig Spass Eure Reise mitzuerleben und ich bin jeden Morgen gespannt auf das was ihr neues erlebt habt! Big hugs an Euch alle & fair winds
04.07.2018:
Kommentar from MoyaCrew
Danke Dody, freut uns wie immer sehr von Dir zu hören - antworten geht dann leider erst wenn wir wieder richtiges Internet haben
20.06.2018 - Fakarava, Tuamotus, Französisch Polynesien

Schwarze Südsee Perlen

Wir sind nochmal umgezogen aber immer noch auf Fakarava. Das geht hier, denn Fakarava ist das zweitgrößte Atoll der Tuamotus. Dieses Mal liegt Moya vor dem Ort Rotoava, mit 2 Kirchen, einer betonierten Straße, einem Campingplatz und sage und schreibe drei Tante Emma Läden. Das ist an sich schon Grund genug hierher zu kommen, noch besser wird es aber dadurch, dass heute Morgen das Versorungsschiff da war. Der Salat von Vorgestern leitete somit kulinarische Höhenflüge ein. Heute Morgen frühstückten wir frisches Baguette und frisch gebackene Croissants. Später habe ich sogar Zucchinis ergattert. Schnell muss man sein, denn schon heute Nachmittag war in zwei der drei Läden außer Zwiebeln und Kartoffeln kein frisches Blatt mehr zu finden. Für uns kein Problem, wir hatten schon am Morgen eingekauft, bevor wir uns auf zwei Rädern auf Perlensuche gemacht haben.

Die Lagunen der Atolle bieten mit ihrem klaren Wasser optimale Bedingungen für die Perlenzucht, deshalb gibt es nicht nur hier sondern auch auf den anderen Atollen zahlreiche Farmen. Bisher hatten wir uns noch keine aus der Nähe angeschaut, das wollten wir heute aber ändern und das Rätsel der schwarzen Perlen ergründen. Südlich von Rotoava gibt es die Perlenfarm Hinano. Klingt polynesisch, wird aber von einem ehemaligen Schwaben aus Bad Wildbad betrieben. Günther war 1979 nach Tahiti ausgewandert und ist seit 2002 in Fakarava im Perlengeschäft. Er erklärte uns detailliert wie man von einer Auster zur Black Pearl kommt und beantwortet unermüdlich unsere Fragen. Das Ganze erinnert an medizinische Eingriffe und erfordert handwerkliches Geschick und Übung. Angefangen vom Herstellen eines Transplantats aus den perlmutbildenden Schichten einer Auster und einem vorgefertigten Nukleus, über die Implantation in die Gonaden einer anderen Auster, bis hin zu der Resektionen nach 18 Monaten sind die Schritte nicht trivial. Bis zu einer halben Million Austern lagen früher allein in Günthers Austernbänken, 50% davon produzieren erfolgreich eine Perle nach 18 Monaten auch wenn die Qualität der Meisten nicht für das große Geld reicht. Einige Perfekte gibt es aber doch und auch die nicht ganz Perfekten kann man noch zu schönem Schmuck weiterverarbeiten. Wir hatten tollen informativen Aufenthalt und denken, dass es auch Günther ganz gut gefallen hat mal wieder deutsch zu sprechen.

Am Rückweg sind wir dann fast mit Martin zusammen geprallt. Der Schweizer ist mit einem Boot nach Raroia mitgenommen worden. Dort wurde er dann privat aufgenommen, schlicht weil es kein Hotel oder Pension gibt. Um weiter die Atolle zu bereisen, flog er nach Tahiti und von dort zurück nach Fakarava. Die Atolle sind untereinander überhaupt nicht verbunden, was eine Reise mit dem Rucksack sehr mühsam macht.

Wie gut, dass wir doch unser schwimmendes Zuhause mit dabei haben.

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18.06.2018 - Fakurava, Tuamotus, Französisch Polynesien

Umweltpolizei am Korallenriff

Die letzten Tage war es am Südpass so ungemütlich, dass wir gestern die Flucht nach Norden ergriffen haben. Moya stampfte an ihrer Mooringboje, mit jeder Welle, die sich über das gesamte Atoll aus Norden aufbauen konnte, hob sich erst ihr Bug, dann das Heck bevor es bestimmt über einen Meter wieder ins Wasser knallte. Ich kriegte in der Nacht fast kein Auge zu, hörte die Badeleiter scheppern, die sich aus ihrer Halterung gelöst hatte und das Seil von Tilly knarzen. Selbst als beide Problemchen beseitig waren blieben die Augen offen, weil mich jede Welle fast aus der Koje katapultierte. Tagsüber war es kaum besser, der Wind pfiff aus Nordwesten, an Schnorcheln war kein Gedanke zu verschwenden und selbst mit Tilly zur Insel übersetzen war abenteuerlich.

Eigentlich wären wir so gerne noch einmal im Pass geschwommen, aber das Gestampfe wollten wir uns nicht noch weiter antun. Die Grib-files lagen mit der Wind Richtung mal wieder falsch, so dass wir auch nicht wirklich wussten wie lange das noch so gehen würde. Auf der Fax-Wetterkarte sahen wir, dass zwei Hochdruckgebiete mit einem Tiefdruckausläufer im Süden vorbeizogen. Fakurava befand sich in der Verlängerung der Kaltfront, wo die beiden Windsysteme aufeinander treffen und die computerberechnete Vorhersage deshalb mal wieder nicht so richtig weiß von wo der Wind herkommen soll. Das Pazifikwetter ist gar nicht so einfach zu verstehen wie man meinen könnte. Obwohl wir hier in den Tropen sind wird das Wetter hier immer wieder durch das Winterwetter im Süden beeinflusst. Wir lesen fleißig und wissen jetzt schon mal, das wir besser auf die Wetterkarte und weniger auf die Grib-files schauen sollten.

Moya liegt seit gestern in Tapehopu in der Mitte von Fakurava am östlichen Aussenriff. Hier waren die Bedingungen deutlich besser, wenn auch nicht gemütlich. An Land gibt es ein kleines Haus in dem Getränke und Eis an Cruiser verkauft werden. Geblieben sind wir vor allem wegen des Internets, zu dem wir das ersten Mal seit Wochen Zugang haben - und natürlich wegen den Bajka Jungs. Die vier Kinder sind inzwischen eine richtige Rasselbande. Mit Stöcken, Seilen und wildem Geschrei mischen sie die Korallen und Einsiedlerkrebse auf und gehen auf Expedition. Heute waren sie die Umweltpolizei am Aussenriff und haben in angeschwemmten Eimern Plastikmüll aufgesammelt. Die Inselchen auf der Leeseite der Atolle waren bisher immer sehr sauber, aber auf die Luvseite von Fakurava treffen Wind und Wellen ungebrochen und spülen jede Menge Plastikmüll an - leider. Auf nur vier Quadratmeter sammelten wir genug Müll um einen 10 Litereimer zu füllen. Vor allem werden Seile, Bojen und zerbrochene Plastikwannen von Fischern angespült, aber man findet auch jede Menge Zahnbürsten, Plastikbesteck, Flaschen, Deckel, Schuhe und sogar Legobausteine. Wo der Müll hier im Nirgendwo herkommt? Keine Ahnung, nur von Fischern kann er jedenfalls nicht sein. Wenn es so schlimm ist wie heute, dann bin ich immer wieder entsetzt was wir Menschen hier tun. Wir werden auf jeden Fall damit weiter machen und jedesmal am Strand ein bißchen Müll zu sammeln, Kleinvieh macht ja bekanntlich auch Mist.

Als wir heute am späten Nachmittag dann auf dem Rückweg von unserer Mission „rettet die Ozeane“ ware, ist uns doch tatsächlich ein Segler mit einer Tüte Salat entgegen gekommen. Die beiden Köpfe strahlten mich an, so dass ich gar nicht anders konnte als zu fragen, wo die denn herkommen. Das letzte Mal eingekauft hatten wir im Mai, so dass unser Kühlschrank vor Leere gähnt und unsere frischen Sachen schon seit einiger Zeit absolute Mangelverwaltung sind. Tatsächlich leben wir momentan hauptsächlich von Konserven und trocknen Lebensmitteln, mehr als auf jeder Ozeanpassage. Jeden Abend wird es momentan schwieriger etwas Brauchbares auf den Tisch zu zaubern.

Nach einem fünf Minuten Marsch standen wir vor einem lilafarbenen Haus, davor hatte die Familie Tomaten, Paprika und Salat mühevoll zwischen leeren Kokosnussschalen angebaut und verkaufte auch an Segler. Die Kinder hätten mir nach dem Einkauf die Tomaten beinahe aus der Hand gerissen und haben dann beim Abendessen fast ihren Kopf nicht mehr aus der Salatschüssel gekriegt. Wie sehr man sich doch über frischen Salat freuen kann nach nur drei Wochen Abstinenz. Mir ging es genauso.

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15.06.2018 - Fakurava, Tuamotus, Französisch Polynesien

Schwimmen mit den Haien durch den Fakurava Südpass

Auch wenn man im Sand ankert, liegen hier auf den Atollen dazwischen immer wieder Korallenköpfe, an welchen die Kette vorbeikommt. Spätestens bei der nächsten Winddrehung ist dann vorprogrammiert, dass sich die Ankerkette ganz nett um die Korallenköpfe legt und sich dabei unter den Korallen verklemmt. Für die Korallen ist so eine scheuernde Ankerkette natürlich alles andere als gut, und auch für uns wird es äußerst unangenehm, wenn ein bißchen Schwell aufkommt. Moya reißt dann mit ihrem gesamten Gewicht an der viel zu kurzen, unnachgiebig verklemmten Kette, so dass enorme Kräfte auf die am Bug befindlichen Teile herrschen. Wir, die normalerweise Mooring Bojen eher aus dem Weg gehen, waren gestern ganz froh, als eine Boje frei wurde und wir unsere Lady umlegen konnten. Die Bojen hier sehen gut aus mit starken Seilen und waren offensichtlich gut gewartet. Die Dinger sind sonst wie eine Wundertüte, man weiß nie so richtig auf was man sich einlässt. Gut installiert halten sie mehr als unser Anker, aber wer weiß schon bei Festmachen, ob die Boje stabil im Untergrund verankert oder die Seile unter Wasser schon verrottet sind. Zu viele Geschichten über losgerissene, frei driftende Boote poppen da im Kopf auf -manch einer hat so schon sein Schiff verloren. Bevor Moya an den Ball kam, inspizierten wir ihn erst mal. „Alles gut, wir sind ja in Frankreich“ meinte der Capitano. - Ja, und außerdem noch in einem durch die UNESCO klassifizierten Bioreserve, hier müssen die sich mit den Bojen Mühe geben.

Das gesamte Fakurava Atoll ist in Schutzzonen unterteilt, um dieses besondere Ökosystem zu schützen. Hier am Südpass durften wir selbst diese atemberaubende Welt besuchen. Alle 6 Stunden ändern sich die Strömungsverhältnisse im Pass, ein und ausströmendes Wasser wechseln sich ab, unterbrochen durch wenige Minuten Stillwasser. Viele Fische suchen diese Nische, Schwärme von verschiedenster Arten schwimmen in den Strömungen mit dem hohen Nährstoffgehalt. Dazu gehören auch die Zackenbarsche, die eigentlich solitär unterwegs sind, kommen sie jedes Jahr im Juni/Juli zu zig Tausenden in den Fakurava Südpass, um sich bei Vollmond zu paaren. Bis es soweit ist, verweilen sie im Pass und versuchen durch ihre gute Tarnung am Grund zwischen den Korallen zu überleben. Denn nicht nur sie kommen, sondern auch, durch das hohe Nahrungsangebot angelockt, Scharen von Haie. Der Pass ist berühmt für die Wall of sharks, Haie so dicht, dass sie wirken wie eine Wand und entsprechend viele Taucher sind hier unterwegs. Tagsüber ohne Probleme, da die Haie nachts jagen und ohnehin normalerweise vor Menschen Angst haben.

Nachdem der Wind etwas abgeflaut war, schnappten wir Tilly und tuckerten zu Stillwasser in den Pass. Da anschließend der Flutstrom in die Lagune drücken würde, würden wir Schlimmstenfalls in das Atoll hineingespült. Mit den Kindern im Beiboot und der Leine am Arm schwammen Christian und ich an der Wasseroberfläche durch den Pass. Wer hätte gedacht, dass wir mal in durch Haie verpestetes Wasser schwimmen würden? Zumindest mir erschien das noch bis vor Kurzem unvorstellbar. Wir hatten nur wenig Zeit, denn nach 10 Minuten begann schon der Strom einzusetzen und wurde dann immer stärker. Es reichte aber um die großen Tiere 20 Meter weit unter uns am Grund des Passes auf und ab schwimmen zu sehen - zu Dutzenden. Trotzdem gut, dass wir nicht näher dran waren.

Nachdem wir fast bis in die Lagune gespült worden waren, legten wir bei dem kleinen Tauchladen an. Direkt in Passmitte an einer vor der Strömung geschützten Stelle, über einem flachen Riff lagen die Stege. Es war der optimale Ort mit den Kindern zu schnorcheln, in Fischschwärmen zu schwimmen, die vielen bunten Fische zu beobachten und die Blacktip Riffhaie zu bewundern. Joni: „Sind die Haie giftig?“ -Nein - „Kann man die Essen?“ - schön wie einfach so ein Kindergehirn noch funktioniert. Auch Joshua fand sie gut und versuchte ganz aufgeregt hinterher zu schwimmen. Die Bajka Jungs waren auch mit beim Schnorcheln, so dass danach noch ordentlich geräubert wurde. Eine richtige kleine Gang aus vier glücklichen Jungs war da am Start und als es dann auch noch Pfannkuchen für alle gab, waren sie im siebten Himmel - und wir Erwachsenen irgendwie auch.

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18.06.2018:
Kommentar from Martina & Stefan
Hallo Ihr Lieben, endlich gibt es zu den vielen immer wieder spannenden Reiseberichten auch wieder traumhaft schöne Bilder!! Wir verfolgen natürlich weiterhin Eure beeindruckend schöne Reise und warten jeden Tag auf neue Berichte. In Deutschland genießen wir zwar auch einen sehr intensiven Sommer mit Dauersonnenschein, aber Eure Berichte toppen natürlich immer wieder alles!!! Weiterhin alles Gute und viel Spaß
18.06.2018:
Kommentar from Moya Crew
Es ist total schön von Euch zu hören. Dass ihr in Deutschland einen schönen Sommer habt freut uns auch, das haben wir noch gar nicht mit gekriegt. Wir freuen uns momentan ganz Besonders über Kommentare, da wir hier am Ende der Welt nur sehr selten Internetzugang haben, aber emails und Kommentare über Kurzwelle empfangen können. Das ist auch der Grund warum es so lange keine Bilder gab.
14.06.2018 - Fakurava, Tuamotus, Französisch Polynesien

Nautische Herausforderungen auf den Tuamotus

Dieselbe Wettervorhersage wurde von dem Capitano und mir grundlegend verschieden interpretiert. Er: „Ah super, endlich Wind zum Segeln, lass uns nach Fakurava starten!“ Ich: „Ohje, die nächsten Tage gibt es hier viel zu viel Wind, wollen wir nicht lieber bleiben?“ Angesagt waren ab gestern Abend eine frische Brise mit 20 Knoten aus Südost, leicht zunehmend.

In der Lagune sah es dann gestern so freundlich aus, dass wir das Eisen erst aus dem Labyrinth der Korallenköpfe befreiten und schließlich- nach einigem vor und zurück- aus dem Wasser zogen. Die Sonne schien vom blauen Himmel herab, die Sicht war so gut, dass wir uns - mit dem Einfahrtstrack in der Tasche - trauten unter Segel durch die Lagune zu fahren. Mit leichtem Wind von hinten und keiner richtigen Welle gilt Moya dahin - wie auf einem See, was die Lagune im Endeffekt auch irgendwie ist, nur mit Meerzugang. Um rundum navigationsfähig zu bleiben, hatten wir unser Großsegel im zweiten Reff und nur ein kleines bisschen Vorsegel dazu gesetzt. Es war herrlich so ganz ohne Geschaukel dahin zu pflügen. Unsere Abfahrt hatten wir so getimed, dass wir zwei Stunden vor Hochwasser am Pass waren. Wenn es etwas windig ist, liegt das Slackwater bei Hochwasser immer nach vorne verschoben, während es bei Niedrigwasser erst danach kommt. Das liegt daran, dass ständig Wasser aus der Lagune hinaus will und nach Niedrigwasser durch den einsetzenden Flutstrom gebremst wird und selbst den Flutstrom vor Hochwasser zum Erliegen bringt. Da das Wasser im Ozean immer noch aufgewühlt war, wollten wir mal wieder keine Experimente machen, sondern möglichst bei Stillwasser hinaus, um zusätzlichen Turbulenzen zu entgehen. Der Pass lag ruhig vor uns, wir segelten also hinein und waren wohl kurz vor Slack, den uns kam noch 1 Knoten Strömung entgegen - kein Problem.

Wir hatten nur 50 Meilen vor uns bis Fakurava, aber dafür über 20 Stunden Zeit, da wir bei Nacht nicht durch den Pass fahren wollten. Das bedeutet wir wollten langsam segeln. Langsam ist normalerweise für uns kein Problem, aber ausgerechnet heute flitzte Moya durch die Welle, obwohl das Großsegel stark gerefft und das Vorsegel gar nicht erst gesetzt war. Wir fingen an Abzukreuzen, um den Weg zu verlängern. Mit dem Anbruch der Nacht legte der Wind noch einmal ordentlich zu, anstatt 20 Knoten waren es nun 30 - starker Wind also. Dazu hatte der Pazifik eine Kreuzsee - d.h. überlagernde Wellen aus zwei Richtungen - parat. Um uns herum lagen außerdem noch mehrere Atolle, zu denen wir besser großen Abstand halten wollten. Es wäre schon sehr ungemütlich gewesen, ohne dass man alle zwei Stunden an Deck klettern musste, um die Segel zu shiften, so aber sehnte ich den Tagesanbruch herbei und doch wieder nicht. Der Pass von Fakurava lag mir im Magen. Vor dem Schutz der Lagune lag ja noch die enge Durchfahrt in der es, wenn man bei der falschen Zeit hindurchfährt, im besten Fall sehr ungemütlich wird. Da das Stillwasser vom Wetter beeinflusst wird, kann man immer nur schätzen, wann das Wasser steht und bei manchen Wetterlagen gibt es das gar nicht. Ich hatte also etwas Muffensausen und hatte Christian schon überzeugt abzudrehen, wenn wir die kleinste Unregelmäßigkeit entdecken.

Genau zu Niedrigwasser um 10 Uhr waren wir heute am Pass und wollten erstmal nur die Bedingungen auskundschaften. Trotz der mächtigen See lag der Pass erstaunlich ruhig vor uns, so dass wir uns spontan hineintasteten - zwischen rechts und links brechenden Wellen am Ufer. Je weiter wir Richtung Lagune fuhren, desto ruhiger wurde es. Ich war echt froh als unser Anker versenkt war und auch noch auf anhieb hielt, bei 30 Knoten Wind ist das nicht so richtig spassig das Ankermanöver zu wiederholen. Die Schweizer Bajka mit den beiden Jungs liegt nur drei Boote weiter, die werden wir jetzt erstmal besuchen.

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11.06.2018 - Tahanea, Tuamotus, Französisch Polynesien

Südsee par Excellence...

mit weniger wollte sich Joshua nicht begnügen. Es musste schon ein unbewohntes Atoll sein mit richtigem Sandstrand (auf den meisten Atollen der Tuamotus gibt es nur Strand aus groben Korallenstückchen), kristallklares Wasser mit Sichtweiten unter Wasser von über 50 Meter, bunter Korallenwelten mit kleinen Rifffischen und ein Naturschutzgebiet getaucht in die schönsten sattesten Farben, die man sich vorstellen kann. Das Alles findet man auf der Südostseite von Tahanea, bei einer Gruppe von kleinen Inseln, direkt dahinter donnern mit mächtigem Getöse die Südpazifikwellen an das Aussenriff und türmen sich zu meterhohen Brechern. Gestern wollten wir dem Schwell entkommen, der sich wegen des Westwindes in der Lagune aufbaute und unsere Achorage am Pass in eine ungemütliche schwappende Suppe verwandelte und tuckerten quer über die Lagune in den besser geschützten Süden.

Nach der nicht vorhergesagten Flaute, gab es tatsächlich Westwind und das im Gürtel des Südostpassats, natürlich war der auch nicht in der Wettervorhersage und kam überraschend. Erst heute haben wir herausgefunden, dass die südpazifische Konvergenzzone wohl momentan über den Tuamotus liegt. Wenn das passiert trifft der Südostpassat auf westliche Winde, die durch von Neuseeland nach Westen ziehende Tiefdruckgebiete entstehen. Die Folge ist chaotisches Wetter, von Flaute, über Starkwind bis zu Gewitter, das keiner so richtig vorhersagen kann. Bei uns reichte es für einen steifen Westwind, der mittlerweile nach Süden gedreht und etwas abgeflaut ist, so dass wir hier vor dem südlichen Aussenriff 1a geschützt liegen. Nur das Rauschen der sich brechenden Wellen erinnern uns daran, dass das im Süden vorbeiziehende Tief ordentlich gewütet hat und uns jetzt die Überbleibsel der 8 Meter Wellen vorbei schickt.

Die kleinen Inseln von Tahanea sind wie aus dem Bilderbuch, weißer Sand in türkisblauem Wasser mit grünen Palmen und anderen Pflanzen bedeckt. Davor ist das Wasser flach, hellblau mit dunklen Korallenköpfen dazwischen. Steckt man den Kopf unter die Wasseroberfläche sieht es fast aus wie durchsichtig, wäre da nicht das Licht, das durch die Oberfläche Muster auf den Grund zeichnet. Die Unterwasserwelt kann man durch diese ganz außergewöhnliche Sicht bestens beobachten. Darauf scheint unser Großer gewartet zu haben, bis er heute entschied, dass jetzt wohl ein guter Zeitpunkt ist, um schwimmen zu lernen. Ich hatte ihn vor allem in letzter Zeit immer wieder dazu animiert schwimmen zu üben, aber er hatte wenig Lust die Übungen zu machen. Nachdem ich ihn heute dazu bewegt hatte seine Schwimmweste auszuziehen und er einen Spritzer Wasser in die Augen bekommen hatte, wollte er schon aufgeben. Meine gesamten Überredungskünste brauchte es, dass er es noch einmal mit Taucherbrille und Schnorchel versuchte. Das war der Durchbruch - mit dem Kopf unter Wasser, schwamm er einfach los. Ich vermute, dass er es schon länger konnte, es aber gar nicht gemerkt hatte. Ohne Brille hatte er immer Angst Wasser in die Augen zu kriegen. Natürlich müssen wir jetzt üben und sein Stil erinnert auch noch ein bißchen an einen Hund, aber der erste wichtigste Schritt ist geschafft - er hat Spass zu schwimmen und die Unterwasserwelt zu entdecken. Es kamen auch gleich einige Fische zu kucken vorbei zu seinem ersten Schnochelgang.

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09.06.2018 - Tahanea, Tuamotus, Französisch Polynesien

Brodelndes Wasser

Gestern Abend kam dann doch noch ein wenig Wind auf, so dass wir unser Motorboot Dasein endlich einstellen konnten. Wir hatten zwar schon am Nachmittag bestimmt fünf Mal die Segel gesetzt, aber dann auch wieder geborgen. Dieses Mal pustete es weiter, zwar von vorne und auch nicht sonderlich stark, aber es reichte zum Segeln. Juhu! Um uns herum war der Himmel tiefschwarz, mit nur wenigen Lücken dazwischen, dennoch bekam Moya nicht einen Tropfen zu sehen. Irgendwie schlängelten wir uns wohl zwischen den Squalls hindurch.

Da wir die vorherige Nacht gedriftet waren, war unser Zeitpuffer bis zum Morgen Stillwasser auf Tahanea dahin geschmolzen. Unter Segeln bei dem wenigen Wind verpassten wir die Slack um ca. zwei Stunden, der Flutstrom hatte also schon eingesetzt und drückte das Wasser vom Ozean durch den Pass ins Atoll. Dennoch sah das Wasser im Pass ruhig aus. Wir überlegten kurz, ob wir es wagen sollten bei fast halber Tide in den Pass zu fahren oder ob wir bis zum nächsten Stillwasser vor dem Atoll ausharren sollten. Nach den beiden kurzen Nächten auf Passage wollten wir ankommen, außerdem sah der Pass ohne Wind und Welle so harmlos aus. Ca. 500 Meter breit und 20 Meter tief ohne jegliche Untiefe lag er still vor uns. Der Capitano zögerte nicht lange und tastete sich langsam zwischen die Inseln hinein. An der schmalsten Stelle beschleunigte Moya, 3 Knoten Strom von hinten drückten uns hinein. Bis auf einige kleinere Turbulenzen auf der Innenseite des Passes war es ruhig an Bord. Sportlich fuhren wir ins Atoll und ankerten 6 Meter über Sand zwischen Korallenköpfen, hinter uns das Aussenriff und mit kleinen Palmen bewachsenen Inseln.

Die Inseln mussten wir natürlich erkunden und starteten am Nachmittag unsere erste Expedition. Der Boden der Inseln ist bedeckt mit Millionen abgestorbener Korallenstücke, dazwischen fanden wir Treibholz, ein bißchen Müll und Dutzende knallrote, faustgroße Kokoskrabeen. Die Kinder waren hin und weg von den Krebsen und hätten sie am liebsten als Haustierchen mit an Bord gebracht. Außerdem war ein angespültes Abwasserrohr der Hit um damit im Wasser zu spielen. Die Inseln entlang arbeiteten wir uns langsam nach Süden, wateten durch kleinere Meeresarme bis wir direkt am Pass standen. Dort hatten Segler viele Steintürme aufgebaut und hübsch mit Korallen und Muscheln dekoriert. Wir türmten noch einen daneben und schauten den Elementen im Pass zu. Das ruhig dahin fließende Wasser war zu einer brodelnden Suppe geworden und schoss aus dem Pass hinaus. Am Ufer des Passes brachen sich Wellen, davor stand eine große stehende Welle, die in starke Wassertubulenzen überging. Ich denke mir: „So sieht das also aus, wenn man besser nicht durch den Pass fahren sollte - gut, dass wir das mal gesehen haben. Von Land. Wahnsinn wie sehr und in welch kurzer Zeit sich das Setting ändert, obwohl draußen im Ozean kaum ein Lüftchen weht und kein bisschen Schwell vorhanden ist.“

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08.06.2018 - 16°22 S, 143°56W Pazifik, Tuamotus, Französisch Polynesien

Ein schimmerndes Tuch

war der Pazifik heute. Glatt wie ein Spiegel, nur leicht bewegt von sehr weit her gleitenden sehr langem, kaum merklichem Schwell. Im Wasser reflektierten sich heute Nacht die Sterne, der Mond und die Milchstrasse, so dass es aussah, als ob es aus der Tiefe leuchtete. Am Tage spiegelten sich die Wolken. Nicht der kleinste Windhauch war zu spüren. Wir drifteten durch die Nacht, warteten auf Wind, der ja hätte kommen sollen, am Morgen erst schalteten wir dann Henry an, der seitdem mit nur kleinen Unterbrechungen vor sich hin schnurrt. Atemberaubend schön ist der Ozean, wenn er so zahm ist und glänzt in dem schönen tiefem Blau - soweit das Auge reicht.

Gestern Morgen waren wir ein bißchen traurig Anker auf gegangen. Die Wettervorhersage hatte ab nachmittags Wind vorhergesagt, der dann am Samstag einer totalen Flaute weicht. Wir wollten den Segelwind nutzen um in zwei Nächten und einem Tag nach Tahanea zu segeln. 140 Meilen lang ist die Passage und bei gutem Wind an einem Tag machbar, aber nur schwierig wenn der Zeitplan von Stillwasser noch berücksichtigt werden muss. Um ein bißchen Puffer zu haben planten wir eine 36-stündige Überfahrt damit wir am Samstag morgen vor dem Pass von Tahanea auf slack water warten können. Da die Sonne nachmittags aus Richtung des Passes scheint, die Strahlen im Wasser reflektieren und somit die Korallenköpfe und Rifflets nicht oder nur sehr schwer zu erkennen sind, tuckerten wir gleich nach dem Frühstück und dem see-you-later bei Katja und Matthias los. Morgens steht die Sonne hoch, so dass man eine bessere Sicht auf die Unterwasserwelt hat. Noch besser wäre nur die Sonne im Rücken zu haben, so wie bei unserer ersten Fahrt über die Lagune, als wir die Korallen schon von weitem erblickten. Mit unserem GPS track der Hinfahrt und der Seekarte mit den von uns markierten Riffen war der Rückweg zum Pass straight forward.

Unterwegs hielt Christian sogar bei einem der vielen Miniriffen an, ließ mich ins Wasser hüpfen für ein kurzes aber exzellentes Schnorchelabenteuer. Während man an den Korallenköpfen in Ufernähe hauptsächlich kleine Fische sieht, schwimmen hier auch die Großen zwischen prächtigen in fast allen Farben leuchtenden Korallen. Am Pass gingen wir vor Anker und schauten zu mit welcher Geschwindigkeit hier das Wasser aus dem Atoll hinausschloss. Wir ließen Kokosnussschalen schwimmen und verfolgten wie sie immer mehr beschleunigten bis sie durch die tiefste Stelle der Passes hinaus in den Ozean gerissen wurden. Rechts und Links vor dem Pass, schlugen die Wellen gegen die Riffe, während sich genau vor dem Pass stehende Wellen aufbauten, obwohl es absolut windstill war. Das Wasser war an dieser Stelle wie von einem Mixer durch gequirlt und sah respekteinflössend aus. Im seichten Wasser am Rande des Passes stellten wir uns in die Strömung und fühlten die Kraft, die die Strömung sogar hier noch hatte. Das Wasser, das die Wellen die letzten Tage an der Ostseite des Atolles in das Atoll hineingedrückt hatten, wollte wieder hinaus und es gibt nur diesen einen Abfluss.

Kurz vor Sonnenuntergang tuckerten wir dann durch den Pass, der Strom schob immer noch von hinten. Wir hätten gerne noch gewartet bis es noch ruhiger geworden wäre und der Wind angefangen hätte zu wehen, aber in der Dunkelheit wollten wir dann doch lieber nicht durch den Pass. Die kurze Fahrt durch den Pass verlief ruhig, wenn auch rasant, allerdings waren die Wellen vor dem Pass weniger nett und schüttelten uns ganz schön durch.

Auf den vorhergesagten Wind warten wir leider immer noch. Die Vorhersage hat dieses Mal ganz schön daneben gegriffen. Zu dumm, dass wir jetzt unseren wertvollen Diesel verbrennen müssen, um Morgen rechtzeitig am Pass von Tahanea zu sein.

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06.06.2018 - Raroia, Tuamotus, Französisch Polynesien

Südseeentspannung

Heute ist schon unser fünfter Tag auf Raroia, wie schnell hier die Zeit vergeht! Moya liegt ohne die geringste Regung im Wasser. Es ist windstill, aber man hört das donnern der Wellen, die auf das Aussenriff prallen. Südlich von Rarioa gab es die letzten Tage starke Winde und Seegang. Der Schwell kommt nun hier in hohen Brechern an. Hinter der Kon Tiki Insel sieht man einen weißen brodelnden Streifen und Gischt, die teilweise meterhoch in die Luft schießt. In der Lagune ist das Wasser spiegelglatt, mal abgesehen vom Planschen der Jungs, die gerade hinter dem Schiff im Wasser mit Wolke, unserem aufblasbaren Delfin, spielen. Christian bastelt an der Kurzwellenantenne und ich sitze im Cockpit, lehne mich zurück und ergebe mich dem süßen Nichtstun. Die Wäsche ist gewaschen, Moyas Unterwasserschiff abgeschabt, die Kabine geputzt, die Kinder sind satt und die Teller können auch noch ein bißchen warten. Genauso hatte ich mir das vorgestellt als wir damals beschlossen die Segel zu setzen und die Welt zu entdecken - Sonne, Palmen, Sand, azurblaues, kristallklares Wasser und einen Mix zwischen aktivem Erkunden, Segeln und Relaxen.

Einfach mal auf der faulen Haut liegen ist toll, hatten wir bisher aber selten. Das ist eigentlich paradox, wenn einer zwei Jahre lang Zeit hat und machen kann was er möchte, könnte man meinen er hat auch Zeit zum Faulsein. Wäre da nicht die Kinder, Moya, tausend Möglichkeiten was man tun könnte und Millionen neuer Orte die man entdecken könnte, könnte unsere Nichtstunrate höher liegen. Die faulsten Tage sind bei uns die Tage auf See, dort will zwar das Boot gesegelt werden, die Kinder versorgt, aber sonst gibt es auf dem engem Raum eingeschränkte Möglichkeiten für Aktivitäten. Trotzdem sind wir nach den Überfahrten oft ein bißchen ko, Schlafmangel, konstante Ausgleichbewegung und das Geschaukele zehren irgendwie auch. Gerade ist einer der wenigen Momente, an denen nichts geplant ist, nichts wichtiges zu tun und die Jungs friedlich sind. Ich könnte jetzt sogar daran denken mir einen Kaffee zu machen, die Kissen zurecht zu machen und ein Buch zu lesen, mitten am Tag oder hinüber zur Insel schauen, um die wunderbare Umgebung zu genießen.

Stattdessen kann ich es mal wieder nicht lassen schreibe erst am Logbuch bis die Hummeln im Hintern zu wild werden. Die Unterwasserwelt lockt mich sch die ganze Zeit. Genauso wie an den letzten Tagen, an denen Christian und ich uns abwechselnd die schönen Kreaturen und Korallengebilde im klaren Wasser anschauten und jedesmal etwas neues Tolles entdeckten. Wenn ich nicht irgendwann total ausgekühlt wäre (ja das geht selbst in dem warmen Wasser hier), könnte ich endlos zwischen den Korallenköpfe schwimmen, den Rifffischen zuschauen und in die bunten Schwärme hineintauchen. Ich sammle also die Jungs ein und wir fahren an Land, das Nichtstun muss noch ein bißchen warten.

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04.06.2018 - Raroia, Tuamotus, Französisch Polynesien

Fena Kon Tiki

Vor dem 60 Seelen Dörfchen ankerten wir in 15 Meter tiefen Wasser. Das ist eigentlich etwas zu tief für uns, da wir nur 50 Meter Kette im Kasten haben und somit in dieser Tiefe nicht genügend Kette strecken können für eine gute Haltekraft des Ankers. Was mich aber noch mehr beunruhigte waren die Boomies - die Korallenköpfe- die es hier sowie überall gibt. Wenn sich bei drehendem Wind die Ankerkette um die Boomies wickelt ist man erst mal gefangen und kann den nicht mehr bergen, da hilft oft nur noch hinuntertauchen und die Kette lösen - undenkbar in 15 Metern ohne Taucherflasche. Naja, es war kein Wind und außerdem standen wir erst mal, also Tilly gewässert und los ins Dorf.

Wir fuhren am Korallenriff vorbei und legten am großen Betonanleger an. Dort standen einige Kinder die versuchten mit selbstgebauteb Angelruten Fische zu fangen. Im Wasser schwammen zwei oder drei ausgewachsene Blacktip Reef Sharks. Die waren ungefähr 1.5 Meter lang und ihre Rückenflosse hatte eine schwarze Spitze, sie waren gar nicht mehr so süss wie die Kleinen aus der Anaho Bucht. Die Einheimischen scheinen nicht sonderlich großen Respekt vor den Haien zu haben, aber mir waren die trotzdem suspekt und machte eine Gedankennotiz „Nachschlagen, ob die Blacktips gefährlich sind“. Vor dem Gebäude am Anleger saß ein älterer Herr im Rollstuhl und schaute aufs Meer hinaus, neben ihm hockte ein jüngerer, dicklicher Mann auf dem Boden und bastelte Muschelketten aus kleinen Schneckenhäusern. Vor dem Haus nebenan verbrannte eine Frau gerade ihren Plastikmüll, ihre Kinder riefen Bon jour! und als sie merkten wir sprechen kein französisch How are you? Die Frau kam auf uns zu und nahm uns unsere Mülltüte ab, unterhalten konnten wir uns leider nicht und ich fluchte mal wieder in der Schule nicht französisch gelernt zu haben.

Unsere kleine Entdeckungstour dauerte nicht lange, es gab einige Häuser, eine Schule, einen kleinen Flughafen, einen Vinispot, den wir nutzten um unseren letzten Logbucheintrag ins Netz zu stellen, und einen Laden vor dem die Blauen Werbeschilder der lokalen Biermarke und Muschelketten aus Austerschalen hingen. Ein Mann stand hinter dem Tresen mit verbundenen Händen und Füssen. Er sprach sogar ein bißchen englisch und meinte es sei eine Hautkrankheit, sei aber schon ganz gut. Citguatera gäbe es hier nicht (später erfuhren wir, dass er schon sechs Vergiftungen hinter sich hat). Brot oder frische Lebensmittel hat er keine und gibt es hier im Atoll nicht, aber er könne uns gefrorenes Toastbrot verkaufen. Das nahmen wir als Überbrückung bis wir wieder selbst Brot backen, unsere Müslivorräte gehen nämlich auch langsam zu neige. Dann setzten wir uns noch an den kleinen Strand und aßen eine Kokosnuss, die wir gefunden hatten, die Jungs spielten im Wasser. Zwei korpulente Damen brachten ihre Stühle, schauten den Jungs wohlwollend zu und freuten sich über unser „Nana“ zum Abschied.

Nach kurzer Erkundungstour über das Riff entschieden wir noch einmal Anker auf zu gehen, um auf der geschützten Ostseite des Atolls die Nacht zu verbringen. Christian startete den Motor, drückte den Knopf der Ankerwinsch. Das leise zuckeln der Winsch begann, aber leider nicht lange, bald hörte man wie schwer sie sich tat die Kette nach oben zu liften, bis sie dann aufgab. Die Kette war gespannt wie ein Flitzebogen und zog Moyas Bug ein bißchen weiter ins Wasser. Wir fingen an Kette nachzulassen, Moya anders auszurichten, wieder hochzuholen. Stück für Stück hatten wir immer ein wenig mehr Kette im Kasten, aber dann war einfach nichts mehr zu machen, wir hingen immer wieder an der selben Stelle bei inzwischen 17 Meter Wassertiefe. Christian setzte seine Taucherbrille auf und meinte „ich schau mir das mal an“. Ich stand am Ankerkasten und überlegte, ob er größenwahnsinnig geworden war und rief noch, ob er nicht wenigstens die Flossen nehmen wolle, aber da war er schon verschwunden. Es dauerte und dauerte und dauert bevor er die Wasseroberfläche durchschlug und nach Luft japste. Er hatte nicht nur geschaut, sondern hatte den Anker vom Korallenkopf befreit, nur am Rückweg wäre ihm fast die Luft ausgegangen. Wir nehmen uns vor in so tiefem Wasser nicht mehr zu ankern.

Mit der Nachmittagssonne von hinten fuhren wir rund 12 km über die Lagune. Christian am Steuer, ich am Bug, die Kinder im Salon. Im Slalom navigierten wir im tiefen Wasser zwischen den Korallenriffen, die immer wieder auftauchten, aber durch die Sonne gut auszumachen waren, in der Seekarte waren sie nicht verzeichnet. Gegen 17 Uhr versenkten wir das Eisen 8 m über Sand im Wasser vor einer kleinen Insel. Fena Kon Tiki, der Endstation der berühmten Kon Tiki, wollten wir dann am nächsten Tag erkunden. Das Kon Tiki Floss war 1947 über den Pazifik gesegelt und war hier bruchgelandet.

Mit Schnorchel und Flossen bewaffnet paddelten wir gestern an Land. Die Insel direkt am östlichen Aussenriff des Atolls war mini, es gab Palmen, pink-weißer Sand, weiße Vögel und einen großen Gedenkstein, zum Andenken an die spektakuläre Landung der Kon Tiki und ihrer Expedition, die von dem Norweger Thor Heyendahl geleitet wurde. Über das Aussenriff wanderten wir ein Stückchen weiter nach Süden, dort lag eine weitere Yacht und wir wollten gerne „Hallo“ sagen. Zwischendurch mussten wir immer Stücke durchs Wasser und tauchten in die schillernde Unterwasserwelt ein. Inzwischen hatte ich von Wikipedia gelernt, dass die Blacktip reef sharks Angst vor den Menschen haben und es nur selten zu kleineren Unfällen kam, wenn sie menschliche Füsse mit Fischen verwechselt haben, so dass das Gefühl nicht mehr ganz so mulmig war, wenn eines der Exemplare in die Nähe kam. Die kleinen Korallenköpfe im Wasser sind farbenprächtige Welten und das zu Hause von vielen kleinen Rifffischen und großen Muscheln die im Inneren in grün, blau, orange oder lila schimmern - wunderschön. Überhaupt war das Schnorcheln hier phänomenal, gleich beim ersten mal Kopf unter sahen wir Nadelfische, kleine Zebrafische, Grouper, kleine gelbe, weiße und blaue Fische, wohin man den Kopf auch drehte wimmelte es und versteckte sich in den bunten vielgestaltigen Korallen.

Später lernten wir Katja und Matthias von der Papillon kennen, die beiden waren schon seit drei Monaten auf Raroia und versorgten uns mit vielen wertvollen Tipps, der Kon Tiki Doku und guter Abendunterhaltung. Die Kinder waren ganz hinweg, mal wieder deutsche Gäste zu haben, so dass sie fast nicht ins Bett zu kriegen waren. Als sie dann doch im Schlummerland waren, versumpften wir Erwachsenen im Cockpit und genossen die laue Nacht. Es ist immer wieder spannend neue Blauwassersegler kennen zu lernen, wirklich alle haben eine interessante Geschichte zu erzählen.

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02.06.2018 - Raroia, Tuamotus, Französisch Polynesien

Raroia - wir erobern unser erstes Atoll

1:00 Uhr: In den ersten beiden Tage unserer Passage zu den Tuamotus waren wir gut voran gekommen. Der Wind kam zwar relativ von vorn, wir konnten den Kurs dennoch geradeso anhalten ohne kreuzen zu müssen. So hart am Wind unterwegs zu sein war zwar etwas ungemütlich -vor allem meinem Magen gefiel das gar nicht- aber es ging vorwärts.

Gestern hatte dann der Wind etwas nachgelassen. Bereits beim Aufstehen zu meiner Morgenwache merkte ich wie die Lebensgeister zurückkehrten und neue Energie mich antrieb. Ich nutzte den Schub, um erst einmal ein ausgiebiges Frühstück vorzubereiten, nachdem flauen Gefühl der letzten Tage und den eher simplen Mac n Cheese von gestern Abend hatte ich nun richtig Hunger. Nach dem Frühstück machte ich mich dann daran Christians Schrank auszuräumen und die Wäsche nach und nach zu waschen. Wir hatten vorgestern festgestellt, dass es im Schrank ein bißchen müffelt. Als wir die Sachen dann rausgenommen hatten merkten wir, dass fast alle Kleidungsstücke an der einen oder anderen Stelle leichte Schimmelspuren hatten. In meinem Schrank war alles in Ordnung, deshalb vermuten wir, dass es als wir das Fenster über Christians Schrank draußen hatten und es rein geregnet hat im Schrank klamm geworden ist. Jetzt hoffe ich, dass wir das Zeug durch Waschen und gut trocknen wieder dauerhaft verbannen können, die Shirts sehen zumindest erstmal wieder gut aus.

Der Wind hat den Tag über weiter nachgelassen und ist jetzt um 1:00 Uhr morgens vollkommen eingeschlafen. Es sind noch 20 Meilen bis zum Pass von Raroia. Der Ozean ist absolut glatt, Moya steht in die richtige Richtung und driftet. Ich grüble noch einmal darüber nach wann denn jetzt genau Stillwasser sein wird. Auf den ersten Blick scheint diese Frage trivial nämlich genau zu Hoch- oder Niedrigwasser, aber auf den zweiten scheint dann noch nicht alles so einfach. Zum einen ist da das Problem, dass die Gezeitentafeln nicht für jedes der Atolle vorhanden sind, zum zweiten weichen die Tafeln unterschiedlicher Quellen zum Teil signifikant voneinander ab, zum dritten gibt es eine unbestimmte Verzögerung des Slack waters, da der Wasserstrom in die Atolle hinein und aus den Atolle heraus oft an nur einer Stelle, dem Pass, abfließen kann und zum vierten müssen dann auch noch Richtung und Stärke von Wind und Wellen berücksichtigt werden, da diese Stillwasser weiter verzögern können oder sogar ganz verhindern. Da heute kein Wind weht und die See glatt ist, können wir wenigstens Punkt 4 vergessen. Punkt 1 ist hoffentlich auch nicht so dramatisch, da wir über die Tideninfos der anderen Atolle extrapolieren. Punkt 2 ist da schon blöder - eigentlich hätte ich gedacht, dass die Information der amerikanischen NOAA verlässlich sein sollten, aber ich kann mir beim besten Willen nicht erklären warum sie die lokalen Wasserstände in UTC-11 anstatt der hiesigen Zeitzone UTC-10 angeben. Außerdem haben wir mittlerweile von einigen anderen Yachten gehört, die bei der Einfahrt mit den NOAA Wasserständen arbeiteten, noch eine starke Strömung und stehende Wellen im Pass erlebten. Ob das jetzt an nicht exakten Tideninformationen der NOAA liegt oder daran, dass Stillwasser verschoben ist (Punkt 3) wissen wir nicht. Es bleibt ein bißchen Raten, wann der beste Zeitpunkt für unsere Einfahrt sein wird. Momentan planen wir bei Sonnenaufgang da zu sein, um uns alles gut anzuschauen und dann Slackwater für die Einfahrt irgendwann zwischen 6 und 8 Uhr abzuwarten.

5:30 Uhr: Moya läuft unter Motor seit einer Stunde. Wir wollen rechtzeitig am Pass sein. Joni kommt zu mir in die Koje „Mama, ich sehe viele kleine Inseln“ kurz darauf überbrachte er auch Christian die Nachricht. Unser Capitano erschreckte, er hatte die Inselchen, die in einem großen Kreis das Atoll markieren noch gar nicht bemerkt.

6:30 Uhr: Die Sonne ist vor einer halben Stunde aufgegangen. Sie schob sich am Horizont hinter den dunklen Wolken nach oben, an einzelnen Stellen fanden ihre Strahlen den Weg zu uns und spiegelte sich auf der glatten Wasseroberfläche. Die Farben des Himmels reichten von dunkelblau über lila, rose, hellblau bis hin zu gelb und orange. Wow! Gerade haben wir die Peilstäbe entdeckt, die den Weg durch den Pass weisen. Im Pass ist das Wasser spiegelglatt, kein Lüftchen weht, wir fahren also direkt drauf zu. Ich stehe vorne am Bug, schaut ins Wasser und erschrecke fürchterlich als plötzlich der Boden unter Moya auftaucht. Er sieht so nah aus, obwohl er an der flachsten Stelle 9 Meter unter uns liegt. Wir sind in der Mitte des Passes, ich sehe Fische unter uns im Wasser schwimmen und neben uns aus dem Wasser springen. Das Wasser steht - slack water. Vor uns liegt die Lagune umringt von hunderten kleine Islets. Wir biegen rechts ab, um vor dem Dorf zu ankern. Wir hatten mal wieder Glück mit den Bedingungen, unsere erste Atoll Einfahrt hätte besser nicht laufen können.

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