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Khor Shinab, Sudan, Rotes Meer
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16.04.2019
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vom
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Logbucheinträge zu Passagen_Vorbereitung

03.03.2019 - Galle, Sri Lanka

Auf Wiedersehen Sri Lanka

Zurück an die Küste

Mit dem vollsten Bus aller Zeiten, fuhren wir zurück nach Galle. Ein Mann hatte Einsehen, dass es keine gute Idee ist, zwei kleine Kinder im Durchgang stehen zu lassen, so dass Joshi und Joni sich einen Platz teilten, während der Busfahrer im halsbrecherischen Tempo den Berg hinabschoss. Ich war froh hinten zu stehen, um die wilden Überholmanöver nicht auch noch sehen zu müssen. Nach 5 Stunden Fahrt konnten dann auch Christian und ich uns in einen der engen Sitze hineinfalten. Der letzte Teil der Strecke fuhr der Bus an der Küste entlang. Die Strände sahen toll aus. Ab und zu sahen wir einige der sri lankanischen Fischer, die im Meer auf Stelzen saßen. Mühevoll sah diese Art des Fischens aus.

Als wir endlich in Galle angekommen waren, fanden wir Moya unter einem dicken Staubpanzer. Die Zementfabrik hatte jeden Tag etwas zu uns rüber wehen lassen. Wir waren trotzdem froh wieder auf unserem schwimmenden zu Hause zu sein.

Der lange Weg nach Hause

Mit uns liegen 6 andere Segler im Hafen von Galle, alle auf dem Weg ins rote Meer oder von dort kommend. Wir nutzten die Gelegenheit Informationen aus erster Hand zu bekommen und fragten den beiden Yachten die bereits dort waren Löcher in den Bauch. Einige Begebenheiten im Golf von Aden, über die wir bereits im Internet gelesen hatten, rückten durch diese Gespräche in ein etwas anderes Licht. Eine ungeklärter Annäherung eines Bootes wurde zum Beispiel als gefällige Bezeichnung seitens der Behörden erklärt, da dem Segelboot der Treibstoff ausgegangen war und die Hilfe irgendwie gerechtfertigt werden musste. Wir hörten außerdem, dass in der Militär überwachten Zone, viel los sein soll. Kriegsschiffe und Flugzeuge kontrollieren, gleichzeitig sind wohl viele Frachtschiffe unterwegs. Seit vielen Jahren gab es keinen erfolgreichen Übergriff von Piraten auf eine Yacht mehr, obwohl wir davon ausgehen, dass momentan jährlich 50-100 Segelboote diese Route befahren. Wir sind natürlich trotzdem nicht ganz entspannt, aber die Gespräche mit den anderen Seglern sorgten dennoch für ein wenig besseres Gefühl. Und das ist auch gut so, denn um zum Ende unserer Elternzeit wieder in Deutschland sein zu können, gibt es nur einen Weg zurück ins Mittelmeer - der über das rote Meer. Die einzige Alternativstrecke zurück - um Südafrika herum, in die Karibik und von dort zurück nach Europa - ist in diesem Zeitrahmen nicht machbar und wegen den starken Strömungen und dem rauhen Wetter am Cape Angulhas außerdem auch nicht ganz ungefährlich.

Seit wir beschlossen haben ins Mittelmeer zurück zu segeln, haben wir konstant Informationen gesammelt, um eine fundiert Risikoabschätzung über die rote Meer Passage machen zu können. Jetzt nutzen wir jede freie Minute damit, aktuellste Berichte von anderen Seglern und den Behörden zusammen zu tragen, um optimal vorbereitet zu sein. Wir registrierten uns bei der MSCHOA, die die Anti Piraten Aktivitäten im Golf von Aden koordiniert und werden täglich an die Behörden berichten, damit die Kriegsschiffe immer genau über unseren Aufenthaltsort informiert sind und im schlimmsten Fall zur Hilfe kommen können. Wenn wir nicht der Überzeugung wären, dass der Weg ins rote Meer sicher ist, würden wir diese Passage nicht machen. Trotzdem steht uns wohl unsere nervenaufreibendste Passage noch bevor.

Moya ist inzwischen aus ihrem Panzer geschält, die Wäsche ist gewaschen, der Tank, die Gasflaschen, der Kühlschrank und die Gemüsenetze sind voll. Es kann also los gehen. Aber noch nicht ins rote Meer, sondern erst Mal zu den Malediven, wo wir noch einmal eine Woche am Strand und im Wasser verbringen wollen, bevor wir uns auf den langen Weg nach Hause machen.

Zu diesem Eintrag gibt es 5 Kommentare.
04.03.2019:
Kommentar from Christina
Wow, ihr wollt es wirklich wagen! Wir waren am Wochenende beim Piratenpräventivworkshop der Bundespolizei und da wurde das Gebiet als klares No-Go bezeichnet. Ich drücke die Daumen und zittere mit euch mit, dass alles gut geht und ihr heile ankommt! Liebe Grüße, Christina, Serenity Sailing
04.03.2019:
Kommentar from Dody
Drueck' Euch ganz feste die Daumen, wird schon gutgehen irgendwie! Big hugs xxx
04.03.2019:
Kommentar from Anna von SY Capetown
Wir sind in Gedanken bei euch. Ihr werdet es schon richtig machen. :)
04.03.2019:
Kommentar from Marlene und Werner
Gute Reise und einen super Segelwind! Wir freuen uns euch bald wieder näher bei uns zu haben. Liebe Grüße aus Deutschland.
05.03.2019:
Kommentar from Gabi
Ihr seid einfach zu schnell. Ich hatte diese Woche geplant, nach Sri Lanka zu kommen. Jetzt muss ich Fasching hier feiern, denn auf den Malediven war ich erst. Keine Angst vor Piraten, die halten sich an Containerschiffe und Versorger oder Kreuzfahrer. Außerdem sieht euer magerer Captain nicht danach aus, als gäbe es was zu holen auf dem Schiff. Macht es weiterhin so super wie bisher, dann klappt schon alles.
25.03.2018 - Portobello, Panama

Proviantierung für den Pazifik

Dass die Provisionierung für den Pazifik nicht einfach ist erkennt man daran, dass sich doch einige Segler Blogger auf ihren Websites über diese Thema auslassen. Das Gute ist, dass die Überfahrten aus früheren Jahren bei vielen Pacific Puddle Jumpern schon abgeschlossen sind und sie deshalb auch schreiben wie es denn gelaufen ist. Die Lektüre der Internetseite ist teilweise wirklich amüsant, man findet Lebensmittellisten an welchen man schon erkennt aus welchem Land das Schiff eigentlich herkommen muss. Wer errät zum Beispiel aus welchem Land dieses Schiff wohl kommt: Hunderte Kilos an tiefgekühlten Fleisch, gepaart mit 20 Dosen Erdnussbutter und großen Mengen an Haferflocken? Ganz besonders gestaunt habe ich aber über die Proviantierung der Bella Marina. Die Hauptbestandteile der Kost für 6 Monate Pazifik waren: Zum Frühstück: 72 Liter Kokosmilch mit Vanillegeschmack, Kaffee und Special K Müsli; Mittagessen: 10 kg Chia Samen, 5 kg Protein Pulver, 50 Packungen Sardinen; Abendessen: 36 Dosen Käse, 30 Dosen Butter, 60 Packungen Cracker, 72 Dosen Fisch, 50 Dosen SPAM und 24 Packungen Mac and Cheese dazu noch einige Snacks und Vitaminpillen. Wenn ich 5 Monate mit Crackern und Mac and Cheese zum Abend Essen überlebt hätte, gäbe es für mich eine realistische Chance, dass ich einfach über Bord springen würde. Nur gut, dass nicht jeder dasselbe mag.

Auch die Herangehensweise wie die Leute proviantieren weicht deutlich voneinander ab, einige rechnen mit Kilokalorien, andere überlegen sich genau was sie wohl kochen werden und rechnen die Lebensmittel für die Gerichte hoch. Einige nehmen nur den Proviant für die Passage zwischen Galapagos und französisch Polynesien mit nach dem Motto "wo es Menschen gibt, gibt es auch essen", die meisten aber packen ihre Boote randvoll - manchmal sogar eine ganze Tonne an Essen- damit es für das nächste halbe Jahr reichen wird. Wenn man genauer recherchiert und nicht an bestimmte Markenprodukte gebunden ist, scheint es in französisch Polynesien fast alles zu geben, was es auch hier in Panama gibt, nur eben sehr viel teurer. Auf den ersten Blick, mag es einfach erscheinen, einfach so viel wie möglich mit zu nehmen. Wenn man dann aber bedenkt, dass lange Lagerung an Lebensmitteln auf Booten gar nicht so einfach ist und nicht wenige Segler wegen Fäulnis und Ungeziefer große Teile ihres Vorrats haben über Bord gehen lassen müssen und schließlich in Australien oder Galapagos nicht erlaubte Lebensmittel konfisziert werden, mag es am Ende vielleicht sogar billiger sein die Bilge in Panama nicht ganz so voll zu machen.

Am Ende hat es sich für uns aber trotzdem besser angefühlt möglichst große Vorräte anzulegen und neben unserer ohnehin schon vollen Bilge noch zwei weitere große Fächer mit 100 Konserven, 20 Packungen Keksen, 30 Packungen Snacks, 20 Suppen, 15 kg Reis, 15 kg Nudeln, 5kg Linsen und Bohnen,15 kg Mehl, 10 Packungen Müsli, Backzutaten, 10 Marmeladen und Honig, 15 Flaschen Öl, Essig, Ketchup, Senf und Saucen, 30 Liter Milch, 100 Litern Getränke und Hygieneartikeln zu füllen. Gegen die Schädlinge, deren Eier man oft schon mit kauft, haben wir unsere Vorräte vakkum-verpackt. Unseren Ausflug nach Sabanitas, wo wir eingekauft haben, war auch mit dem Bus unkompliziert. Tatsächlich war es der größte Lebensmitteleinkauf den ich in meinem bisherigen Leben gemacht habe. Die Ladefläche des Minibuses, der uns nach Portobello zurückgefahren hat, war fast voll bedenkt und ich habe einen ganzen Tag gebraucht um die Lebensmittel im Schiff unter zu bringen und zu katalogisieren an welcher Stelle was liegt. Auch wenn Moya jetzt leicht nach Backbord geneigt ist, sind wir noch weit von einer extra Tonne Zuladung entfernt, aber es fehlen ja auch noch die frischen Sachen.

Zu diesem Eintrag gibt es 2 Kommentare.
27.03.2018:
Kommentar from Nici
Ihr lieben, das klingt alles so unglaublich spannend, ich fiebere mit und wünsche euch eine gute Zeit. Wie viel Zeit habt ihr denn bis Polynesien eingeplant? Ich drücke euch. Liebe Grüße Nici
02.04.2018:
Kommentar from Moya Crew
Nici, danke für Deine lieben Worte. Wir sind auch ganz aufgeregt, dass wir jetzt im Pazifik segeln. Wie lange wir in Polynesien bleiben werden, haben wir noch nicht entschieden. Wir werden spätestens zum Anfang der Zyklonsession im November den Südpazifik verlassen müssen, aber wollen spontan entscheiden wie lange wir auf den polynesischen Inseln und den sonstigen Inseln bleiben wollen. Es gibt so viele Möglichkeiten.
20.03.2018 - Portobello, Panama

Vorbereitungen für den Südpazifik

Jetzt wo wir wissen, wann wir in den Pazifik schleusen werden, steigt die Nervosität an Bord. Von Mittelamerika aus werden wir Wochen auf See verbringen bevor wir in französisch Polynesien ankommen werden. Dabei werden wir zuerst durch die intertropical Konvergenzzone segeln, in der wir unstete leichte Winde mit Flaute aber auch Gewitter erwarten, bevor wir den Äquator überqueren und anschließend hoffentlich den Südostpassat finden. Diese Passage wir voraussichtlich unsere längste Ozeanpassage werden und wir wollen dafür optimal vorbereitet sein.

Schon in den letzten Wochen, haben wir deshalb Moyas` Unterwasserschiff erneuert, die Genua hat einen neuen UV Schutz bekommen, Ersatzteile für unsere Entsalzungsanlage sind angekommen und die Batterien sind jetzt auch ausgewechselt und haben ihren Dienst aufgenommen. Da wir nach dieser Passage, anders als bei unserer Atlantiküberquerung, am Ende der Welt anstatt der Zivilisation ankommen und nicht zu erwarten ist, dass wir auf absehbare Zeit in Häfen und Marinas verweilen werden und sogar kleine Problemchen wesentlich schwieriger werden zu beheben sein, versuchen wir alle Eventualitäten durch zu gehen. Natürlich wird uns das nicht gelingen, aber ein paar was-wäre-wenn Gedankenspielchen beruhigen und bereiten auf einen Teil der kommenden Situationen vor.

Während wir abends über Wetter, Route, Proviantierung und mögliche Fallstricke sprechen, arbeiten wir tagsüber an unserer Lady. Um auch die letzten kleineren Roststellen vor der langen Reise z u entfernen, haben wir gestern zwei Fenster ausgebaut, den Rost erst abgeschliffen und dann mit unserer bewährten Methode phosphorsäurebasiert entfernt, bevor wir die erste Grundierungsschicht aufgebracht haben. In den nächsten Tagen werden dann die zweite Grundierung, sowie mehrere Lackschichten folgen. In der Bucht vor Anker sind die Arbeiten etwas komplizierter als am Festmacher in der Marina. Zum einen brauchen wir Strom für unsere 220V Schleifmaschine, der aus unserem 12V Bordnetz von einem Inverter umgewandelt werden muss, zum anderen ist Streichen von Tilly aus die an der Seite von Moya vertäut liegt ein Balanceakt, bei dem man sich -selbst bei den kleinen Wellen- auch ganz gerne mal selbst anmalt. Nebenbei haben wir die Bilge und alle Proviantschapps ausgeräumt und katalogisiert, damit wir einen Überblick bekommen was und wieviel wir noch einkaufen müssen. Wir sind schon ganz gut ausgestattet, aber für 6 Monate reicht es noch nicht. So viel wollen wir mitnehmen, um autark zu sein und nicht die teuren Lebensmittel in französisch Polynesien kaufen zu müssen.

Zwischen den ganzen Arbeiten an Bord, sind wir Montag endlich zu Yogi gefahren nach Nombre de Dios. Yogi ist deutscher Auswanderer, selbst mit dem Segelboot hierher gekommen und lebt nun seit Jahren hier in Panama. Er war unsere Insiderquelle hier und hat uns immer mit Tat und Rat zur Seite gestanden. Wir kannten Yogi zwar noch nicht persönlich, Moya aber schon durch die Voreigner, deshalb mussten wir ihn und seine Frau Yilva endlich kennenlernen.

Von Portobello aus ist es nach Nombre de Dios nicht weit und mit den schönen lokalen Busen war es ein gelungener Ausflug in das schon 1510 gegründete Dorf. Von hier aus haben die Spanier früher das Silber nach Europa verschifft, zumindest bis Sir Francis Drake Nombre geplündert hat und der wichtige Hafen in das besser geschützte Portobello verlegt wurde. Yogi lebt in einem grünen Haus am Rande von Nombre de Dios, im Garten gibt es Bananenstauden, Papaya und Mangobäume, dazwischen Hühner, Katzen und Hunde. In der Hängematte auf der Terrasse fanden nicht nur die Jungs gemütlich. Wir konnten gut verstehen warum er sich diesen Ort als Wahlheimat ausgesucht hat. Bei Kaffee, Eis und Kuchen, ging die Zeit viel zu schnell herum und schon mussten wir zum letzten Bus um 14:45 Uhr eilen. 5 Minuten vor der Abfahrtszeit haben wir ihn zumindest noch gesehen. Nombre de Dios liegt ziemlich abgelegen, so dass wir hier auch kein Taxi fanden. Wir versuchten es mit dem Daumen. Es dauerte erstmal 20 Minuten bis das erste Auto vorbei kam, vollbesetzt. So ging es auch weiter, nach 1.5 Stunden kam dann ein Auto vorbei, wieder voll besetzt. Dieses Mal meinte ich zu Christian "der hätte uns sicher mitgenommen, wäre er nicht voll gewesen" und tatsächlich sahen wir kurz darauf die Rückfahrleuchte aufleuchten. 5 französische Touristen im Mietauto haben die Situation richtig eingeschätzt, angehalten und uns angeboten im Kofferraum mitzufahren. Christian, Joni und ich haben uns hineingefaltet, Joshi kam noch auf die Rücksitzbank. Irgendwann fragte der Capitano "sind wir schon an der Kreuzung halbwegs vorbei?" "Ich denke wir sind gleich da, mir kommt es jetzt schon länger vor als bei der Hinfahrt". Tatsächlich waren wir noch lange nicht so weit und ich war sehr froh als wir endlich in Portobello durchgeschwitzt und mit flauen Magen ankamen. Im Casa Vela erholten wir uns vom Abenteuer und hörten dabei neue Seemannsgeschichten.

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23.03.2018:
Kommentar from Maxi, Lars und Benno
Joshi, Du Großer - Alles Gute zu Deinem 5. Geburtstag! Wir denken fest an Dich und wünschen Dir, dass Deine Eltern Dir einen großartigen Panama-Geburtstag bereiten. Viel Spaß noch auf Eurer großen Reise. Schöne Grüße aus dem (noch) kalten Deutschland. Maxi, Lars und Benno
16.03.2018 - Puertobello, Panama

Pazifik wir kommen

Am 30 März werden wir voraussichtlich den Atlantik verlassen und durch die Gatun Schleuse in den Rio Chargres schleusen. Wahrscheinlich werden wir dort über Nacht vor Anker stehen und den größten Teil der Kanaldurchfahrt am Tag danach machen. Gestern haben wir unsere Durchfahrt bezahlt und nach am gleichen Tag unser vorläufiges Transitdatum erfahren. Die Kanalbehörde ist bestens organisiert und hocheffizient.

Bis es soweit ist, haben wir noch alle Hände voll zu tun. Das Wichtigste sind die neuen Akkus für Moya, unsere alten Batterien sind schon 7 Jahre alt und sterben gerade den Alterstod nach einem erfüllten Leben mit rund 1000 Zyklen. Gestern waren wir im Casa de Batterias und haben tatsächlich neue, zwar ein wenig kleinere aber passende Akkus gefunden, die morgen nach Puertobello geliefert werden. Hier in Colon ist Anlanden, wenn man nicht gerade in der teuren Marina liegt, schwierig. In den Flats haben wir keine Möglichkeit gefunden mit unserem Dingi anzulanden und vor dem Club Nautico lag Moya direkt vor den großen Kreuzfahrern. Im Club wurde uns der Landzugang verwehrt, so dass wir an der daneben liegenden Baustelle angestrandet sind um überhaupt von Bord zu kommen. Mit unserem Invaliden und den beiden Kurzen ist eine Provisionierung von hier ausgeschlossen, muss man doch einmal komplett über die Baustelle humpeln bevor man an der Straße ein Taxi organisieren kann. Um schon einmal ein wenig vorzufühlen, sind wir nach unserem Bankgang einmal durch Colon gefahren, am Markt vorbei und der Free Zone bis zum Zentrum Quatros Altos. Die Stadt ist ziemlich heruntergekommen und überall war die Polizei noch auf den Straßen mit großen Gewehren vertreten - ich war froh, dass wir bei den Unruhen nicht hier waren. An der Zona Libre, der zweitgrößten Freihandelszone der Welt, sind wir nur vorbei gefahren, schon vom Taxi aus sahen wir die großen Hallen mit westlichen Geschäften und riesigen Leuchtreklamen. Hier können Schiffe in Transit steuerfrei einkaufen. Wir überlegen noch, ob sich das für uns lohnen wird, da man sich die Waren für viel Geld direkt ans Schiff liefern lassen muss. Vielleicht finden wir ja noch andere Boote mit den wir die Lieferung teilen können.

Quatros Altos, ist eine Mall am Ausgang von Colon, hier gibt es bestimmt 100 Läden mit Autozubehör, Lebensmitteln, Kleidung, Schuhgeschäften, Restaurants und auch dem Casa de Batterias. In dem großen, westlichen Supermarkt hier gibt es auch internationale Produkte, so dass er bei Seglern sehr beliebt ist um die Schapps für den Pazifik zu füllen. Unsere Ölfilter, die wir noch unbedingt brauchen gab es aber in Quatros Altos nicht, aber nach ein einigem herumfragen fanden wir heraus wo wir hin mussten. In einem LKW Zubehör Laden, lachten sich die Angestellten über Joni kringelig, als er laut brüllend durch den Laden lief und mich versuchte zu ärgern bis ich ihn vor die Ladentür stellte. Sie fühlten sich von uns so gut unterhalten, dass sie mir lachend halfen die Kreuzreferenz der Filternummer heraus zu finden und dann durch die Stadt telefonierten, wo es die Filter denn gibt. Kurz vor Ladenschluss haben wir tatsächlich noch die beiden letzten Exemplare erstanden und waren etwas erleichtert nachdem wir schon auf Curacao, Grenada und Cartagena keinen Erfolg hatten. Nachdem wir heute noch unsere Ersatzteile für den Wassermacher beim Fedexshop in Colon abgeholt haben, sind wir wieder auf dem Wasser Richtung Puertobello. Bei Wind von vorne, liegt Moya auf der Leeseite und arbeitet sich langsam gegen die von vorne kommenden Wellen. Wir sind zwar nicht schnell, dafür stampft unsere Stahllady aber auch nicht und segelt fast wie auf Schienen die 20 Meilen nach Nordosten.

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17.11.2017 - Mindelo, Sáo Vincente, Cape Verde

Almost ready for Take off

Unsere Genua ist repariert und wieder gesetzt, die Ersatzbilgepumpe eingebaut, das Rigg ist gecheckt, wir sind ausklariert, Moyas´ Bilge ist auf Anschlag voll mit Lebensmitteln und mit einem neuen Gemüsenetz sind jetzt auch die frischen Sachen verstaut. Wir sind also fast soweit, dass wir den Sprung ins kalte Atlantikwasser machen. Zu dumm, dass es gerade jetzt so schön sein muss. Die Kinder waren heute im siebten Himmel erst haben sie mit den beiden Schweizer Kindern Janis und Medina von der Balu auf dem Spielplatz gespielt und kaum waren die außer Sichtweite haben wir ein Wiedersehen mit Jana, Michel und Paul gefeiert. Im Hafen hier in Mindelo ist die Kinderdichte momentan enorm, auf gefühlt jedem zweiten Boot wuselt es mit Kindern aus aller Welt. Auffällig viele französische Familien sind mit den Segelbooten unterwegs, es gibt aber auch Schweizer, Belgier, Italiener, Engländer, Amerikaner, Australier, Holländer, Norweger, Schweden, Dänen und natürlich Deutsche und alle trifft man hier, weil alle auf sich vor dem großen Abenteuer hier nochmal ihre Batterien, Bilgen und sonstigen Reserven aufladen.

Wenn man sich umschaut, sieht man die Skipper mit dem Bootsmannstühlen im Rigg klettern, die Segel wehen selbst im Hafen im Wind weil noch irgendwas repariert werden muss, es wird geschraubt, gesägt und gehämmert. Alle Schiffe haben noch irgendeine mehr oder weniger ernsthafte Krankheit, die schnell noch kuriert werden muss. Gleich vorne am Steg liegt ein großer Trimeran, ein richtiges Regattaboot (die schaffen die Strecke Kanaren-Kap Verden in ungefähr einem Tag, nur zur Erinnerung wir haben mehr als 6 Tage gebraucht) und liegt seit Tagen am Dock, weil etwas unterwegs zu Bruch gegangen ist. Von Freunden hat sich die Ruderanlage mitten auf dem Atlantik verabschiedet, sie mussten improvisieren um heil hier auf den Kap Verden anzukommen. Gegenüber steht eine Yacht, deren Anker vorne komplett den Rumpf auf ungefähr 50 cm aufgerissen hat und die dann kurzer Hand mit Spachtelmasse geflickt wurde. Je mehr wir uns umhören, desto mehr Geschichten von Pleiten Pech und Pannen hören wir und sind richtig froh, dass wir so ein robustes Schiff haben. Auch wenn wir gestern hörten: "With a 12 meter boat you will arrive in 8 days in Martinique" - "I think we will be much slower, 16 days would be nice for us" - "Oh no, or do you have an Steel Boat?" Morgen geht es vermutlich los, wenn ihr die Tage weniger von uns hört liegt es daran, dass das Logbuch unter erschwerten Bedingungen geschrieben werden wird.

Zu diesem Eintrag gibt es 3 Kommentare.
19.11.2017:
Kommentar from Marcus und Judith
Hallo Ihr Weltenbummler, wahrscheinlich seid Ihr gerade schon unterwegs auf dem großen Trip über den Teich? Wir lesen gespannt mit, drücken Euch alle vier Daumen & denken an Euch! Viele liebe Grüße aus dem herbstlichen Stuttgart!
19.11.2017:
Kommentar from Dieter
Offensichtlich habt ihr euch auf die Reise gen Westen gemacht.Ich hoffe, sie wird so angenehm wie meine vor Jahren.Viel Glück, bestes Wetter , stetigen Wind, ich reise in Gedanken mit. Liebe Grüße, Dieter
19.11.2017:
Kommentar from Adolf
Schließe mich mit herzlichen Grüßen den guten Wünschen meines Bruders an , vor allen Dingen auch den Kindern eine gute Reise, Adolf
24.10.2017 - Tazacorte, La Palma

Wir bereiten uns auf den Atlantik vor

Schon seit Wochen habe ich immer wieder ein Auge auf das Atlantikwetter. Zwischen den Kanaren und den Kap Verden weht oft ein kräftiger Wind aus Nordost. Diese Woche ist er nicht ganz so stark. Der Gedanken an unsere längste Passage macht mich schon etwas nervös und ich frage mich wie es wohl werden wird, ungefähr eine Woche Tag und Nacht an Bord zu verbringen. Ich schwanke zwischen: das kann ganz schön anstrengend werden, wenn die Kinder oder das Wetter nicht mit machen und: Wir haben mittlerweile mehrere tausend Seemeilen mit Moya gesegelt, die Kap Verden werden da einfach eine weitere Passage, die etwas länger ist. Letztendlich werden wir es erst wissen wenn wir es gemacht haben. Also schiebe ich die Gedanken zur Seite und konzentriere mich darauf uns uns Moya bestmöglich auf den ersten Teil der Atlantiküberquerung vorzubereiten.

Nach 4 Großeinkäufen in den letzten Wochen, haben wir gestern nur noch Obst, Milchprodukte, Fleisch und Gemüse gekauft und denken dass wir jetzt gewappnet sind. 20 Äpfel, 20 Orangen, 10 Bananen, 10 Mandarinen, 8 Pflaumen, 6 Kiwis und 5 Mangos sollten unsere kleinen Obstmonster an Bord bei Laune halten. Auch mit länger haltbaren Artikeln ist Moya bis zum Anschlag gefüllt: Konserven, Nudeln, Reis, Mehl, Milch, Knabbereien und Hygieneartikeln. Die Lebensmittel werden schon auf den Kap Verden deutlich teuerer und spätestens in der Karibik lassen die Preise Tränen in den Augen aufsteigen. Heute wurde noch einmal richtig ran geklotzt, es wurde gepinselt, gebohrt, montiert und noch einmal Rigg, Motor und Windpilot gecheckt. Alle Wäsche ist mittlerweile gewaschen und Moya gründlich geputzt. Jetzt muss nur noch das Wetter mitspielen, dann kann es losgehen.

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25.10.2017:
Kommentar from Nici
Ich wünsche euch eine gute Zeit, passt gut auf euch auf und denkt an euer Ziel :) die kapverden sind mit Sicherheit traumhaft, wir wollen dann Bilder sehen, die uns bei dem Wetter hier neidisch machen. Viele Grüße