Letzte Position:
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Breite:
8° 30.0' S
Länge:
119° 52.5' O
Ort:
Labuan Bajo, Flores, Indonesien
Datum/Uhrzeit:
08.12.2018
16:40 UTC+8
Wettermeldung:
vom
08.12.2018 16:40 UTC+8
33 °C
Mäßige Brise aus Südwest

Logbucheinträge zu Wrack

09.03.2018 - Banedup, San Blas, Panama

Capitano außer Gefecht

Um das Beste aus unseren 3 verbleibenden Tagen auf San Blas zu machen, tuckerten wir mit Moya nur um die Ecke und schmissen den Anker vor Dog Island. Dog Island ist sehr touristisch, hierher kommen die Boote vom Festland und spucken Bootladungen von weißen Touris aus, die den Tag hier auf der Insel verbringen, um Sonnen zu baden, zu schnorcheln und sich Rum aus Kokosnüssen schmecken zu lassen. Vor Dog Island ist in den 1950ziger Jahren ein Lastenschiff auf Grund gelaufen und liegt seitdem im kristallklaren Wasser. Es ist besiedelt von Korallen in allen Farben und ist so Anziehungspunkt für bunte Rifffische und Touristen gleichermaßen.

Auch wir wollten ein bißchen Schnorcheln im Wrack und schwammen durch den alten Maschinenraum und zwischen den Wrackteilen umher. Neben den vielen kleinen bunten Fischen, die man hier in vielen Riffen trifft, waren am Wrack auch überraschend große Exemplare unterwegs. Es war wieder einmal umwerfend in die andere Welt da unten abzutauchen. Als wir gerade aus der Unterwasserwelt auftauchen wollten, hörte ich Christian stöhnen und sah gleich darauf wie er sich an den Fuss fasste. Er war bei einer Schwimmbewegung gegen eine scharfe Wrackkante gestoßen und hatte sich einen tiefen, 5cm langen Schnitt an der Fussohle zugezogen. Ich stützte den Capitano und wir humpelten aus dem Wasser zu unserer Strandmatte. Die Wunde blutete nicht so schlimm wie ich gedacht hätte, aber genug dass unsere Touristennachbarn uns mit Wunddesinfektionsmittel versorgten und wir von den Gunas eine Kompresse und Mullbinde auftreiben konnten. Nach dem anfänglichen Schock, versorgten wir den Schnitt und stellten erleichtert fest, dass der Fuss keinerlei Bewegungseinschränkungen hatte. Nun humpelt und springt unser tapferer Skipper durchs Schiff, wo er leider bis auf Weiteres bleiben muss, um zu verhindern, dass die Wunde sich infiziert.

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28.01.2018 - Klein Curacao

Seeruinen

Betreten stehen wir heute an der Ostküste von Klein Curacao. Dort liegen die Überreste eines vor 40 Jahren angestrandeten Frachters. Vom Bug waren nur noch vereinzelte Rostteile übrig, die über den felsigen Strand verteilt lagen. Das Heck mit dem Schiffshaus lag noch wie eine Ruine im Wasser. Alles war mit einer dicken Rostschicht überzogen, die Farbe des Schiffes war nicht mehr zu erkennen. Die heute großen Wellen des karibischen Meers rauschen von der Ostseite heran und schlagen in gigantisch, weißen Fontänen in das Wrack ein. Manchmal sind sie so groß, dass sie bis an Deck reichen und das Wasser aus Löchern dann seinen Weg wieder ins Meer zurück sucht. Nach einigen wenigen Schritte weiter nach Norden standen wir bereits vor der nächsten Schiffsruine, die uns noch betroffener machte. Es waren die Überreste eines Segelschiffes, das da auf der Seite lag. Der Mast und die Aufbauten waren abgeschraubt, weil jemand sie noch gebraucht hat, aber der Rumpf, unten aufgeschlitzt, lag da noch. Durch die zerstörten Fenster konnte man ins Innere schauen und sah man noch den schönen Teakfussboden, ein altes Segel und sonstige Trümmer und dachten "ohje, die liegt noch nicht so lange hier". Warum so eine schöne hochseetaugliche Yacht hier angestrandet war wissen wir nicht, vielleicht war es Sturm, vielleicht war sie zuvor schon aufgegeben worden? An navigatorischen Problemen konnte es eher nicht liegen, stand doch in der Mitte der Insel ein großer Leuchtturm mit mehr als 10 nm Reichweite. Ich stand Minuten vor den Überresten des Schiffes und dachte an die Seeleute, die hier auf so ungute Weise angekommen waren. Meine tägliche Ration an Respekt für die See war somit für die nächsten Tage schon mit eingesammelt.

Auf unserer Inselerkundung mussten wir einfach auch den Leuchtturm besichtigen. Der Leuchtturm ist noch voll in Funktion, allerdings ist vom einstig großzügigen Leuchtturmwärterhaus nicht mehr viel mehr übrig als die Wände mit einem Dach darüber, dazwischen liefen kleine Einsiedlerkrebse und Eidechsen herum. Die Treppe bis hinauf in den Turm war noch gut in Schuss, so dass die Jungs nicht unten zu halten waren. Oben pfiff der Wind durch die offenen Fenster. Nach den Ruinen wendeten wir uns erfreulicheren Themen zu und gingen zum "schönsten Strand von Curacao", badeten und schauten den Kitesurfern zu wie sie am Strand hin und her sausten und eine Akrobatikcompetition veranstalteten. Nachdem die ganzen Tagesausflügler wieder auf ihre Boote verpackt sind und in Richtung Curacao ablegten, genießen wir jetzt die Insel fast für uns allein. Gestern Abend hatten wir Besuch von Schildkröten, heute morgen von zwei Dutzend Delfinen und sind gespannt ob noch wer vorbei schaut.

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27.01.2018 - Klein Curacao

Tugboat

Spanish Water ist eine dreizackförmige Bucht - oder eigentlich mehr ein See- der über einen Kanal mit dem Meer verbunden sind. Rings um die Bucht stehen viele Villen von Menschen, die offensichtlich sehr viel Geld haben. Es gibt einige Restaurants und täglich fährt ein Shuttle zum Supermarkt. Es ist also der ideale Ort für Yachties, da die Boote hier sehr geschützt liegen und sich nur bewegen, wenn eines der Superracer-Dingies vorbei heizt. Man sieht den Schiffen an, dass einige hier auch dauerhaft liegen während die Eigner am Schiff arbeiten oder sogar nach Hause gefahren sind. Einziger Nachteil, vor allem für Familien, ist, dass es direkt in der Bucht keinen schönen Strand zum Baden gibt.

Ich hatte aber gelesen, dass einer der schönsten Schnorchelspots von Curacao in der Nähe ist. Nach dem Motto, wo man Schnorcheln kann, kann man auch Baden, haben wir uns auf die Reise gemacht. Wenn wir zum Strand wollen, ist unser kleines Dingy Tilly immer grundsätzlich voll. Die Schuhe wollen mit, die Strandmuschel, Strandspielsachen, Strandmatten, Badesachen, Getränke und was zu Essen. Und dieses Mal auch Marlene und Werner. Nach ein bißchen Schachteln fanden wir schließlich alle Platz im etwas tiefer gelegten Bötchen und sind an Land getuckert - das muss ganz schön witzig ausgesehen haben. Am Meer sind wir an einen öffentlichen Strand gekommen, der war zwar nicht sehr schön, aber es gab Wasser zum Baden und ein bißchen Sand zum Buddeln, so dass die Kinder nicht weiter zu bewegen waren. Joshua und Jonathan hatten einen großartigen Nachmittag mit ihren Großeltern am Wasser, während Christian und ich auf die Suche nach Tugboat gingen.

Wir gingen am alten Fort vorbei und dann waren wir auch schon da. Auf einem Stein war das Tauchersymbol aufgemalt und direkt daneben gab es eine kleine Bar, die Tauchequipment verlieh. Vom Strand aus schwammen wir in weniger als 10 Minuten zu dem untergegangenen Schlepper. Jetzt ist er die neue Heimat von Hunderten von Fischen. Deshalb und da er nur in 5 Meter Wassertiefe liegt ist er ein hervorragendes Erkundungsobjekt für Schnorchel und Taucherbrille. Da der Himmel bedeckt war, drang nur wenig Licht ins Wasser und es war relativ dunkel. Unser Freigang war trotzdem der Hit, nicht nur weil wir zu zweit unterwegs waren, sondern auch, weil wir in Schwärmen von dunkel-bunten Fischen schwammen und das am Grund liegende Wrack inspizierten. Schließlich tauchten wir mit blauen Lippen aus dem 26°C Grad warmen Wasser auf und sammelten die Großeltern und Kinder ein, die inzwischen nicht nur gebadet und gespielt hatten sondern auch mit Eis und Lollies verwöhnt wurden.

Weil die nächsten Tage Wind, Strömung und Welle weiter zunehmen sollen, sind wir bereits heute frühzeitig in Richtung klein Curacao aufgebrochen. Nicht nur Moya hat schwer gegen die Elemente gearbeitet, auch ihre Crew wurde durchgeschüttelt, als unsere Lady immer wieder in die Wellen gestampft ist. Am Spätnachmittag waren wir dann alle froh, als wir den Anker versenkten. Der 13 Meilen Quickie hat am Ende fast den ganzen Tag in Anspruch genommen, aber für ein Bad von Moyas' Heck mit Kindern, Oma und Schildkröten hat es noch gereicht.

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