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Breite:
8° 30.0' S
Länge:
119° 52.5' O
Ort:
Labuan Bajo, Flores, Indonesien
Datum/Uhrzeit:
08.12.2018
16:40 UTC+8
Wettermeldung:
vom
08.12.2018 16:40 UTC+8
33 °C
Mäßige Brise aus Südwest

Logbucheinträge zu Dschungel

29.03.2018 - Christobal, Panama

Mystical Rio Chagres

Fast hätten wir unseren Ausflug zum Rio Chagres gestern abgebrochen. Mit dem Wind von hinten ging es ziemlich zügig an der Küste entlang bis zur Flussmündung des Rio Chagres. Laut Seekarte liegt vor der Flussmündung ein Riff, so dass wir entschieden uns ein bißchen nach Osten drücken zu lassen, um dann Richtung Westen das Riff anzufahren. Die recht großen Wellen kamen von der Seite und mit dem näher kommen an die Küste fingen sie sich im flachen Wasser an zu brechen. "Lass uns umdrehen!" rief ich Christian zu. Ich stand vorne am Bugspriet, der immer wieder ins Wasser krachte, Moya war der Grenze der brechenden Wellen gefährlich nahe, trotzdem konnte ich das Riff noch nicht ausmachen. Christian drehte Moyas' Nase in die Wellen und lief zurück in tiefe Wasser. Wir schauten uns die Seekarte noch einmal genau an und legten sie über unsere elektronische Karte, wir versuchten von weiter außen auszumachen wo sich das Riff befinden musste. An einer Stelle brachen sich die Wellen immer wieder, so dass wir ziemlich sicher waren, dass hier das Riff sein musste. Mit den Wellen von hinten gaben wir der Anfahrt noch eine Chance. Dieses Mal klappte es besser, wir waren näher an der Küste, die hier einen Knick machte, und somit in ein wenig ruhigerem Wasser. Das Riff war tatsächlich da wo wir es vermutet hatten.

Einmal dahinter war das Wasser ruhig wie in einem Ententeich. Moya tuckerte noch einige Meilen den Fluss hinauf -rechts uns links von uns tiefster Regenwald. Wir schmissen unseren Anker in der Flussbiegung. Dort wehte ein wenig Wind. Wir genossen den Nachmittag an Deck und badeten im Fluss. Mats ging auf Erkundungstour in den Seitenarmen mit Tilly. Das Kreischen, der Kinder störte hier wirklich keinen.

In der Nacht fühlte sich der Dschungel noch näher an. Neben dem lauten Zirpen, gab es noch aller Hand andere Geräusche, die wir nicht wirklich Tieren zuordnen konnten. Ich wurde mehrmals von lautem Krächzen und bellenden Lauten geweckt, beides hörte sich nicht so an als käme es von kleinen Tieren. Ich war froh, dass wir in der Flussmitte ankerten, drehte mich um und schlief wieder ein. An diesem Ort ist es unmöglich zu sagen in welcher Zeit man sich befindet, wir hätten genauso gut 200 Jahre in der Zukunft oder 500 Jahr in der Vergangenheit sein können.

Gleich nach dem Frühstück legten wir heute morgen ab und kreuzten gegen den Wind bis zur Hafeneinfahrt von Colon. Dort funkten wir mit der Shelterbay Marina um vor der Kanaldurchfahrt unseren Tank noch aufzufüllen, aber leider war der Tankbarke der Diesel ausgegangen. Ziemlich doof, da wir nicht so genau wußten wieviel Diesel genau wir noch im Tank hatten und wir morgen ja durch den Kanal wollen. Vor Anker in den Flats maß Christian nach und stellte erleichtert fest, dass noch mehr als genug Diesel in unserem Kieltank ist. Vielleicht schaffen wir es noch morgen zu tanken - wenn nicht- auch kein Problem, dann machen wir das einfach in Panama City. Heute Nachmittag trafen wir Alan und Frank wieder, beide waren bei uns zu Gast an Bord. Es war toll unsere Segelbekannte wieder zu treffen. Die Kinder lieben die Beiden, waren total aus dem Häuschen und spielten Krümelmonster. Wir durften aus dem unendlichen Erfahrungschatz von Alan schöpfen und haben wieder mal viel übers Segeln gelernt.

Zu diesem Eintrag gibt es 2 Kommentare.
01.04.2018:
Kommentar from Dieter
Vermutlich bin ich jetzt mal schneller als Sabrinas Logbuch. Also herzlichen Glückwunsch zur Passage des Kanals. Die Bilder von Yilva mit den Kindern sind sehr schön. Wir werden sie im Sommer sehen. Bin gespannt wie es weitergeht. Liebe Grüße Dieter
02.04.2018:
Kommentar from Moya Crew
Dieter, Du bist ja schneller als die Feuerwehr. Vielen Dank für die Glückwünsche! Wir freuen uns sehr auf den Pazifik und unsere Südseeabenteuer.
05.03.2018 - Nargana, San Blas, Panama

Auf dem Teufelsfluss

Nargana liegt nur wenige Meter entfernt vom Festland Panamas an der Mündung des Rio Diablo. Die beiden, durch eine Brücke verbundenen, Inseln Nargana und Corazon de Jesus bekommen normalerweise ihr Trinkwasser durch eine Wasserleitung vom Festland. Leider ist die Rohrleitung mit 20 cm Durchmesser mittlerweile so marode, dass die beiden Inseln momentan ihr Wasser mit den Einbäumen zum Dorf bringen müssen. Sie paddeln dafür 3 Meilen den Fluss hinauf, bis sie an den Teil der Wasserleitung kommen, die noch Wasser führt. Alle Männer des Dorfes kommen jeden Donnerstag zusammen, um eine neue Wasserleitung für das Dorf zu bauen. Jeder Mann der nicht zum Dienst antritt muss Strafe zahlen, die mit der Anzahl der fehlenden Tage exponentiell nach oben schnellt. Die Männer tauschen zuerst die Wasserleitung vom Fluss bis zum Dorf aus, den Teil der momentan kein Wasser mehr führt, später ist auch geplant eine neue Leitung von den Bergen bis zum Fluss zu legen.

An letzterer sind wir heute entlang gewandert und finden eine Komplettsanierung ist dringend notwendig, denn Wasserfontänen schießen im regelmäßigen Abstand in hohem Bogen aus dem Plastikrohr. Für uns waren sie heute willkommene Abkühlung auf unserem Weg durch den Dschungel, für die Dorfbewohner ist es schrecklich, dass nur noch ein kleines Rinnsal am Fluss unten aus der Leitung kommt. Wo wir konnten haben wir kleine Holzspieße geschnitzt und als Pfropfen in die Leitung gesteckt um die Lecks zu schließen. Wir waren heute begleitet von Jackson, einem jungen Guna Guide, der uns den Teufelsfluss und den Weg durch den Dschungel gezeigt hat. Bis zu den Wasserfällen wollten wir eigentlich laufen, haben dann aber schon vorher umdrehen müssen, da es schon zu spät geworden war und wir es sonst nicht mehr vor Sonnenuntergang zu Moya zurück geschafft hätten. Es war dennoch ein schöner Ausflug, erst mit unserem Dingi zwischen Mangroven hindurch den Fluss hinauf zu fahren, uns dann den Friedhof der Gunas anzuschauen und dann immer entlang der Wasserleitung den Berg hinauf zu wandern. Der Weg führte uns tief in den Dschungel hinein. Wir sahen bunte Schmetterlinge und Vögel, kreuzten mehrere Rinnsale, balancierten über Baumstämme und wateten durch den Fluss. Neben dem Pfad an der Wasserleitung entlang, war der Urwald so dicht, dass man ohne Machete keine Chance zum Durchkommen gehabt hätte.

Joshua hat die Wanderung sichtlich genossen, er rannte, kletterte und freute sich bei jedem Bach über die Steine zu balancieren. Joni wanderte auch schon prima die einfacheren Teile des Pfades mit. Nur als unsere Kekse ausgingen gab es fast eine Meuterei. Nach dem anstrengenden Tag wurden die Kinder und ich bei Moya abgesetzt um zu Kochen, während der Capitano und Kathi erfolgreich noch etwas Gemüse und Brot ergatterten. Proviantieren auf San Blas ist schwierig, eh sei denn man will von Kochbananen, Kokosnüssen und Fisch leben. Nargana war der erste Ort an dem wir auch noch etwas anderes kaufen konnten, nachdem das Versorgungsschiff aus Kolumbien heute da war. Und wie ihr seht haben wir hier auch eine SIM Karte in einer kleinen Guna Hütte erstanden und haben jetzt sogar Internet im nirgendwo - manchmal zumindest und unendlich langsam.

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10.01.2018 - Point Moliniere, Grenada

Durch den Dschungel zu den 7 Schwestern

Um Grenada ein bißchen besser kennen zu lernen und einen Blick ins Landesinnere zu werfen, mieteten wir uns gestern ein Auto. Mit Kind und Kegel standen wir um 10 Uhr morgens fertig bepackt an der Prickly Bay Marina. Dort wartete bereits der Herr von der Autovermietung mit einem schicken weißen Geländewagen. Christian mußte noch eine vorläufigen Führerschein für Grenada bei der Autovermietung erstehen, dann konnten wir losfahren. Es sollte ins Innere Grenadas gegen. Die engen sich schlängelnden Straßen sorgten zusammen mit den wie verrückt fahrenden Minibusen für den ein oder anderen Adrenalinschock. Wenn wieder einmal ein Fahrzeug plötzlich hinter der Biegung der Straße auftauchte und gefühlt nur noch einen Meter unserer Fahrspur freiließ zuckte ich regelmäßig heftig zusammen. Wir passierten St. George und kämpften uns dann die Berge hinauf erst entlang von Häusern, später ging es durch den dichten Regenwald.

Bei dem Schild "7 Sisters" bogen wir rechts ab und parken in einem Privatgrundstück. Von hier aus marschierten wir los einen kleinen Wanderweg entlang. Stellenweise ging es wirklich steil über angelegte Stufen bergauf und bergab. In den letzten Tagen hatte es so viel geregnet, dass der Boden komplett aufgeweicht war und unsere Schuhe teilweise im Morast einsanken und mit schmatzenden Geräuschen wieder auftauchten. Der Weg durch den Regenwald war aufregend mit viel dichten grün und uns neuen Geräuschen. Vor allem die riesigen Bambusstauden machten seltsame Töne, neben Affen, Vögeln und dem immer lauter werdenden Plätschern. Schließlich standen wir vor zwei Wasserfällen. Vom größeren der beiden kann man in den darunter liegenden Pool springen. Wir entschieden uns gegen ein Bad, der kleine Fluss führte zu viel aufgewühltes Wasser. Außerdem war ein Bad bei dem nassen Boden und der kühlen Luft nicht so richtig einladend. Stattdessen gab es Cookies und Obst, dann machten wir uns auf den Rückweg.

Bevor wir zurück an die Küste fuhren hielten wir noch an einem gefluteten Vulkankrater an und stiegen auf einem der höchsten Punkte der Insel. Von hier aus konnten wir über das grüne Meer des Regenwaldes bis zur Küste und den davor liegenden kleinen Inselchen blicken. Es regnete immer wieder, die Wolken blieben einfach an den Bergen hängen und ich wusste sofort, dass es keine Übertreibung war als uns eine einheimische Frau sagte "here it´s raining even if everywhere else it isn't".

Nach dem anschließenden obligatorischen Supermarktbesuch (einkaufen mit Auto ist einfach soooo viel einfacher als ohne) tuckerten wir zurück in die Prickly Bay um dort mit der Lily Crew bei einer Trivia night in der Marina Bar teil zu nehmen. Ehrlich gesagt waren wir ziemlich schlecht, wer will schon wissen wie Bob Dylan oder Pele mit richtigen Namen heißen? Nichtsdestotrotz ist die Flasche Rumpunch auf Umwegen doch bei uns gelandet und machte uns somit zum Sieger. Leider hat es heute den ganzen Tag mit nur sehr kleinen Unterbrechungen geregnet, deshalb ist unser Strandtag heute ins Wasser gefallen. Immer wieder zog der Himmel zu, machte seine Tore auf und es schüttete so stark, dass man das Land vom Boot aus nicht mehr sah. Der Regen war kalt, das karibische Wasser aber nicht, also machten wir das Beste aus dem verregneten Tag. Wir rauschten mit fliegenden Segeln auf die karibische Seite Grenadas zum Point Moliniere, zogen Taucherbrille und Schnorchel an und erkundeten den berühmten Unterwasserskulpturenpark. Bis zum letzten Hurrikan gab es hier einen Kreis aus stehenden Kinderskulpturen die am Meeresboden verankert waren. Der Strum zerstörte die Figuren teilweise, teilweise riss er sie um, so dass sie jetzt im Sand liegen. Obwohl wir wussten was es war, war das ganz schön unheimlich als ob man richtige Menschen versenkt hätte.

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