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Breite:
37° 38.3' N
Länge:
23° 09.6' O
Ort:
Palaia Epidhavros, Peleponnes, Griechenland
Datum/Uhrzeit:
17.07.2019
09:00 UTC+3
Wettermeldung:
vom
17.07.2019 07:45 UTC+3
25 °C
Frische Brise aus Nordost

Logbucheinträge zu Drachen

14.12.2018 - Gililawa Darat, Nusa Tenggara, Indonesien

Komodo has it all

Inzwischen sind wir schwer begeistert von den Komodo Inseln. Es gibt hier einfach wahnsinnig viel zu entdecken, bestaunen und genießen. Wir könnten uns hier ohne Probleme noch Wochen aufhalten, langweilig würde uns sicherlich nicht werden. Die Inseln sind einfach perfekt für Wassersportliebhaber und Wanderer. In den letzten beiden Tagen sind wir ganz zufällig von einem Highlight zum nächsten gestolpert und haben dabei tolle Eindrücke und Erinnerung gesammelt.

Komodowarane

Erst waren wir bei den Drachen, die es neben einer kleinen Region im Norden von Flores nur hier auf den Komodo Inseln gibt, und haben einen Morgenspaziergang durch die Welt der Warane gemacht. Nur noch 4000 Warane gibt es weltweit und es war schon sehr beeindruckend, die grossen Echsen aus der Nähe zu sehen.

Nach der geführten Tour wollten wir die schönen Buchten im Süden der Insel Padar besuchen, doch es kam anders als erwartet.

Reißende Ströme

Ganz unbedarft lichteten wir den Anker, der Wind kam aus Westen, so dass wir die Tücher hochzogen, um aus der Krokodilbucht heraus zu segeln. Es waren nur 15 Meilen bis zu den Stränden von Padar, so dass wir den Nachmittag mit den Kids im Wasser zu verbringen wollten. Als wir um die Nordwest Ecke von Rinca herum segelten, wurden wir erst sehr langsam, dann sah ich wieder 5 Knoten auf unserer Geschwindigkeitsanzeige. Ein massiver Strom setzte zwischen den Inseln hindurch, er hatte uns gepackt und drückte Moya seitlich weg. Anstatt nach Südwesten fuhren wir dadurch 90 Grad versetzt nach Nordwesten. Wir schalteten Henry dazu, aber auch er hatte sein Mühe. Trotz unserer 90 PS Maschine schafften wir es nicht, gegen die Strömung anzukommen. Mit 6 Knoten kam uns das Wasser entgegen geschossen und bildete wilde Verwirbelungen. Stehende Peilung zur Insel - wir standen. Nach mehreren Versuchen, am Rande des Fahrwassers, in der Mitte und auf der anderen Seite, überzeugte ich Christian, unsere Pläne zu ändern und an der Nordseite von Padar vor Anker zu gehen. Nächstes Mal werden wir wieder besser auf die Tide schauen, denn ein paar Stunden später drehte sich der Spuk und das Wasser rauschte in die andere Richtung. Tidennavigation sind wir gar nicht mehr gewohnt.

Rosafarbene Strände

Wir ankerten also vor einem endlos erscheinenden Sandstrand im Norden (8°39,3' S / 119°33,3' O), dahinter nichts als die Hügel von Padar. Kein anderes Boot, kein Haus und kein Mensch waren zu sehen. Die Jungs wollten buddeln, also ging es schnell an den Strand. Schon von Weitem sah der Sand rosa aus, mit dem näher kommen wurde die Farbe aber immer intensiver. Fast Pink war der Sand an der Wasserlinie, fein und toll zum Burgen bauen und das Beste: es gab fast keinen Müll. Joshi und Joni bauten eine Brücke und ein Schiff aus Treibholz. Keiner war davon zu überzeugen die Beine in die Hand zu nehmen und eine kleine Trekkingtour zu unternehmen.

Sanfte Hügel mit weidenden Hirschen

Der Berg rief. So zog ich alleine meine Sportschuhe an und machte mich daran einen Weg den Berg hinauf zu finden. Richtige Wege gab es keine, dafür unzählige niedergetretene Pfade von den Rehen und Hirschen, die hier die Hügel bewohnten. Der Boden war bewachsen von hohem Gras, dazwischen lagen Geröll und Steine. Die Sonne war schon tief am Himmel, ich musste mich beeilen, um noch vor Sonnenuntergang wieder unten am Strand zu sein. Steil ging es hinauf, aber der Aufstieg bis auf den Grat der Bergkette lohnte sich, ich konnte die Buchten der Südseite sehen, hinüber nach Rinca und Komodo schauen und natürlich das Riff mit dem dahinter liegenden rosafarbenen Strand. Der Ausblick war gigantisch. Ich nahm einen anderen Rückweg, um die steile Kletterpassage zu umgehen und hoffte, dass ich nicht irgendwann vor einem Abgrund umdrehen würde müssen. Bergab liefen mir noch einige Hirsche und Rehe über den Weg, die aber schnell reißaus nahmen. Bald war ich wieder unten am rosafarbenen Strand, gerade rechtzeitig zum Sonnenuntergang und zum Bestaunen der gerade fertig gewordenen Bauten der Jungs.

Am nächsten Morgen wollten die Jungs nochmal zum Strand. Da führte kein Weg vorbei. Also los, die Taucherbrillen und Schnorchel waren auch dabei für einen Blick in die lebendige Korallenwelt.

Meeresschildkröten

Am Nachmittag tuckerten wir dann nur einige Meilen nach Norden zu der Insel Siaba, dort machten wir an einer der Mooring Bojen fest (8°32,7' S / 119°38,9' O). Um uns herum lagen in der kleinen Lagune zwischen den Riffen einige Ausflugschiffe. Wir fragten uns was es hier wohl zu sehen gibt und sprangen ins Wasser, genau dort wo die anderen Schnorchler auch paddelten. Es dauerte nicht lange bis wir begriffen, dass nicht das Riff mit den bunten Fischen der Anziehungspunkt der Ausflügler war, sondern die großen Meeresschildkröten, die hier zwischen dem Boden und der Wasseroberfläche pendelten. Es war das erste Mal, dass Joshi die großen Tiere - eine war ungefähr so groß wie ich selbst - hautnah erlebte und entsprechend aufgeregt war er danach. Joni traute sich nicht ins Wasser zu schauen, er war aber trotzdem ganz happy mit im Wasser dabei zu sein.

Lebendige Korallenriffe mit bunten Fischen

Heute wollten wir auf die Suche nach den Mantarochen gehen, die es an der Westseite von Komodo Island geben soll. Dieses Mal hatten wir die Tide im Blick und wussten, dass das Wasser ordentlich Richtung Süden spülen würde. Kein Problem für uns, denn wir fuhren quer zum Strom nur einen Katzensprung nach Westen. Auf halbem Weg lagen an einem kleinen Felsen, der aus dem Wasser schaute, Tauchboote im Stromschatten. Kurzerhand setzte mich Christian in den rauschenden Fluten ab. Zwei Schwimmzüge dann befand ich mich im fast stehenden Wasser hinter der Insel, unter mir 50 Meter blaugrünes Wasser. Beim näheren hinschauen sah ich erst die großen Fische, dann die Taucher unter mir und kurz vor dem Felsen, dann auch die senkrecht abfallende Wand aus Korallen. Wow! Tolle Rifffische gab es dort. Mein Favorit: ein 30 cm langes rosafarbenes, längliches Exemplar mit dutzenden von hellblauen Punkten. Es war ein großartiges, wenn auch kurzes Schnorchelerlebnis. Etwas mulmig fühlte es sich schon an hier alleine zu schwimmen und darauf zu achten nicht von der starken Strömung erfasst zu werden. Moya und die Jungs warteten, so dass ich schnell wieder an Bord war.

Mantarochen

Eine Meile weiter im Westen gingen wir in ruhigeren Gewässern vor Anker (8°32,0' S / 119°35,8' O), packten alle Mann an Bord von Tilly und gingen auf Manta Suche. Schon von Moya aus hatte ich es immer wieder Platschen hören, deshalb gingen wir davon aus, dass die Giganten in der Nähe sind. Gesehen hatten wir sie aber nicht. Nach einer halben Stunde auf Drift mit dem Dingi wollten wir schon aufgeben, aber dann tauchten sie ganz plötzlich auf. Joni sah sie zuerst. Sie winkten mit ihren schwarz-weißen Schwingen. Immer wieder kamen die Spitzen über die Wasseroberfläche. Mantas sind Vegetarier, sie fressen nur Plankton und kommen immer wieder an die gleichen Stellen mit nährstoffreichen Wasser. Um zu fressen, leiten sie das Wasser in ihre großen Münder und filtern es bevor es zu den Kiemen wieder hinausfließt. Heute waren wir dabei, so nah, dass wir sie hätten berühren können. Die großen Tier glitten vollkommen unbeeindruckt an uns vorbei. Einmal befand ich mich sogar in der Mitte von einigen Tieren. Sie schauten mich mit ihren seitlich stehenden Augen neugierig an und schwammen dann spiralförmig an mir vorbei. Es waren kleinere, aber auch Große mit Spannweiten von über drei Metern dabei. Majestätisch sahen sie aus! Immer wieder tauchten sie mit ihren eleganten Flügelschlägen auf und setzten ihre Reise fort. Wir konnten uns nur schwer trennen, aber irgendwann wurde es kalt (das Wasser ist hier viel kälter als bisher in Indonesien)...

Geschützte Ankerbuchten

Nach unserem Mantaabenteuer suchten wir eine Bucht für die Nacht. Zu exponiert lag Moya an der Ostseite Komodos. Drei Meilen weiter nördlich befindet sich die kleine Insel Gililawa Darat mit geschützten Buchten gegen jegliche Windrichtung. Wir liegen jetzt an der Südseite an einer Mooring, ganz ohne Schwell. Moorings gibt es hier in vielen Buchten, damit die Segler und Ausflugsboote nicht mit ihren Ankern die Korallen zerstören, meines Erachtens eine Win-Win Situation für Cruiser und Natur.

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12.12.2018 - Loh Buaya, Rinca, Nusa Tenggara, Indonesien

Ein Treffen mit Drachen in Komodo

Lebendig Riffe, Reissende Ströme

Auf unserem Weg nach Rinca zum Haupteingang des Komodo Nationalparks wollten wir gerne an der Insel Koaba stoppen, um uns die Unterwasserwelt anzuschauen. Komodo ist nicht nur in Indonesien für seine geschützten, lebendigen Riffe bekannt, sondern gilt auch international als einer der schönsten Tauchgründe weltweit. Obwohl wir diesen Superlativ auch schon von den Tuamotus und von Papua Neuguinea gehört haben, waren wir doch nach unserem ersten Schnorchelgang an dem zufällig gewählten Riff vor Palau Mangia Tang schwer beeindruckt. Koabas Riffe sollen nun besonders toll sein, sagte man uns in Labuan Bajo. Wir können dazu allerdings nichts sagen, obwohl wir uns redlich bemühten uns selbst ein Bild zu machen. Das Ankern war bereits herausfordernd, zu tiefes oder zu flaches Wasser war zur Auswahl. Als das Eisen nach mehreren Versuchen endlich hielt, war aber an Schnorcheln nicht zu denken. Das Wasser rings um Moya brodelte wie in einer Schleuse. Joshi fragte nach einigen Minuten „Fahren wir?“ Tatsächlich sah es so aus, denn die Fluten rauschten unter uns hindurch. Ich versuchte dennoch ins Wasser zu steigen, aber gab noch auf, bevor ich die Badeplattform los gelassen hatte, da das Wasser mich in kompletter Länge horizontal nach hinten drückte. Es fühlte sich so an, als würde ich durchs Wasser geschleppt. Hätte ich losgelassen, hätte Christian wohl eine Rettungsaktion starten müssen, denn gegen diese Strömung anzuschwimmen wäre selbst mit Flossen aussichtslos gewesen. Da die Inselwelt hier eine der wenigen Verbindungen zum indischen Ozean ist, hatten wir mit starken Strömungen zwischen den Inseln gerechnet. Trotzdem war ich etwas überrascht, da nur wenige Minuten vor unserem Ankermanöver die Strömung noch mit uns gewesen war. Offensichtlich sind die Effekte hier lokal und auch noch stark veränderlich, abhängig von der Tide. Mit den Kids werden wir hier gut aufpassen müssen.

Weihnachtsbäckerei in der Krokodilbucht

Um heute Morgen mit den ersten Sonnenstrahlen bei den Drachen zu sein, ankerten wir noch gestern Abend in Loh Buaya, der Krokodilbucht, direkt vor dem Bootsanleger am Eingang zum Komodo Park. Hier lebten nicht nur die Komododrachen, sondern auch einige Salzwasserkrokodile, die aber seit einigen Jahren nicht mehr gesehen wurden. Wir gingen an Land, um vorab zu schauen, wo wir den heute hin mussten, danach ging es ans Teig kneten, Ausstechen und Backen. Damit verwandelten wir Moya in eine Sauna, aber was tut man nicht alles damit das Christkind auch wirklich kommt und die Kinder glücklich sind. Und das waren sie - schon beim Ausstechen und erst recht, als sie dann stolz ihre selbstgebackenen Plätzchen probierten.

Gut getarnte Riesen mit gelber Zunge

Um 5 Uhr heute Morgen weckten uns zwei aufgeregte Jungs. „Mama, wir müssen doch früh aufstehen, um die Drachen zu sehen.“ Ich hatte gestern noch den Eintrag zu den Komodo Drachen in unserer offline Wikipedia gelesen und muss zugeben, die Kids waren mit ihrer Aufregung nicht alleine. Bis zu 80 kg schwer und 3 Meter lang können die Riesenechsen werden. Sie essen zwar nur einmal im Monat, reißen aber durch ihre Giftdrüsen im Mund sogar ausgewachsene Wasserbüffel, Hirsch und die schlauen, flinken Affen. Angriffe auf Menschen gab es zwar selten, und wenn meist provoziert, aber wer weiß schon, ob die sich das nicht auch mal anders überlegen, wenn sie hungrig sind? Sehen wollten wir die Drachen aber trotzdem, setzten über und wurden kurz vor sieben von einem Ranger direkt am Steg empfangen. Primus hatte einen langen, gegabelten Holzstab in der Hand, mit dem er, falls nötig, die Drachen auf Distanz halten würde. Ob wir überhaupt einen zu Gesicht bekommen würden, war aber nicht sicher, sagte er. Wir bezahlten am Ticketbüro die Nationalparkgebühr, die Liegegebühr für Moya, die Gebühr für den obligatorischen Guide, die Gebühr zum Wandern, die Gebühr zum Tiere anschauen und die Steuern und bekamen im Gegenzug einen ganzen Stapel Eintrittskarten. Atmen war umsonst, wir haben jedenfalls nichts bezahlt, aber vielleicht haben wir auch nichtsahnend die Zeche geprellt?

Mit leichtem Schmunzeln auf den Lippen gingen wir los, kamen aber nicht weit. Direkt unter dem auf Pfählen errichteten Gebäude ließ sich einer der Drachen nieder und posierte sogar für meine Fotos. Ich finde die Drachen sehen ein bißchen so aus wie eine Mischung aus Krokodil und Schlange nur mit anderem Kopf. Dieses Exemplar war mit 2 Metern mittelgroß, dunkelbraun mit orangenen Flecken auf dem Rücken und grünen im Gesicht. Die gelbe, gespaltene Zunge war draußen um zu Riechen, das geht kilometerweit. Einige Schritte weiter befand sich das Küchenhaus und dahinter mindestens zehn Drachen, die von den Gerüchen angelockt worden waren. Es waren auch ganz Große dabei, vor denen hielten sogar die Kleineren Drachen Abstand. Schließlich hatten sie es schon weit gebracht, nur 1-2 Drachen eines Geleges (15-30 Eier) schaffen es erwachsen zu werden, und wollten nicht jetzt noch von ihren kannibalischen Artgenossen gefrühstückt werden. Die Bäuche der riesigen Tiere schienen zwar rundlich voll, wir kamen ihnen trotzdem mal lieber nicht zu nahe.

Wir erfuhren, dass die weißen, wie Kalk aussehenden Spuren am Boden, der hauptsächlich aus Knochenmehl bestehende Kot der Drachen ist, dass sie schwimmen können und bis zu einer Größe von 1.5 Metern senkrecht die Bäume erklimmen. Dann wanderten wir los, eine Schleife durch den Nationalpark, erst durch den Dschungel später durch offenes, hügeliges Gelände. Unterwegs sahen wir ein Weibchen in ihrem Erdnest, das sie sich mit einem Kiwi teilt. Die ersten Monate bis zum Beginn der Regenzeit beschützt sie die Eier, danach werden sie bis zum Schlüpfen nach 8 Monaten vom Schlamm geschützt. Zum Abschluss zeigte uns ein Ranger noch ein Video, in dem ein Drache ein junges Kalb erlegte. Als der Drache minutenlang Stücke aus dem Hinterbeins des leidenden Tiers herausbiss, war ich schockiert wie grausam die doch Natur sein kann. Wir gingen dann mal lieber...

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