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Breite:
8° 30.0' S
Länge:
119° 52.5' O
Ort:
Labuan Bajo, Flores, Indonesien
Datum/Uhrzeit:
08.12.2018
16:40 UTC+8
Wettermeldung:
vom
08.12.2018 16:40 UTC+8
33 °C
Mäßige Brise aus Südwest

Unsere Top 10 Ausrüstungsgegenstände für die Weltumsegelung mit Kindern

Diese 10 Ausrüstungsgegenstände haben uns beim Blauwasser-Segeln mit kleinen Kindern sowie beim Segeln mit Kleinkind und Baby das Leben erleichtert.

1. Schwimmwesten

Unsere beiden Jungs haben beide je eine Feststoffweste und eine Automatikweste. Man kann natürlich auf eine der beiden verzichten, wir finden aber, dass beide ihre Vorteile haben. Die Automatikweste ist für Überfahrten deutlich sicherer und auch bequemer für die Kleinen, da sie die Bewegungsfreiheit nicht so sehr einschränkt. Da die Automatikweste bei Wasserkontakt auslöst und es im Hafen doch ab und zu mal nass werden kann, haben die Jungs hier die Feststoffweste an.

2. MOB Transponder

Ein Kind darf unter gar keinen Umständen über Bord gehen. Nicht nur des Ertrinkens wegen, sondern einfach weil man in den weiten des Ozeans schnell verloren geht und auskühlt. Selbst einen Erwachsenen findet man schon bei wenig Seegang schnell nicht mehr hinter den Wellenkronen. Kind-über-Bord wäre also der absolute Super-Gau. Deshalb sind die Kinder, wenn wir unterwegs sind, immer angeleint oder haben ihre Automatikweste an. Jede Automatikweste ist mit einem AIS Transponder bestückt, der bei Wasserkontakt die Position der Person an alle Schiffe im Umkreis sendet, so dass die im Wasser liegende Person dann hoffentlich geborgen werden kann. Der MOB ist unser letzten Rettungsnetz im Falle des Super Gaus, wir werden alles tun, dass er nie zum Einsatz kommt.

3. Relingnetz

Vielleicht nicht unbedingt ästhetisch, aber dafür erhöht unser Relingnetz meinen persönlichen comfort level erheblich. Durch die 5 mal 5 cm großen Lücken kann kein Kind über Bord gehen, somit sind zumindest die unteren 50cm an Deck Kinder safe. Das Netz haben wir komplett um Moyas Seezaun herum angebracht, die einzige Ausnahme ist die Bugspitze, hier war durch Segel, Anker und Leinen einfach nichts zu machen.

4. Lifelines

Die Kinder haben beide einen Brustgurt, eigentlich stammt der aus dem Kletterbedarf sowie auch unsere Karabiner und die Daisychains. Wir fanden die Gurte zum Bergsteigen deutlich bequemer, und die Sicherheitskarabiner einfach viel sicherer. Normale Karabiner wie sie beim Segeln oft verwendet werden, öffnen die Kids einfach und bevor man sich´s versieht stehen sie ungesichert da. Vom Klettern kannten wir Karabiner die man Drehen und gleichzeitig nach unten drücken muss bevor man entriegeln kann, bisher haben die sich bewährt und waren kindersicher. Zum Sichern reicht eigentlich ein ganz normales Seil aus, aber die Daisychains mit ihren vielen Ösen haben den großen Vorteil, dass man die Sicherungsleine bei Bedarf schnell kürzen kann.

5. Spielsachen an Bord

Bei unserem letzten Trip war Jonathan noch so klein, dass er keine großen Ansprüche gestellt hat. Joshua liebt Bücher und wir haben oft gelesen, Geschichten erzählt oder Hörbücher gehört, wenn Wind und Welle wie so oft gegen uns gelaufen sind. Außerdem ist er einfach eingeschlafen wenn es ihm zu heftig wurde. Auch dieses Mal ist Unterhaltung an Bord kein Problem, die Kinder spielen oft Rollenspiele und klettern im Boot herum. Zu Beginn der Passagen sind die Hörbücher für sie die beste Unterhaltung, da ich noch nicht lesen kann und alle noch ein bißchen KO sind bevor wir unserer Seebeine bekommen. Später wird eigentlich fast so gespielt wie vor Anker. Wir haben Brettspiele, Mal- und Bastelutensilien, Lego, Matchboxautos, Magnet- und Konstruktionsspiele dabei. Wenn der Bewegungsdrang gar zu groß wird, tanzen wir auch mal im Schiff oder machen eine kleine Sport- oder Tanzsession.

Kinderbücher gibt es im Ausland natürlich nicht auf deutsch, wir haben deshalb schon zum gefühlt 1000 Mal die gleichen Geschichten vorgelesen. Wer viel Gepäck mitnehmen kann, wird sich spätestens unterwegs freuen mehr Bücher mitgenommen zu haben. Alternativ geht natürlich auch ein eBook reader - nur Bilder anschauen geht damit nicht so gut.

Für schlechtes Wetter haben wir einige Folgen Sendung mit der Maus auf unserem Tablet gespeichert - die lieben die Kinder.

6. Wasserspielzeug

Auf den Spielplatz freuen sich die beide Kinder natürlich trotzdem, wenn wir wieder Boden unter den Füssen haben. Hier dürfen die Sandspielsachen auf keinen Fall fehlen. Für das Spielen am Steg ist es immer gut Eimer und Kescher dabei zu haben und am Strand dürfen neben den Schaufeln unsere Stand up Paddle Bord und kleine Bodyboards nicht fehlen. Solange die Kinder nicht schwimmen können, haben wir Schwimmflügel und leichte Schwimmwesten zum Schwimmen lernen dabei (unsere ist von Decatlon). Die Schwimmwesten stören nicht so sehr an den Armen, unsere Jungs fanden sie deshalb angenehmer als Schwimmflügel. Außerdem haben wir schon Taucherbrille, Schnorchel und Flossen für die Jungs, das klappte bei uns mit 4 bis 5 Jahren schon prima. Wasserschuhe werden wichtig für den der sich in den Pazifik wagt, die Korallen sind spitz und können kleine Kinderfüsse leicht verletzten. Wer auf Langfahrt geht empfehlen wir alle Kinderspielsachen schon in Europa zu kaufen, in der Karibik oder im Pazifik findet man viele Sachen gar nicht mehr und das was man findet ist unglaublich teuer oder schlicht Schund.

7. Windeln

Joni trägt noch Windeln und eigentlich verwenden wir Wegwerfwindeln. Auf dem Ozean sind die Stinkbomben aber äußerst unpraktisch. Eine Wegwerfwindel zersetzt sich im Ozean erst nach 450 Jahren! Entsorgung auf See ist also keine Option. Wegwerfwindeln mit zum nächsten Hafen zu transportieren ist ein Option, wenn es denn da eine funktionierende Müllinfrastruktur gibt - was aber wenn man vor einer Koralleninsel vor Anker liegt? Außerdem fangen die Dinger an übelst zu Stinken - selbst wenn jede Windel einzeln verpackt wird und dann nochmal alle zusammen in einem Müllsack verstaut werden, der Ammoniakgeruch ist wirklich penetrant. Letztendlich haben wir nun Stoffwindeln angeschafft. Vor allem Christian war am Anfang eher skeptisch. Natürlich sind Stoffwindeln aufwändiger als Wegwerfwindeln, aber nicht so anstrengend wie wir gedacht hatten. Wir haben uns eine Windelwaschmaschine gebaut, ein einfaches Netz in das die Windeln kommen und das hinter Moya hergezogen wird. Danach werden sie nur noch mit Süßwasser gespült und fertig - gar nicht so schlimm.

8. Tragegurt/Kinderwagen

Wenn man mal im Stadthafen anlegt, ist ein Kinderwagen echt Gold wert. Er erhöht den Erkundungsradius beträchtlich, wenn die Kinder noch nicht so gut zu Fuss unterwegs sind, senkt den Nöl-Faktor und ist super um die Kinder auch unterwegs mal in den Schlaf zu bringen und das ganze Kinderequipment zu verstauen.

Wenn wir Platz für 2 Kinder brauchten oder wir gleichzeitig noch Einkaufen gingen, hat sich bei uns der Bollerwagen ganz gut bewährt. Der große Nachteil an Kinder- und Bollerwägen ist, dass wir oft im Gelände unterwegs waren in dem die Wägen signifikanten Ballast darstellten und fast nicht zu gebrauchen waren. Auf unserem 3 Monatstörn war unser Kinderwagen immer dabei, auch auf unserem jetzigen Törn ist er dabei, wird aber kaum noch verwendet, da Joni inzwischen schon ganz gerne läuft und es das Gelände ohnehin nicht zulassen würde. Für den Fall das er müde wird, haben wir jetzt fast immer den Tragegurt dabei, der ist auch am Strand und in den Bergen einsetzbar und ist auch nicht so viel Geschleppe beim Übersetzen mit dem Dingi. Außerdem haben wir ein Laufrad und einen Tretroller dabei. Wenn die Kinder damit unterwegs sind können wir sehr viel größere Entfernungen in kürzerer Zeit zurücklegen, zumindest dann wenn es das Terrain hergibt.

9. Ein sicherer Ort

Als Joni noch ein Baby war, hatten wir eine Hängeschaukel bei uns im Decksalon hängen, wo der Kleine gemütlich liegen konnte und trotzdem in unserer Reichweite war. Außerdem ist er auch gerne im MaxiCosi bei uns im Cockpit gesessen, ganz nah dran. Für Joshua hatten wir keinen Kindersitz dabei, sondern haben außen nur mit Leinen gearbeitet. Im Schiff haben wir an jede Koje Leesegel angebracht, wo die Kinder bei viel Seegang sich ohnehin freiwillig hinlegen. Wenn Christian und ich beide an den Segeln arbeiten oder bei Hafenmanöver, bleiben die Kinder meist im Schiff, entweder bei Joshua in der Koje, bei den ganzen Spielsachen oder im Decksalon, der Niedergang ist mit Schotten gesperrt. Nur bei ganz ruhiger See dürfen sie angeleint auch mal draußen im Cockpit sein, während wir auf dem Vordeck sind. Meistens funktioniert das ganz gut, wenn man von kleineren Zwischenfällen absieht, bei denen sich die Kampfhähne in die Haare gekriegt haben und dann mit viel Geschrei ausharren mussten, bis wir Moya gesichert haben.

10. Weihnachten und Ostern

Weihnachten und Ostern stehen natürlich nicht ganz oben auf der Prioritätenliste, aber kleine Kinderaugen leuchten einfach viel mehr wenn man an Weihnachten einen kleinen Weihnachtsbaum mit Weihnachtsschmuck aufstellen oder an Ostern Osterkörbchen suchen kann. Diese Dinge und eventuell auch schon Geschenke am besten auch von Europa mitbringen (oder von Besuch mitbringen lassen), da es sie in vielen Ländern nicht zu kaufen gibt.

Mit obiger Ausrüstung sind wir bisher gut gefahren. Kleidung spielt auf der Barfussroute nur eine untergeordnete Rolle, trotzdem war es hilfreich schon die nächste T-Shirt- und vor allem Schuh - Größe mit an Bord zu haben.

Hier geht es weiter zu unserer Bord Routine: Bord Routine