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18.12.2018 - Lombok, Nusa Tenggara, Indonesien

Ganz oder gar nicht Segeln zwischen Komodo und Lombok

Eine Yacht!

Einen letzten Tag verbrachten wir faul vor Gililawa Darat und ließen uns von der Strömung über das Korallenriff schieben. Wir nahmen Tilly, arbeiteten uns gegen die Strömung durch die enge Passage zwischen den Inseln hindurch, stiegen aus und drifteten zurück zu Moya. Leider war das Wasser aufgewühlt, voller Schwebeteilchen, so dass wir die Schildkröten, Haie und großen Fische unter uns nur erahnen konnten. Was wir aber sahen war eine andere Yacht am anderen Ende der Bucht. Mike und Kym waren die ersten Segler, denen wir seit Papua Neuguinea begegneten. Wir trafen uns zum Nachmittagskaffee mit Wassermelone. Bevor die Kids ihr Boot in Einzelteile zerlegen konnten, zogen wir zum Sundowner auf Moya um. Wir genossen es durch und durch wieder westliche Gesprächspartner zu haben und nach fast zwei Monaten Familiendasein wieder andere Gesichter und Meinungen zu hören. 15 Jahre waren die beiden Australier mit ihrer Yacht in Südostasien unterwegs und sind jetzt auf dem Heimweg nach Down Under. Nach dieser langen Zeit in der Region hatten sie noch lange nicht alles gesehen und ich frage mich einmal mehr, ob wir nicht viel zu schnell um die Welt fliegen. Tiefere Einblicke in die Kulturen und intensive Begegnungen mit den Locals sind nur selten mit unserem Tempo vereinbar, dafür sehen wir die Highlights von vielen Regionen, verbringen aber auch relativ viel Zeit auf Passage. Leider wird es auch bei Kym und Mike bei der kurzen Begegnung bleiben, da wir mit dem Ende des Westwinds die Segel Richtung Lombok setzen.

Harte Arbeit bei Südwind

Die Wettervorhersage prophezeite Wind aus Süden. Nach Wochen, in denen sich Gegenwind mit Flaute abwechselten, freuten wir uns endlich wieder mit mehr als nur 3 Knoten unterwegs zu sein und sahen der 200 Seemeilen langen Passage entgegen. Wir starteten morgens um 5 Uhr, bei bedecktem Himmel und Flaute. Ein leichtes Lüftchen setzte aber bald ein, 5 Knoten Wind reichten um die Tücher zu hissen, so dass wir gut gelaunt auf die Nordwestecke von Komodo zu segelten. Bevor die Brise sich in Richtung guten Segelwind entwickeln konnte, wurde Moya von der um die Ecke herumschiebenden Strömung erfasst. Es ging also wieder nur im Schneckentempo vorwärts. Die Gegenströmung sollte uns bis nach Lombok erhalten bleiben, gegen bis zu zwei Knoten arbeiteten wir. Der Südwind legte in der Düse zwischen Komodo und Banta etwas zu, nur um im Schatten von Sumbaya wieder auszugehen. Auch dieses Mal war das Segeln mühsam, mit unzähligen Segelmanöver ganz nah an der Küste, da dort die Strömung am geringsten ist.

Nach einer weitgehend durchwachten Nacht erreichten wir am Morgen die Insel Satonda, machten an der Boje fest und vertraten uns die Beine an Land. Eigentlich hätten wir uns auch gerne den See angeschaut, aber der Ranger der Insel scheint dem Größenwahn verfallen zu sein. Den zwanzigfachen Eintrittspreis der Einheimischen sollten wir bezahlen um die Insel zu betreten, dabei war der Strand alles andere als schön. Christians Prinzipien gingen mit ihm durch, wir drehten um, während er seinen Unmut deutlich machte.

Der Gegenstrom blieb bei der Weiterfahrt, der wenige Wind auch. Die hohen Vulkane auf den Inseln schirmen die Flores See überraschend effektiv gegen den Südwind ab. Zumindest bis zu der Düse Lombok-Sumbawa. Aber zuerst merkten wir nicht den Wind, sondern die Wellen, die vom indischen Ozean heraufgelaufen kamen. Durch die Reflexion am Land entstand ein wildes Geschwappe und steile, kurze Wellen von vorne. Gerade rechtzeitig zum Sonnenuntergang, nahm auch der Wind immer stärker zu. Ich stand in der Küche und hatte alle Mühe das Abendessen zuzubereiten, trotz des kardanisch aufgehängten Ofens und meiner vielen Übungsstunden auf dem Ozean. Moya machte Lage, denn wir segelten hart am Wind gegen Strom, Welle und den südwestlich drehenden Wind, das war alles andere als angenehm. Wir packten die Kinder ins Bett, refften die Segel und starteten in unsere zweite Nacht. Während die Kids schliefen, hatte ich alle Mühe die Augen zu zu kriegen. Bei 8 Knoten Fahrt durchs Wasser, 25 Grad Lage und gegenan laufende Wellen spürt man die Spannung im Boot selbst in der Koje. Mit dem Erreichen der Nordostküste von Lombok fielen die 30 Knoten Wind in sich zusammen. Flaute, als hätte man einen Schalter betätigt. Die Winde schalteten heute Morgen wieder ein, ganz plötzlich. Man konnte die Windgrenze sogar von weitem im Wasser erkennen. Dieses Mal weht der Wind durch die Düse Bali - Lombok. Direkt auf die Nase! Wir kreuzen und wünschen die Mooring in der Medana Marina herbei. Bald sind wir da!

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