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12.08.2019 - Otok Susak, Kroatien

Die letzten Tage an Bord

Ententeichsegeln in Kroatien

Wenn nicht gerade die Bora weht, gleicht die Adria in Kroatien einem Ententeich. Das Wasser ist oft spiegelglatt, Wind ist absolute Mangelware. Entsprechend sehen wir hier sehr viele Yachten, sogar viele Segelboote, aber die wenigsten zeigen ihre schönen weißen Tücher, sondern tuckern von einer Bucht in die nächste. Nur die ganz Geduldigen können es ab, statt einer 1-stündigen Überfahrt unter Motor, auch mal 4 oder 5 Stunden unter Segel zu benötigen. Nach den ganzen gesammelten Segelmeilen habe ich immer noch nicht genug Muse stundenlang vor mich hin zu dümpeln, wenn man doch in der Zeit auch Schwimmen gehen, spazieren und Insel entdecken könnte. Deshalb waren wir die letzten Tage hauptsächlich unter Maschine unterwegs. Nur gestern gab es eine positive Überraschung: 9 Knoten Wind für fünf Stunden - das reichte genau für den 20 Meilen Hüpfer von Silba nach Susak. Die Sendefunktion unseres AISs bleibt inzwischen aus, als Prophylaxe gegen weiteren Ärger mit den Behörden. Denn unsere Einreisegeschichte scheint alles andere als ein Einzelfall zu sein. Bei den Geschichten auf der Noonsite von doppelten Strafzahlungen nach temporären Verlassen der 12 Meilenzone wegen illegaler Aus- und wieder Einreise, konnte ich persönlich nur noch lauthals loslachen, so traurig das eigentlich auch ist.

Der wenige Wind hat aber auch seine gute Seiten. Man kann ankern wo immer es einem gefällt, solange man ein Auge auf die Wettervorhersage, die Seekarte und Google Earth wirft. In fast alle Buchten, die auf der Seekarte mit einem Ankersymbol versehen und somit als Ankerbuchten gekennzeichnet sind, liegen inzwischen Mooringbojen aus. Die Inhaber der Bojen zahlen an den Staat Kroatien eine Konzession, um in einer Bucht die Bojen betreiben zu dürfen. Im Gegenzug werden sie vor ankernden Booten gesetzlich geschützt, denn im Umkreis von 150m um den Konzessionsbereich ist das ankern verboten. Für uns gibt es, abgesehen von zu tiefem Wasser oder schlechtem Untergrund (beides trifft hier nicht zu), wenig Gründe unserem Anker eine 40€/Nacht teure Mooringboje vorzuziehen, deshalb sind wir dazu übergegangen die Buchten mit dem Ankersymbol zu meiden und in einsamen, vor den nicht vorhandenen Winden weniger gut geschützten, Buchten zu liegen. Denn es gibt sie immer noch, die unberührten Buchten, selbst hier in Kroatien.

Ein letztes Mal Segeln

Am Abend stellten wir mit Entsetzen fest, dass das vermutlich unser letzter Schlag mit Moya unter Segel gewesen war. Obwohl der Segelnachmittag wunderbar war, war ich am Boden! So richtig unsere Entscheidung auch rational sein mag, fällt es uns allen schwer, unser Leben als Seenomaden aufzugeben und unser zu Hause wegzugeben. Joni hat keinerlei Erinnerung mehr an Deutschland und kam neulich zu mir gekuschelt: “Mama, ich bin traurig”. Joshi erinnert sich noch, aber auch er knabbert. So richtig konkret ist unser deutsches Zuhause auch für ihn nicht mehr. Er versteht schon, dass sein ganzes Leben sich ändern wird, er in die Schule gehen wird, Joni in den Kindergarten und Mama und Papa wieder arbeiten werden - das macht ihm Angst. Es gab sogar schon ein paar Krokodilstränen. Natürlich freuen wir uns auch - auf Familie, Freunde, eine heiße Dusche ohne den Wassertank im Hinterkopf zu haben, Eis aus der Tiefkühltruhe, Brezeln, eine Waschmaschine, eine Geschirrspülmaschine und ein bisschen Zeit für sich allein. Für den Moment bleibt der Abschied trotzdem mehr bitter als sweet.

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12.08.2019:
Kommentar from Nici
Ihr Lieben, auch ich bin etwas wehmütig, ich habe eure ganze Reise von Beginn an verfolgt und habe mich immer so sehr her eure Beiträge gefreut, mir wird etwas fehlen :-( ich wünsche euch von Herzen ein paar schöne letzte Tage und hoffe sehr, das ihr euch wieder gut in Deutschland einleben werdet. Ich drücke euch ganz fest. Eure Nici
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