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23° 09.6' O
Ort:
Palaia Epidhavros, Peleponnes, Griechenland
Datum/Uhrzeit:
17.07.2019
09:00 UTC+3
Wettermeldung:
vom
17.07.2019 07:45 UTC+3
25 °C
Frische Brise aus Nordost

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12.07.2019 - Porto Cheli, Peloponnes, Griechenland

5 bis 10 Meter Wellen...

.... meinte ein einlaufender deutscher Segler auf unsere Frage wie die Bedingungen vor der Bucht denn so seinen. Er schob noch nach, er würde jetzt einen Notstopp einlegen. Wir hatten über Nacht in der kleinen Bucht Kolona auf der Westseite von Kithnos geankert und wollten nun weiter Richtung Peloponnes segeln. Das Grosssegel war bereits im zweiten Reff gesetzt, der Anker schon aus dem Wasser. Spontan entschieden wir doch lieber ins dritte Reff zu gehen bevor wir uns die 5-10 Meter Wellen anschauen.

Die Nacht war kurz gewesen. Um 4 Uhr am Morgen wurde ich von einer heftigen Böe aus der Koje geholt. Bis dahin war es windstill gewesen und heiss, so dass ich erst kurz vorher vom Cockpit in die Achterkabine umgezogen war. Ich weiß nicht aus welcher Richtung dieser heftige Windstoß kam, aber anschließend ging es weiter mit heftigen Böen aus wirklich allen Himmelsrichtungen. Moya fuhr teilweise rückwärts durch die Bucht, genauso wie die anderen Boote, die kunterbunt durch die Bucht segelten. Ich schaute auf den Barographen: Luftdruckabfall von 8mbar in den letzten 5 Stunden und dachte „Wow, das ist für das Mittelmeer aber echt viel!“ Da ging wohl eine ganz schön knackige Kaltfront über uns hinweg.

Es dauerte nicht lange bis ich die ersten Ankerketten rattern hörte. Vor allem die Boote, die mit Landleine an der Nordseite der Bucht geankert hatten, hatten Probleme, dass der Anker nicht hielt. Um Moya herum war zum Glück genug Platz zum Schwojen, trotz unserer langen Kette. Wir hatten schon damit gerechnet, dass es etwas Wind geben würde. Aber die über 40 Knoten Wind waren dann doch etwas überraschend. Irgendwann pendelte sich der Wind auf Nordost ein und wehte nun zwar stark aber mehr oder weniger konstant. Am Morgen schauten wir uns die aktualisierte Wettervorhersage an und verwarfen unsere Pläne, den Tag an der Sandbank, die eine kleine vorgelagerte Insel mit Kithnos verbindet, zu verbringen. Der Untergrund war zum Ankern nicht einfach, Geröll mit Seegras dazwischen, so dass wir besser nicht alle von Bord gingen, zumal der Wind erst gegen Nachmittag seine volle Stärke erreichen sollte. Christian und die Kids erkundeten den Strand während ich an Bord blieb. Ich nutzte die Zeit und fand heraus, dass wir offensichtlich noch glimpflich davon gekommen waren. 6 Menschen waren am Festland von umfallenden Bäumen und herunterfallenden Dächern getötet worden. 108 waren verletzt worden. Wir hatten am Tag zuvor noch die verschiedenen Wettermodelle angeschaut und mit Renegade zusammen überlegt was da wohl kommen wird. Keines der Modelle hatte dieses Wetterphänomen akkurat vorhergesagt.

Nach dem Abendessen, nachdem die Böen in Kolona sich weitgehend gelegt hatten, gingen wir dann Anker auf. Die ersten Meilen Richtung Westen hatten dann noch ein bisschen was von Bullen reiten, aber 5-10 Meter Wellen waren das nicht, eher 2- 2.5 Meter. 5 Meter Welle hatten wir überhaupt nur ein einziges Mal auf unserer Reise, in Kolumbien. Inzwischen sind wir in Porto Cheli angekommen, ein kleiner Ort auf dem Peloponnes, gelegen in einer tiefen bewaldeten Bucht.

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