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10.07.2019 - Varis, Nisos Siros, Cykladen, Griechenland

Zwischenstopp im Touristenmekka der Cykladen

Über Nacht nach Delos

Die Vorhersage versprach, dass der Meltemi über Nacht einschlafen würde. Wir waren also guter Dinge, als wir am Abend die Mooringleine ins Wasser warfen und langsam aus der schönen Bucht mit dem seltsamen Felsen hinaus segelten, ausnahmsweise vor dem Wind. Moya schnitt ganz sanft durchs ruhige Wasser. Nach 10 Minuten war das Weißweinsegeln dann vorbei. Wir waren an der Südspitze von Patmos angekommen, änderten den Kurs auf West, hart am Wind, und wurden auch gleich von den über die Insel fallenden Böen ordentlich durchgeschüttelt. „Holy cow“ entfuhr es Nicole, deren Seebeine noch nicht so standhaft waren. Moya legte sich in die Wellen und los ging es Richtung Delos. Zumindest in etwa, denn der noch ordentlich wehende Nordwest machte es uns schwer die Insel direkt anzuhalten. Die Ägäis zeigte ihre spitzen Zähne während die Jungs selig schlummerten und Nicole kämpfte ihr Abendessen im Magen zu behalten. Sie lag im Cockpit, die Augen tapfer geschlossen, und verpasste so den spektakulären Sternenhimmel über uns. Die Milchstraße reichte bis zum Horizont hinab, genauso schön wie draußen auf dem pazifischen Ozean. Erst zum Ende meiner Wache um 3 Uhr am Morgen nahmen Wind und Welle ab. Von jetzt auf gleich ausgehaucht. Wir tuckerten also die restlichen Meilen und versenkten unser Eisen im kristallklaren Wasser vor dem antiken Hafen von Delos.

Im antiken Backofen von Delos

Schon um 9 Uhr war es heiß. Kein Lüftchen wehte. Die Gespenster der letzten Nacht waren schon vergessen. Bevor wir uns die Überreste der über 2500 Jahre alten Stadt anschauten, sprangen wir erst mal zur Abkühlung ins Wasser. Das Mittelmeer ist noch ganz schön kalt, aber bei den Außentemperaturen spürten unsere erhitzten Körper das kaum. Mit nassen Haaren und Badehosen unter den Klamotten, tuckerten wir mit Tilly hinüber zum Festmacher. Natürlich waren wir hier nicht allein, die Tagesausflügeler von Mykonos waren auch schon unterwegs. Von der antiken Hafenstadt ist leider nicht mehr allzuviel zu sehen. Nach ihrem Niedergang ist sie geplündert worden und die Inselbewohner der umliegenden Inseln verwendeten die Steine der antiken Gebäude um ihre Häuser zu bauen. Von den meisten der vielen Tempeln gibt es gerade noch einige Steine und im besten Falle ein paar Säulen. Das Amphitheater ist nur noch durch seine Form und die Lage am Hang als solches zu erkennen. Trotzdem findet man bei genauerem Hinschauen noch einige beeindruckende Gebäude, Statuen und Mosaiken. Die alten Zisternen scheinen immer noch wasserdicht zu sein, großen Teile von antiken Privathäusern sind noch erhalten mit unglaublich filigranen Boden Mosaiken. Im Museum gibt des Duzende Statuen von Göttern und wichtigen Persönlichkeiten, deren Gewänder und Gesichter bis ins letzte Detail ausgearbeitet sind. Sogar die Jungs waren beeindruckt von den schönen antiken Arbeiten und haben interessiert nachgefragt wie die Menschen von damals solche Dinge erschaffen konnten. Um die Mittagszeit waren wir fast gar, die Sonne brannte, es gab keinen Schatten um ihr zu entkommen und unsere Wasservorräte neigten sich dem Ende zu. Wir sprangen noch einmal ins Wasser bevor wir das Eisen hoben.

Mykonos ist niemals still

Nach einer Stunde umrundeten wir ein Kreuzfahrtschiff und liefen in die Marina von Mykonos ein. Ein Rollerfahrer hupte wild und wedelte mit den Armen - die Marina ist voll, jedenfalls ohne Reservierung. So richtig enttäuscht waren wir darüber nicht, die Marina liegt abseits und hat noch nicht einmal sanitäre Einrichtungen. Allerdings ist sie die einzige sichere Möglichkeit in der Nähe der Stadt zu liegen, wenn der Meltemi weht. Aber er wehte ja nicht. Deshalb gingen wir direkt vor der Altstadt, unterhalb der berühmten Windmühlen, vor Anker. In den schmalen, weißen Gässchen der Stadt ist einiges los und das obwohl nur ein Kreuzfahrer vor Anker liegt. Die Restaurants, Bistros und Kaffees sind gut besucht, in den unzähligen Bekleidungs- und Souvenirläden suchen viele noch Etwas zum mit nach Hause nehmen. Zwischen den weißen Häusern herrscht ein kunterbuntes Treiben.

Zum Sonnenuntergang waren wir wieder zurück an Bord, mittlerweile war ein zweites Kreuzfahrtschiff angekommen. Vom Cockpit aus, beobachteten wir nicht nur die unter gehende Sonne, sondern auch die Menschen die sich inzwischen Kopf an Kopf an dem kleinen Strand und vor den Windmühlen gedrängt hatten, um den roten Ball im Meer versinken zu sehen. Mir wurde mit einem Schlag bewusst welch ein Glück wir haben und wie sehr wir unsere Lady vermissen werden... Auch in der Nacht kam Mykonos nicht zur Ruhe, noch um 5 Uhr am Morgen, als wir Nicole zum Flughafen Taxi brachten, schallte die laute Musik aus den Bars an der Waterfront zu uns herüber.

Unser Kleiner schwimmt

Am Morgen setzte dann der Nordwind ein. Unsere ruhige Bucht verwandelte sich ein einen Hexenkessel. Wir wollten ohnehin weiter um heute Nacht etwas Schlaf nachzuholen. Am Nachmittag badeten wir schon wieder in dem tollen Südbucht von Siros. Segeln im Mittelmeer ist halt doch ganz anders als in den Ozeanen der Welt. Von einer Bucht zur nächsten ist es nie weit.

Von Deck aus sprangen wir ins türkise Wasser. Joni machte seine ersten Schwimmzüge und war mächtig stolz, dass er jetzt auch ohne Schwimmweste schwimmen konnte. Er war erst aus dem Wasser zu kriegen, als ganz überraschend Renegade auftauchte und Evi und Peter herüber kamen. Wir hatten die Beiden zuletzt in Kastelorizo gesehen. Welch eine Freude.

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