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Breite:
8° 49.2' S
Länge:
140° 03.8' W
Ort:
Baie Anaho, Nuku-Hiva, Marquesas
Datum/Uhrzeit:
20.05.2018
10:10 UTC-9:30
Wettermeldung:
vom
20.05.2018 08:40 UTC-9:30
30 °C
Mäßige Brise aus Ost

3,2,1 Blauwassersegeln

Nach unserer Entscheidung auf Langfahrt zu gehen, habe ich mich oft gefragt was man eigentlich dafür vorbereiten muss. Welche Ausstattung eine Blaufahrtenyacht unbedingt benötigt, was gute nice-to-haves sind und was man nicht unbedingt braucht. Aber nicht nur die Ausstattung an Bord sondern auch die Vorbereitungen zu Hause hätte ich mir gerne von jemanden Erklären lassen. Nun gibt es einige Bücher zu dem Thema, aber irgendwie haben diejenigen die ich gelesen habe nicht alle meine Fragen beantwortet. Deshalb nun unsere subjektiven Erfahrungen im Folgenden:

Vorbereitungen an Bord

Natürlich kann man sein Schiff nicht einfach beliebig austauschen, deshalb spielt das Material, der Schiffstyp und die Größe der Yacht auch nur eine ungeordnete Rolle bei der Blauwasserfahrt Vorbereitung. Aber wer eine neue Yacht für die große Fahrt erwirbt, der mag vielleicht doch den einen oder anderen Gedanken diesen Themen widmen. Mehr dazu auch auf bootssuche

Schiffsmaterial

Vor allem für Christian war schnell klar GFK ist für Segeln in Küstennähe unschlagbar, kommt aber für uns für einen Hochseetörn nicht in Frage. Zu groß sind die Sicherheitsrisiken bei Gewitter oder der berüchtigten umher treibenden Seecontainer. Natürlich kann man auch mit einem GFK Schiff die Welt erkunden, so wie es die meisten Fahrtensegler tun, aber wir gehen hier konservativ auf Nummer-Sicher. Natürlich bezahlen wir hierfür auch einen Preis, die Instandhaltung eines Stahlschiffes ist ungleich aufwändiger als für GFK. Wegen des noch größeren Maintenance Aufwands war Holz bei uns sofort aus dem Rennen und ein Aluminiumschiff war einfach weit außerhalb unseres Geldbeutels.

Schiffstyp

Moya ist Slup getakelt. Eine Ketch oder ein Schoner hätten mir tatsächlich besser gefallen. Aber ein Mast mehr, bedeutet mehr Instandhaltung und auch mehr Aufwand auf See. Moya sollte der Kinder wegen möglichst Einhand-tauglich sein, deshalb also nur ein Mast. Auf der anderen Seite ist man natürlich mit multiplen Masten flexibler und kann die Besegelung noch besser den Windverhältnissen anpassen. Viel wichtiger als das Rigg war für Moyas´ Unterwasserschiff. Für Langfahrt finden wir es wichtig, dass Runder und Schraube geschützt sind, so dass man nicht beim kleinsten Andotzen in echte Probleme gelangt. Ob uns ein Langkieler oder Kurzkieler lieber ist wissen wir auch nicht so recht: im Hafen der Kurzkieler und auf See der Langkieler. Es sei den man hat ein Bugstrahlruder, dann wohl eindeutig lieber der Langkieler.

Schiffsgröße

Man hat schon alles mögliche über die Weltmeere fahren sehen, vom ausgehöhlten Baumstamm bis hin zum Plastikflaschenkatamaran, aber ob diese Gefährte tatsächlich hochseetauglich sind sei mal dahin gestellt. Wikipedia definiert sichere hochseetauglichkeit ab 12 Meter Länge, allerdings gibt es auch hier zahlreiche bekannte Schiffchen die weit darunter unterwegs waren (e.g Erdmanns Kathena Nui 10,6m). Ich denke die Schiffsgröße ist immer ein Trade-Off zwischen was kann ich mir leisten und wie beengt kann ich leben. Wir haben uns bei 39 Fuss eingelevelt, was wir zu viert schon etwas beengt finden. Trotzdem ist es die richtige Größe für uns, denn mit der Schiffsgröße skalieren nicht nur die Erwerbskosten, sondern auch Liegeplatz, Versicherung, und sonstige Instandhaltung. Zudem werden in der Regel größere Yachten auch schwieriger mit kleiner Crew zu handeln.

Rigg & Segel

Unsere stehendes Gut ist überdimensioniert im Vergleich zur Schiffsgröße, solider Mast, doppeltes Achterstag, Vorstag und Babystag und 8mm Wanten. Die doppelte Verstagung war uns wichtig um ein redundantes System für den Fall der Fälle zu haben. Starke Wanten klingen erst mal auch ganz gut und machen ein sicheres Gefühl, allerdings haben wir von einem Fachmann gelernt dass zu viel Gewicht im Rigg auch Nachteile mit sich bringt und sich sogar negativ auf die Sicherheit an Board auswirkt. Wir segeln standardmäßig eine Genua und haben eine Fock mit an Bord als Ersatz für unsere Genua und fürs Passatsegeln. Außerdem haben wir eine Sturmfock dabei, wobei ich mich da immer frage ob man die im Sturm tatsächlich noch gesetzt kriegt. Für unser Groß haben wir keinen Backup, da uns der Stauraum fehlt. Dann haben wir noch unser Leichtwindsegel. Für Segelreparaturen haben wir ein Segelreparaturkit an Bord und Spinnaker Tape. Unsere Redundanzen für das Rigg sind das längste Stag als Ersatz mit Schraubterminals, außerdem noch Bolzen, Toggel und jeweils ein Fall und eine Schot in voller Länge. Anstelle eines Wantenschneiders haben wir eine kleine Flex, die wir hoffentlich nie brauchen werden.

Diesel & Motor

Wie groß die Dieselvorräte sein müssen können wir nur schwer sagen, da wir immer genug dabei hatten. 750 Liter sind also mehr als genug, wenn man nicht mal eben mit einer Tankfüllung über den Atlantik will. Wichtig ist nur zu bedenken, dass die Dieselqualität außerhalb Europas abnimmt und das Zeug immer über Filter und Wasserabscheider vorbehandelt werden sollte bevor es in den Tank wandert. Viele Fahrtensegler haben zudem auch Dieselkanister dabei und nicht nur deshalb um den Diesel an PKW Tankstellen zu kaufen, sondern ihn da erst mal reifen zu lassen. Unser kürzliches Motorevent hat uns außerdem gezeigt: Dieselfilter sind wichtig, die sollte man lieber Mal öfter wechseln und auch einige Backups dabei haben, da bei schwerem Wetter die Schlacke aufgewühlt werden kann und die Filter mit einem Mal zusetzten können. Wenn der Motor mit Diesel nicht durch Schwerkraft versorgt wird, ist eventuell auch eine Ersatzdieselpumpe eine gute Idee. Für den Motor haben wir außerdem noch spare Keilriemen und Impeller dabei.

Wasser

Große Frischwassertanks sind definitiv von Vorteil für die Langfahrt. Nicht an jedem Ort der Welt gibt es gute Frischwasserqualität aus der Leitung - und was die Einheimischen nicht stört heißt nicht, dass unsere sensiblen europäischen Organismen damit umgehen können. Wenn ich mir einen Wasserhahn an der Hafenmauer eines Fischerhafens in Marokko vorstelle, würde ich nicht nur 2 mal überlegen, ob wir das Wasser wirklich in unsere Tanks füllen wollen. Mit großen Tanks an Bord kann man ein bisschen selektiver sein und auch mal eine dubiose Frischwasserquelle außen vor lassen. Christian und ich haben gefühlte hundert Stunden darüber debattiert ob wir eine Entsalzungsanlage brauchen, haben uns letztendlich dann aber dafür entschieden, da wir keine Kompromisse mit der Frischwasserqualität machen wollen, schleppen von Kanistern mit den Kleinen vermeiden wollten und keine Schweißausbrüche bekommen wollten, wenn die Überfahrt dann doch länger dauert als gedacht. Neben den Vorteilen hat so eine Anlage natürlich auch eine ganze Latte an Nachteilen: i) so ein Ding ist echt kein Schnäppchen ii) die meisten Entsalzungsanlagen sind große Blackboxen für die man schlicht und ergreifend keinen Platz auf einem 40 Fuss Schiff hat iii) der Stromverbrauch ist beträchtlich iv) noch ein Gerät das gewartet werden muss v) man muss die Anlage regelmäßig betreiben oder sie gegebenenfalls mit Chemikalien einmotten und schließlich ist das Wasser-machen auch ein bisschen aufwändig. Wir haben lange darüber nachgedacht was für uns die optimale Anlage ist und uns am Ende für ECH2OTech 260 DML entschieden, weil i) die Anlage aus einzelnen Modulen aufgebaut ist sozusagen ein Kit das man selbst zusammenbauen muss und die entsprechenden Teile so in freie Winkel an Bord einpassen kann ii) das Gerät Standardindustrieteile verwendet, die man (hoffentlich) überall auf der Welt als Ersatz bekommt und iii) wir bis zu 60 Liter die Stunde Wasser machen können um so den Energiebedarf zu begrenzen. Unser Wassermacher funktioniert mit einer Hochdruckpumpe die das Wasser einfach mit viel Druck durch die Membran presst, so dass nur die kleinen H2O Moleküle auf der Frischwasserseite ankommen wohingegen die "großen" Salzionen zurückbleiben. Alternativ, gibt es auch Modelle von anderen Herstellern die über eine Art "Druckrückgewinnung" verfügen und deshalb kein Hochdruckpumpe benötigen, diese brauchen dann weniger Strom, allerdings waren wir uns nicht sicher, ob wir gegeben falls Ersatzteile dieser relative komplizierten Anlagen am Ende der Welt ran schaffen können. Bisher sind wir mit unserer Anlage absolut zufrieden und hatten noch keinerlei Probleme, Ersatzfilter zu bestellen war auch kein Problem. Dass das nicht die Regel ist haben wir von anderen Cruisern gelernt, die immer mal wieder Problem mit ihren Water Makern haben. Jetzt können wir sagen, wir würden uns immer wieder für einen Wassermacher entscheiden, es ist einfach Luxus wenn man nicht zu viel darüber nachdenken muss, ob man duschen kann oder nicht und sein Geschirr nicht mit Salzwasser spülen muss. Noch wichtiger war aber, dass wir gemerkt haben wie schwierig es ist an Trinkwasser zu kommen, wenn man fast ausschließlich vor Anker steht. Das geht dann meist nur über Jerry Cans, ist viel Geschleppe und geht trotzdem nicht überall, schon angefangen bei Marokko.

Energie

Energie ist auf Langfahrt einfach immer zu knapp - wenn man mehr Energie produziert, schließt man mehr Verbraucher an und am Ende ist der Strom wieder weg. Wir sind bisher zweierlei Seglern begegnet: Die einen setzten auf Installation von allerlei, möglichst "großen" Stromerzeugern wie Dieselgenerator, Wellengenerator, Windrädchen, Solarzellen und beträchtlicher Akkukapazität um Kühlschrank, Tiefkühltruhe, Mikrowelle, Waschmaschine, Autopilot, Navigationsgeräte und Beleuchtung zu ermöglichen. Während die anderen möglichst wenig Strom verbrauchen um mit der Energie möglichst lange hauszuhalten. Bis auf wenige Ausnahmen sprechen alle von einem Kompromiss - das Optimum zwischen möglichst ohne Einschränkungen leben und gleichzeitig sein Schiff nicht mit Solarzellen zu tapezieren. Auch bei uns ging die Debatte schnell darum welche elektrischen Gegenstände unverzichtbar sind und welche wir uns noch leisten können. Als wir Moya gekauft haben, hatten wir keine Ahnung was unser Schiff eigentlich für einen Strombedarf hat und konnten überhaupt nicht einschätzen wie was unser Energiehaushalt leisten kann. Um das besser zu verstehen, haben wir den Strombedarf aller Geräte einzeln ausgemessen und haben hochgerechnet welchen Strombedarf wir vor Anker oder auf dem Wasser haben. Da wir auf Mikrowelle, Gefrierschrank, Wasch- und Geschirrspülmaschine verzichten, waren unsere größten Stromverbraucher Kühlschrank und Autopilot. Um energiegünstig unterwegs zu sein, haben wir anstatt eines klassischen Kartenplotters und Bordcomputers einen Raspberry Pi angeschafft, der benötigt nur einen Bruchteil der Energie, was sich erheblich in der Energiebilanz bemerkbar macht, da das Teil während der Fahrt meist dauerhaft läuft. Außerdem haben wir unseren Autopilot Konkurrenz vor die Nase gesetzt und eine Windsteueranlage installiert, die rein mechanisch funktioniert und keinen Strom benötigt. Halogenbirnen haben wir teilweise mit LEDs ersetzt. Um Strom zu gewinnen haben wir uns gegen einen Dieselgenerator entschieden, vor allem um Platz und Diesel zu sparen und die relative hohen Anschaffungskosten zu vermeiden. Da Moya ein relativ kleines, schweres Schiff ist, also wenig Fahrt durchs Wasser macht, wollten wir auch keinen Schleppgenerator der das Schiff noch mehr bremst. Es blieb somit nur Wind und Solar, beides haben wir installiert. Nach einigen Monaten Langfahrterfahrung würden wir sagen, dass die Beiden sich optimal ergänzen. Die Solarzellen laden am Tag viel Strom in die Akkus, solange es nicht bedeckt ist. Der Windgenerator liefert bei moderatem Wind von hinten oft nur wenig Strom, dafür aber kontinuierlich und auch bei Nacht. Bei viel Wind haben wir Strom im Überfluss. Durch unseren Wassermacher ist Strom dennoch meistens eine Mangelverwaltung, so dass wir Wasser nicht machen wenn die Tanks leer sind, sondern wenn wir genügend Energie in unseren Akkus gesammelt haben.

Gas

Wir haben 2 deutsche Propangasflaschen an Bord. Spätestens seit Portugal wissen wir: es ist nicht trivial an Gas zu kommen. Die Spanier und Portugiesen verwenden andere Gasflaschen, die oft einen Druckminderer schon mit eingebaut haben - wir also nicht - selbst mit Adapter- an unser Bordsystem anschließen können. Adapter haben wir uns alle möglichen angeschafft, erst um die Gasflasche ans Boot anzuschließen, dann hatten wir den Gedanken das Gas von einer portugiesischen Flasche in unsere deutsche umzufüllen. Am Ende mussten wir trotzdem kapitulieren, da wir einfach keine passende Verbindung aufbauen konnten. Anstatt das preiswerte Propangas zu verkochen blieb uns nichts anderes übrig als das teure Campinggaz zu kaufen mit dem wir dann unsere großen Flaschen wieder aufgefüllt haben. Ich hätte mir vor unserer Reise nicht vorstellen können, dass Gas ein Thema sein könnte und rate jedem sich mit Gasadaptern einzudecken und den wichtigsten - den für das Campinggaz - nicht zu vergessen.

Autopilot

Ich stelle mir vor halb über den Atlantik gesegelt zu sein und unser elektrischer Autopilot gibt den Geist auf: 24h am Tag am Steuer mit 2 Erwachsenen und 2 Kinder - ein Alptraum - auch ohne Kinder. Deshalb war für uns klar: wir brauchen ein redundantes System. Anstatt eines zweiten elektrischen Autopiloten haben wir uns eine Windsteueranlage gekauft und installiert. Bei der Anschaffung dachten wir noch das unser Windy als Backup für den Autopiloten dient, mittlerweile segeln wir längere Strecken ausschließlich mit der Windfahne, denn sie hat zwei große Vorteile i) sie steuert Moya bei Wellen besser als ihr elektrisches Gegenstück und ii) sie benötigt keinen Strom. Bevor wir allerdings soweit waren Windy optimal zu nutzen, haben wir erst an unserem Segeltrimm arbeiten müssen. Denn Windy steuert nur gut, wenn Moyas' Segel gut ausbalanchiert sind.

Navigation

Unser Bordcomputer muss immer an sein, alles wissen und keinen Strom verbrauchen. Geht nicht? Geht fast- mit unserem Raspberry - er ist zwar nicht so leistungsstark wie ein Mac oder PC aber dafür benötigt er fast keine Energie. Unsere Seekarten laufen tadellos unter OpenCPN. Das Notebook ist nur Backup. Da wir auch keinen Kartenplotter haben, haben wir außerdem ein GPS fähiges Tablet auf dem die Navionicskarten installiert sind. Da wir gesehen werden wollten war ein AIS mit Sender für uns ein No-Brainer - nur wenn die "Großen" uns sehen können sie auch ausweichen. Außerdem können wir das AIS auch MOB System verwenden und haben uns entsprechende MOB Sender zugelegt. Viele Langfahrtensegelyachten haben inzwischen AIS, aber eben nicht alle und längst nicht alle Fischerboot, deshalb würden wir sagen Radar ist sehr empfehlenswert für die Langfahrt, auch wenn wir es nur bei Bedarf anschalten. Es ist sehr bequem damit nachts heran rollende Squalls sehen zu können, aber wenn die Augen sich an die Dunkelheit gewöhnt haben sieht man tatsächlich die dunklen Wolken auch so in der Dunkelheit und kann dann nochmal mit dem Radar gegen checken. GPS ist mittlerweile für die Seefahrt unerlässlich und natürlich haben wir es mehrfach gebackuped an Bord. Dass GPS eines Tages ausfällt ist eher unwahrscheinlich, aber ich habe einen Physiker an Bord, damit ist die Astronavigation sozusagen ein Muss und uns deshalb zusätzlich noch einen Sextanten angeschafft.

Kommunikation

Wie wir mit unseren Lieben kommunizieren hat uns lange beschäftigt. Letztendlich haben wir uns für Handy, Satellitentelefon und eMail entschieden. Über SSB können wir auf dem Wasser eMails empfangen und Wetter abrufen, so dass wir uns gegen ein IridiumGo entschieden haben. Datentransfer über Satellit hätten wir zwar wirklich gerne gehabt, aber die Preise sind alles andere als günstig. Da wir eMail auch über Kurzwelle empfangen können und Inmarsat -wenn einmal aufgebaut- wesentlich stabilere Verbindungen ermöglicht (da geostationäre Sateliten) haben wir uns für eine reines Satellitentelefon (ohne Daten) entschieden. Wetterabruf und email via Kurzwelle funktioniert nach unserer Erfahrung, aber man braucht schon etwas Geduld bei der Sache, da die Verbindung sehr langsam ist und auch öfter mal abbricht, so dass man mehrere Versuche bis zum Erfolg benötigt. Natürlich braucht jedes Schiff VHF und letztendlich fühlen wir uns wesentlich sicherer mit einer EPIRB an Bord, um im härtesten aller Notfälle Hilfe zu rufen.

Wetter

Keine Wettervorhersage kann das Wetter 2 Wochen verlässlich vorhersagen. Deshalb wollten wir eine Möglichkeit um an Wetterdaten auf See zu kommen. Zum einen haben wir einen Barographen an Bord, der hat uns in den gemäßigten Breiten gute Dienst geliefert. Hier in den Tropen sieht man leider darauf nur eine sinusförmige Kurve, die die tageszeitabhänigen Schwankungen im Luftdruck wiedergibt und wenig mehr. Jedoch würden wir im Fall eines Zyklons hier einen Luftdruckabfall sehen, so dass der tägliche Blick auf unseren Barographen weiterhin wichtig ist. Außerdem schauen wir uns, wenn möglich täglich die Wetter GRIB files vom GFS Wettermodel der amerikanischen NOOA auf unserer Tablet App Weathertrack und bei Internet auch das Wetter des europäische ECMWF Wettermodel via Windy vergleichend an. Auf See können wir Wetter über WinLink bei SailDocs abfragen und die GRIB files per eMail empfangen und dann auf unser Tablet übertragen. Abgesehen von lokalen Effekten, wie Windschatten auf der Leeseite von Inseln, haben die GRIB files das Wetter überraschend gut vorhergesagt mit einer Abweichung von normalerweise weniger als 5-10kt. Zusätzlich zum normalen Wetter schauen wir uns auch immer die Hurrikan/Zyklonwarnungen an, auch wenn wir grundsätzlich außerhalb der Zyklonsession segeln.

Werkzeug & Ersatzteile

Als wir Moya gekauft haben war unsere Lady tip-top ausgestattet mit Werkzeug, so dass wir uns erstmal wenig Gedanken um Werkzeug gemacht haben. Wenn man kein so umfangreiches Werkzeugsortiment an Bord hat ist es vermutlich sinnvoll zu überlegen ob man zumindest die Basisausstattung dabei hat. Welche Ersatzteile man mitnimmt ist auch nicht einfach, man kann schließlich unmöglich seine gesamte Ausstattung noch einmal mit schleppen. Wie immer geht genau das kaputt was man nicht dabei hat. Wir haben uns überlegt, dass wir nur überlebenswichtige Teile mitnehmen, d.h. Teile die unmittelbar repariert werden müssen. Für uns gehören dazu: Ölfilter, Dieselfilter, Keilriemen, Filter für die Entsalzungsanlage, Ersatzdieselpumpe, Ersatzbilgepumpe, Zündkerzen Außenborder, Winsch Maintenance Kit, Toilettendichtungen, Segelreperaturflicken, ...

Anker

Beim Anker gibt es verschiedenste Typen die je nach Ankergrund verschieden gut halten. Als Allrounder für die Langfahrt werden oft Rocna oder Bügelanker genannt, da die beiden auf allen Untergründen gute Haltekraft besitzen sollen. Unser Bugspriet hat leider die Anschaffung eines solchen verhindert, so dass wir jetzt erst mal mit 35kg CQR unterwegs sind und die 10mm Ankerkette liefert zudem nochmal etwas Gewicht. Bisher hat unser Anker uns noch nicht im Stich gelassen und wir vertreten die Meinung: Anker: je schwerer desto besser, natürlich nur solange man ihn noch transportieren kann. Da man nie weiß ob man den Anker mal im Notfall zurück lassen muss und weil 2 Anker bei bestimmten Bedingungen sicherer halten, haben wir uns noch einen kleineren Deltaanker und passende Kette angeschafft, der normalerweise an der Reling angebracht ist. Bisher haben wir ihn noch nicht gebraucht.

Dingi

Unser Dingi ist leider nur ein kleines Schlauchboot mit Außenborder. Eigentlich wäre ein Boot mit harten Boden besser, wenn man an spitze Steine oder Korallen denkt. Bisher hat uns unser Dingi gereicht, wir waren aber gefühlt das kleinste und langsamste Dingi der Karibik. Da es schon einige Jahre auf dem Buckel hat, hat es am Anfang unserer Reise oft Luft verloren, bis wir herausgefunden haben, dass die 2 Komponentenkleber viel besser funktionieren wie das mitgelieferte Zeug im Dingireperaturkit.

Sonnenschutz

Ob eine Yacht ein Sonnensegel benötigt ist vom Segelrevier und den Bewohnern abhängig. Da wir mit 2 Kids in der Nähe des Äquators unterwegs sind, war Sonnenschutz ein großes Thema für uns. Vor allem, weil wir keine Chance sahen ein Binimi von der Stange ein zu bauen und wegen der nach hinten geführten Großschot auch alle sonstigen Varianten für Sonnenschutz nicht ohne Kompromisse installiert werden konnten. Da wir uns beim Segeln großteils im Freien aufhalten und man sich am Wasser relativ schnell einen Sonnenbrand holen kann, war es für uns sozusagen überlebenswichtig irgendeine Art von Sonnenschutz zu installieren. Wir haben lange herum überlegt und sind am Ende auf genau eine Möglichkeit gekommen ein Binimi anzubringen und auch das nur mit dem Kompromiss, dass Christian drüber und ich drunter durch kucken muss. Ich denke trotzdem, dass es das Wert ist, schließlich ist das metastasierende Melanom immer noch eine weitgehend unheilbare Hautkrankheit.

Pantry

Essen für die Langfahrt ist ein großes Thema mit dem ganze Bücher gefüllt werden. Da frische Nahrungsmittel ungekühlt nur begrenzt haltbar sind, ist ein Tiefkühlschrank bestimmt eine gute Sache. Moya hat dafür weder Energie noch Platz, es muss also ohne gehen. Einige Boote verzichten sogar auf einen Kühlschrank, das kann ich mir aber ehrlich gesagt nicht vorstellen. Auch wenn unsere Kühlschrankkapazität beschränkt ist möchten wir doch wenigstens ein bisschen Wurst und Käse unterwegs mit haben und wer mag eigentlich schon warmes Bier? Wir haben uns ein Vakkumiergerät angeschafft, um Mehl und andere Lebensmittel einzuschweißen damit kein Ungeziefer an Bord kommt. Alternativ könnte man auch Nudeln, Reis und co 3 Tag einfrieren damit alle Tierchen KO sind, wenn man Zugang zu einer Gefriertruhe hat. Ansonsten haben wir noch Netze aufgehängt, damit viel frische Luft an Obst und Gemüse kommt, so dass wir am letzten Tag unserer 19 tägigen Atlantiküberquerung immer noch die letzten Gemüseteile verkochen konnten. Mikrowelle und Geschirrspüler sind toll - aber wie ich finde doch wirklich nice-to-haves.

Waschen

Brauchen wir eine Waschmaschine? Darüber habe ich mir viele Gedanken gemacht. Auf unserem ersten Trip hat das Waschen in den Häfen gut funktioniert und man hat dabei auch immer nette Leute getroffen. Bei unserer zweiten Reise stehen wir hauptsächlich in Buchten, trotzdem findet man an Land oft eine Wascherei. Manchmal ist das ein bißchen teuer wie auf den kleinen Antillen, manchmal kann man aber auch für 1 USD die Maschine waschen wie in Panama. Bettwäsche muss also nicht mit Hand gewaschen werden. Obwohl wir uns eine kleine Handwaschmaschine zugelegt haben, wasche ich zwischendurch die Wäsche von Hand, da es weniger aufwändig ist und die Maschine den Kinderflecken nicht Herr wird. Jonis' Stoffwindeln waschen wir immer direkt auf den Ozeanpassagen, erst im nachgeschleppten Netz im Salzwasser, dann kurz mit Süßwasser gespült.